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Robert Evans Der Teufel möglicherweise

29.06.2010 ·  Von „Rosemary's Baby“ über „Der Pate“ bis zu „Chinatown“ - die Filmgeschichte verdankt Robert Evans einige ihrer wichtigsten Schätze. Nun feiert der erfolgreiche Filmproduzent seinen achtzigsten Geburtstag.

Von Michael Althen
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Es war die alte Geschichte, aber zur Abwechslung mit vertauschten Geschlechterrollen: Als sich der sechsundzwanzigjährige Robert Evans, der mit seinem Bruder ein Modehaus in New York führte, 1956 am Pool des Beverly Hills Hotels herumtrieb, stach er der Schauspielerin Norma Shearer ins Auge, die in ihm nicht nur ihren verstorbenen Ehemann Irving Thalberg zu erkennen glaubte, sondern in der Folge auch das Studio überzeugte, dass Evans die ideale Besetzung für die Rolle des jung verstorbenen Wunderproduzenten in dem Film „Mann der tausend Gesichter“ sei.

Weniger glückhaft war Evans' zweite Besetzung in jenem Jahr: Als Darryl F. Zanuck ihn als Stierkämpfer Pedro Romero für „The Sun Also Rises“ ins Spiel brachte, protestierten Ava Gardner und Hemingway selbst in einem Brief an den Mogul. Doch der entschied: Der Junge bleibt im Film. Zanucks Spruch „The Kid stays in the picture“ wurde später dann auch der Titel von Evans' Autobiographie.

Keine Erfahrung, aber Chuzpe - und ein Händchen für Stoffe

Die Lehren, die Evans allerdings aus diesen beiden Erfahrungen gezogen hat, sollten sich als entscheidend erweisen. Denn die Rolle als Thalberg und Zanucks Machtwort machten ihm klar, dass er selbst Produzent werden musste, wenn er seine Träume verwirklichen wollte. Evans erwarb die Rechte an dem Roman „The Detective“, der später Frank Sinatras erfolgreichster Film werden sollte, und dadurch wurde Charles Bluhdorn auf ihn aufmerksam, der Chef des Gulf+Western-Konglomerats, der einen Leiter für das marode Paramount-Studio suchte. Evans hatte keine Erfahrung, aber Chuzpe und vor allem ein Händchen für Stoffe.

Filme wie „Rosemary's Baby“, „Der Pate“ und „Love Story“ machten Paramount zum erfolgreichsten Studio - und letzterer bescherte Evans mit Ali McGraw eine seiner sieben Ehefrauen. Weil er nicht für andere, sondern auch selbst Geld verdienen wollte, machte er sich unabhängig und produzierte „Chinatown“ und „Marathon Man“, aber in den Achtzigern verließ ihn sein Glück. Er wurde mit Kokain erwischt, produzierte dann den kostspieligen Flop „Cotton Club“ und wurde dabei sogar mit einem Mord in Verbindung gebracht. Der ähnlich geltungssüchtige Autor Joe Eszterhas sagte über seinen Freund Evans, all die Lügen, die über ihn in Umlauf sind, könne man ruhig glauben. Wahr ist, dass Robert Evans am 29. Juni achtzig wird.

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