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Peter Kloeppel Neu aufstellen, auch für eine Talkshow

29.10.2004 ·  Vom 1. November an ist Peter Kloeppel bei RTL nicht nur Nachrichten-Moderator, sondern auch Chefredakteur. Als solcher plant er eine politische Talkshow: ein Gespräch mit dem RTL-Anchorman.

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Am 2. November wählt Amerika einen neuen Präsidenten, worüber für den Privatsender RTL Peter Kloeppel berichtet. Der ist vom 1. November an nicht nur Moderator, sondern auch Chefredakteur. Seine zweiteilige Dokumentation über die Geschichte Amerikas läuft am Sonntag und am Montag um 19.05 Uhr. Aktuell berichtet Kloeppel mit Unterstützung seiner amerikanischen Frau Carol, einer Journalistin, die er als Producerin mitnimmt. "Sie versorgt mich am Wahlabend mit Informationen von den amerikanischen Networks", sagt Kloeppel. Im Gespräch verrät er, was er sonst noch vorhat - eine Talkshow zum Beispiel (F.A.Z.).

Was bleibt, was ändert sich im Informationsprogramm von RTL?

Es bleibt, was wir in zwanzig Jahren aufgebaut haben. Von "Punkt 9" bis zum "Nachtjournal". Wir werden in den nächsten Wochen sicher besprechen, wie man unser Informationsangebot noch ausdehnen könnte. RTL hatte ja im Wahljahr 2002 erheblich mehr Talkstrecken im Programm, zum Beispiel "Kreuzfeuer" mit Sandra Maischberger. Das sind Dinge, die wir diskutieren, nicht nur für 2006, sondern auch für die nähere Zukunft.

Wann entscheidet sich das?

In den nächsten Wochen. Ab 1. November ist ja schließlich der neue Geschäftsführer Marc Conrad da. Ich habe eine Reihe von Formaten angedacht. Doch je früher man die Posaune auspackt, desto eher hören das auch die Kollegen der anderen Sender.

Wie wichtig sind Nachrichten für RTL?

Für RTL ist die Information ein wichtiges Standbein. Da hebt man nicht nur eine Talkshow ins Programm, weil man auch eine Talkshow haben will. Das muß ein Konzept sein, von dem wir sagen, das bringt den Zuschauern etwas. Das betrifft nicht nur eine selbstreferentielle Gruppe, das ist keine Gesprächstherapie, bei der die immer selben Leute, die wir in anderen Talkshows sehen, seit Jahren über die gleichen Probleme reden und keine wirklichen Lösungen entstehen. Wir sehen auf das Interesse der Zuschauer.

Das klingt ja schon ganz konkret. Sie denken also über eine Alternative zu "Christiansen" in der ARD nach?

Das ist Ihre Interpretation, aber diese Interpretation ist grundsätzlich so falsch nicht.

Ist Sat.1 nach dem Antritt von Thomas Kausch als Anchorman stärker geworden?

Eine Schwalbe macht nicht automatisch einen Sommer. Natürlich hat man mit Thomas Kausch sich einen profilierten Kopf geholt, einen Moderator, der sich vorgenommen hat, dieser Sendung seinen Stempel aufzudrücken. Wir müssen sehen, wie das durchzuhalten ist. Ich kann mich daran erinnern, daß Roger Schawinski im August sagte, in unseren Nachrichten wird man abends den Menschen sehen, der tagsüber die Nachrichten geprägt hat - in einem langen Interview. Das habe ich ein paarmal gesehen, und dann ist es wieder verschwunden. Wir wissen, daß man dafür einen langen Atem braucht.

Gibt es bei den Öffentlich-Rechtlichen Leute, die Sie gern hätten?


Natürlich gibt es bei Öffentlich-Rechtlichen gute Köpfe, aber die werde ich nicht nennen. Das Einkaufen von Kompetenz von anderen Sendern erhöht nicht automatisch die eigene. Wir haben auch gute Eigengewächse.

Sie sind vor ein paar Tagen 46 Jahre alt geworden. In vier Jahren fallen Sie aus Ihrer eigenen Zielgruppe . . .

Wenn ich fünfzig werde, feiere ich diesen Tag. Nicht, weil ich aus der Zielgruppe herausfalle, sondern in der Hoffnung, daß ich noch ein paar Jahre als Chefredakteur und Moderator vor mir habe.

Wie meistern Sie die zusätzliche Aufgabe als Chefredakteur?

Ich habe nicht vor, sechzehn Stunden am Tag zu arbeiten. Ich habe zuvor elf bis zwölf Stunden gearbeitet - mehr soll es nicht werden. Dann muß man sich von bestimmten Sachen trennen. Einschränken werde ich die tägliche Anwesenheit in der Redaktion. Ich werde mich nicht mehr so intensiv um die Sendung selbst kümmern, also, daß ich jede Agentur gelesen, mit jedem Korrepondenten gesprochen haben. Ich muß mich neu aufstellen.

Die Fragen stellte Michael Seewald.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.10.2004, Nr. 253 / Seite 44
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