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Scarlett Johansson im Gespräch : „Wir sind selbst unsere größte Bedrohung“

  • -Aktualisiert am

Scarlett Johansson spielt in der Verfilmung des Mangaklassikers „Ghost in the Shell“ einen Cyborg mit Gefühlen. Bild: Jasin Boland

Sie ist eine der besten Schauspielerinnen Hollywoods. Im Interview spricht Scarlett Johansson über ihre neue Rolle: ein Cyborg mit Gefühlen in der Verfilmung des Mangaklassikers „Ghost in the Shell“.

          Seit Jahren führt Scarlett Johansson die A-Listen Hollywoods an, das Forbes-Magazin hat errechnet, dass sie 2016 die umsatzstärkste Schauspielerin war. Sie war Muse in Woody Allens „Match Point“, Verführerin mit rauher Stimme in „Black Dahlia“ oder „Her“, Actionheldin in den Marvel-Verfilmungen. Sie ist politisch engagiert, sie unterstützte Barack Obama und ging beim „Women’s March“ nach der Amtseinführung von Donald Trump auf die Straße. Im Kino ist die 32-Jährige jetzt in einer Live-Action-Adaption des Mangaklassikers „Ghost in the Shell“ zu sehen. Sie spielt den Mensch-Maschine-Hybriden „Major“. Berühmt wurde die Cyborg-Figur dadurch, dass in ihrem Maschinenkörper noch ein Rest der menschlichen Seele steckt.

          Sie haben mit Ihren Actionrollen schon oft bewiesen, dass Sie Leinwandfeinden kräftig zusetzen können, wie als Black Widow in „The Avengers“. Was war der Reiz bei „Ghost in the Shell“?

          Ich arbeite einfach gern, besonders gern an Actionprojekten. Vor laufender Kamera Herausforderungen zu bestehen, Lösungen zu suchen und auch unterschiedliche Dinge auszuprobieren, das macht mir Spaß. Die Vorbereitungsphase kann manchmal etwas ermüdend sein. Aber wenn es erst mal an die Dreharbeiten geht, bin ich voll dabei.

          Hätten Sie je gedacht, als Sie mit 14 Jahren an der Seite von Robert Redford in „Der Pferdeflüsterer“ begonnen haben, dass Sie mal Actionheldin werden könnten?

          Nein. Ich hatte überhaupt keine konkrete Vorstellung, in welche Richtung sich eine Karriere entwickeln könnte. Ich wusste nur, dass ich mit Menschen arbeiten möchte, die mich inspirieren und herausfordern.

          Fordert Ihr Beruf Sie heute überhaupt noch?

          Oh ja. Ich bin jetzt, mit 32, eher dazu in der Lage, auch die unangenehmeren Orte in meinem Innern anzuzapfen und mich stärker zu fordern als in jungen Jahren. Ich bin vielleicht noch nonkonformistischer als früher, teste gerne Grenzen.

          Ein Rest von Identität ist vorhanden: Johansson in ihrer neuen Rolle
          Ein Rest von Identität ist vorhanden: Johansson in ihrer neuen Rolle : Bild: Paramount Pictures

          Was gibt Ihnen das Superhelden-Dasein? Reizt Sie der Körpereinsatz, arbeiten Sie gern mit Waffen?

          Ich habe nichts gegen Waffentraining. An Feuerwaffen bin ich sogar erstaunlich gut, besser als im körperlichem Kampf. Ich bin eher athletisch als kämpferisch veranlagt. Das Training kann mich oder auch den Partner verletzen, das macht dich nervös, gleichzeitig willst du es aber gut aussehen lassen, damit der Regisseur optimales Material hat. Martial Arts habe ich im Laufe der zehn Jahre viel trainiert, aber man vergisst es auch schnell wieder. Was ich gar nicht mag, ist, an Drahtseilen zu hängen. Diese Arbeit hier war körperlich eine extreme Herausforderung, oft fast frustrierend. Ich musste viel Disziplin an den Tag legen.

          „Lost in Translation“ führte Sie das erste Mal nach Tokio und brachte Ihnen den Durchbruch. „Ghost in the Shell“ ist nun ein Kult-Manga, 1989 geschrieben von Masamune Shirow, bereits mehrfach als Anime umgesetzt. Wie eng ist Ihr Bezug zur japanischen Kultur?

          Ich liebe Tokio, für mich ist das eine der lebenswertesten Städte der Welt. Natürlich muss man das unter dem Gesichtspunkt sehen, dass ich in New York geboren und aufgewachsen bin! Ich bewege mich in den meisten größeren Städten völlig frei. Gerade in New York kann man sich völlig unbehelligt bewegen. Ich liebe die japanische Küche, und die Kultur ist auf vielfältige Art für mich inspirierend – ich war völlig baff, wie poetisch und auch esoterisch der „Ghost in the Shell“-Animefilm von 1995 war. Takeshi Kitano, der hier auch mitspielte...

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