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Sydney Pollack ist tot Der Lieblingsregisseur der Hollywoodstars

27.05.2008 ·  Mit dem melancholischen Kassenschlager „Jenseits von Afrika“ gelang ihm 1985 der weltweite Durchbruch. Er galt als Lieblingsregisseur der Hollywoodstars. Jetzt ist Sydney Pollack im Alter von 73 Jahren gestorben - und die Stars trauern.

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Der Star-Regisseur und Oscar-Preisträger Sydney Pollack ist tot. Nach neunmonatiger Krankheit erlag er im Alter von 73 Jahren einem Krebsleiden. Am Montagnachmittag (Ortszeit) verschied er im Familienkreis in seinem Haus in Pacific Palisades im amerikanischen Bundesstaat Kalifornien. Pollack gelang als Regisseur 1985 mit dem Film „Jenseits von Afrika“ der weltweite Durchbruch. Der Film wurde mit sieben Oscars ausgezeichnet, auch dem für die beste Regie.

Pollack galt als Lieblingsregisseur der Hollywoodstars: Siebenmal stand allein Robert Redford für ihn vor der Kamera. Des weiteren auch Burt Lancaster, Natalie Wood, Robert Mitchum, Al Pacino, Harrison Ford, Nicole Kidman und Barbra Streisand. „Stars sind wie Vollblüter“, sagte Pollack Anfang der achtziger Jahre der „New York Times“. „Es ist ein bisschen gefährlicher mit ihnen. Sie sind reizbarer. Du musst vorsichtig sein, weil du abgeworfen werden kannst. Aber wenn sie machen, was sie am besten können - was auch immer das ist, was sie zum Star macht - ist es wirklich spannend.“

Schon Burt Lancaster fiel sein Regietalent auf

Dass die Stars ihn wirklich mochten, illustrierten George Clooneys Trauerworte zum Tod Pollacks: „Sydney hat die Welt ein bisschen besser gemacht, die Filme ein bisschen besser und sogar das Dinner ein bisschen besser“, sagt Clooney am Montag. „Er wird schrecklich vermisst werden.“ Noch im vergangenen Jahr spielte Pollack an Clooneys Seite im dem Film „Michael Clayton“.

Der Lieblingsregisseur der Hollywoodstars: Sydney Pollack ist tot

Pollacks Filme ließen häufig gesellschaftskritische Tendenzen erkennen, vor allem aber interessierten ihn die Begegnungen zwischen verschiedenen Menschen, Mentalitäten und Kulturen. Pollack wurde 1934 im amerikanischen Bundesstaat Indiana geboren, seine Eltern waren russischer Abstammung. Nach Abschluss der High School, wo er seine Begeisterung fürs Theater entdeckte, studierte er nicht an der Universität, sondern ging direkt auf eine Schauspielschule in New York, die er 1954 abschloss.

Pollack arbeite zunächst als Assistent Sanford Meisners, übernahm dann erste Rollen in Fernseh- und Broadway-Produktionen. Bei einer Produktion in Hollywood fiel Burt Lancaster das Regietalent des jungen Kollegen auf. Danach begann Pollack von 1960 an bei Fernsehfilmen Regie zu führen. Sein Debüt als Spielfilm-Regisseur gab er 1965 mit „The Slender Thread“, in dem er selbst auch als Darsteller mitwirkte.

„Jenseits von Afrika“ - ein Kassenschlager, den selbst die Kritiker mochten

Seinen ersten großen Erfolg bei Publikum und Filmkritik hatte Pollack 1970 mit dem Film „Nur Pferden gibt man den Gnadenschuss“, in dem er eine jener brutalen, mehrtägigen Show-Veranstaltungen rekonstruierte, bei denen während der Depressionsjahre junge Paare bis zum Umfallen um ein paar Dollar tanzten. Ein großer Kassenerfolg wurde 1982 die Filmkomödie „Tootsie“ mit dem als Frau verkleideten Dustin Hoffman, bei der der Regisseur auch selbst eine kleine Rolle übernahm.

Ein Welterfolg wurde 1985 schließlich „Jenseits von Afrika“ nach dem 1937 erschienenen Roman „Afrika, dunkel lockende Welt“ von Tania Blixen - eine sensibel inszenierte melancholische Romanze am Ende des kolonialen Zeitalters. Mit Robert Redford, Meryl Streep und Klaus Maria Brandauer in den Hauptrollen gelang ihm der doppelte Erfolg: Ein Kassenschlager, der gleichzeitig auch von Kritikern hoch gelobt wurde. Einer seiner größten kommerziellen Erfolge als Regisseur gelang ihm 1993 mit der Verfilmung von John Grishams Thriller „Die Firma“ mit Tom Cruise in der Hauptrolle.

Der erste, der im UN-Gebäude drehen durfte

1999 übernahm Pollack wieder selbst eine Rolle in Stanley Kubricks umstrittenem Ehe- und Erotikdrama „Eyes Wide Shut“, in dem Tom Cruise und Nicole Kidman die Hauptrollen spielten. Im selben Jahr landete er als Regisseur einen veritablen Flop. Sein Streifen „Random Hearts“ (Begegnung des Schicksals) handelte sich überwiegend negative Kritiken ein.

Vor drei Jahren konnte er als erster Regisseur im Gebäude der Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York drehen. Mit dem Film „The Interpreter“ (Die Dolmetscherin) mit Nicole Kidman in der Hauptrolle der Übersetzerin gelang ihm nach Meinung der Kritiker eine „spannend erzählte, raffinierte und politisch brisante Story“.

Pollack war seit 1958 mit seiner Frau Claire verheiratet. Aus ihrer Ehe gingen drei Kinder hervor: Die beiden Töchter Rebecca und Rachel und der Sohn Steven, der 1993 bei einem Flugzeugabsturz in Kalifornien tödlich verunglückte.

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