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Reinhold Messner im Interview Wir Yetis

22.10.2007 ·  In Michael „Bully“ Herbigs neuestem Werk „Lissi und der wilde Kaiser“ wird die Protagonistin von einem Yeti entführt. Bergsteiger und Yeti-Experte Reinhold Messner ist ganz begeistert und erzählt, wie er für den größten Lacher im Kino gesorgt hat.

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Am Donnerstag kommt Michael „Bully“ Herbigs neues Werk ins Kino. In dem Animationsfilm „Lissi und der wilde Kaiser“ wird die Protagonistin von einem Yeti entführt. Extrembergsteiger und Yeti-Experte Reinhold Messner ist immer noch ganz begeistert.

Wie hat Ihnen der Film gefallen, Herr Messner?

Ich war skeptisch, aber ich habe lange nicht mehr so gelacht. Diese Klischees, Heidiland, Ludwig II., Sissi und Franz, die ich als Älpler gut kenne, sind so lustig gegengebürstet, dass ich mir lange Zeit den Bauch gehalten habe. Die Deutschen sind eigentlich immer so manieriert und gewollt, wenn sie etwas Besonderes machen wollen, aber hier hat man sich wahrscheinlich einfach zusammengesetzt, eine Flasche Wein getrunken und es eher amerikanisch gemacht.

Eine der Hauptrollen ist ein Yeti.

Ja. Und der Film stellt den Yeti genauso dar, wie ihn die meisten Westler im Kopf haben. Und er darf das auch. Also wie die Sissi, Lissi oder Sissi, wie auch immer, ihre Gedichte schreibt und der Yeti zuhört, das ist einfach so gut - aber da sollte man auch ein paar Gedichte von der echten Sissi gelesen haben (lacht). Oder wie dieser Yeti in die Spalte stürzt und am Eispickel hängt, das ist fast realitätsnah. Wenn einem Kletterer so was passiert, kann er sich natürlich nicht am Pickel festhalten, aber das In-die-Spalte-Fallen ist noch nie so gut gezeigt worden (lacht.)

Wenn der Yeti Lissi entführt, hat Sie das an King Kong erinnert?

King Kong kenne ich nicht so genau. Aber die Geschichte vom Yeti, der sich einen Mensch stiehlt und dann irgendwo in den Bergen ein sexuelles Verhältnis hat, die gibt es im Himalaja überall. Interessanterweise hört man sogar häufiger die Geschichte vom Yeti-Weibchen, das sich einen Menschenmann holt. Aber hier im Film? Man weiß ja nicht, ob dieser Yeti ein Männchen ist oder ein Weibchen.

Wir dürfen nicht zu viel verraten, aber Sie haben einen Gastauftritt.

Ja, und die Leute um mich herum haben an der Stelle gebrüllt. Ob sie nun gelacht haben, weil ich daneben saß, weiß ich nicht, aber es war der größte Lacher im ganzen Film.

In Sulden, Südtirol, haben Sie ein Restaurant, das heißt „Yak und Yeti“, benennen Sie das jetzt um?

„Yak und Yeti“ ist einfach unschlagbar gut, das werde ich nicht ändern. Ist übrigens nicht meine Erfindung, den Namen habe ich geklaut von einem russischen Tänzer, der in den fünfziger Jahren aus der Sowjetunion geflohen ist, nach Nepal kam und dort ein Restaurant hatte. Aber es gibt da einen Yeti-Raum, wo alles mit Yeti-Utensilien bestückt ist, und einen Yak-Raum. Und ich hätte noch ein paar Räumchen frei, dort könnte ich natürlich einen Lissi-Raum machen. Ich bräuchte halt was zum Dekorieren, eine Zeichnung von der Lissi oder so.

Interview Till Haase

Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
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