21.04.2004 · Der neue Chefredakteur der Züricher „Weltwoche“ ist ein ehemaliger freier Mitarbeiter der „taz“: überraschend ist der 37 Jahre alte Simon Heusser an die Spitze der führenden schweizerischen Wochenzeitung berufen worden.
Der neue Chefredakteur der Züricher „Weltwoche“ ist ein ehemaliger freier Mitarbeiter der „taz“: überraschend hat der Jean-Frey-Verlag den 37 Jahre alten Simon Heusser an die Spitze der führenden schweizerischen Wochenzeitung berufen.
Mindestens neun Namen hatte der Branchendienst „persönlich“ in die Diskussion gebracht - von Heusser war auch anderswo nie die Rede. Der neue Chefredakteur hat Wirtschaftsgeschichte studiert und für verschiedene Schweizer Printmedien gearbeitet. Zur „Weltwoche“ stieß er vor drei Jahren - seine Karriere bei der Zeitung illustriert deren Turbulenzen: Zunächst war Simon Heusser Kulturchef, dann ging er als Korrespondent nach Deutschland, als Leiter der Ressorts Ausland und Wissen kehrte er zurück und nochmals ein paar Monate später hielt er Einzug in die umstrukturierte Redaktionsleitung.
In der Öffentlichkeit ist Simon Heusser weitgehend unbekannt. Seine Berufung deutet an, daß sich der Verlag vom populistischen Kurs und der Nähe zu Christof Blochers Schweizerischen Volkspartei absetzen will. Für sie hatte Heussers Vorgänger Roger Köppel eine Wahlempfehlung abgegeben. Der neue Mann muß nach der erfolgreichen Umstellung der Zeitung zum Magazin und ihrer aggressiven Neubelebung, die sie permanent in die Schlagzeilen brachte, für publizistische Kontinuität und Normalität sorgen. Sehr viel schneller als erwartet wird Köppel, der im Sommer zu Springers „Welt“ nach Berlin wechselt, verabschiedet: Simon Heusser tritt sein Amt bereits am kommenden 1. Mai an.