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New Orleans Ökohäuser von Brad Pitt

04.12.2007 ·  Noch immer sind viele Stadtviertel von New Orleans unbewohnbar. Rettung könnte aus Hollywood kommen: Brad Pitt will in der Stadt hundertfünfzig Häuser bauen, zum Sonderpreis von hundertfünfzigtausend Dollar.

Von Jordan Mejias
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Mehr als zwei Jahre ist es nun schon her, dass der Hurrikan Katrina weite Teile von New Orleans verwüstete, und doch sind noch immer viele Stadtviertel unbewohnbar. Das Unvermögen, das Behörden in den Tagen nach der Katastrophe so erschreckend zur Schau stellten, hat sich seitdem nur fortgesetzt.

Gerade erst hat die notorische Federal Emergency Management Agency (Fema), das dem Heimatschutzministerium unterstellte Amt für Katastrophenhilfe, mit der Ankündigung, in den nächsten sechs Monaten die letzten als Notunterkünfte hergerichteten Wohnwagenlager zu schließen, für Unverständnis und beträchtliche Unruhe gesorgt. Denn Wohnungen mit bezahlbaren Mieten gibt es in New Orleans nicht für die Tausenden von Familien, die in diesen teilweise mit Formaldehyd verseuchten Unterkünften hausen.

Umweltfreundliche Verarbeitung

Könnte die Rettung aus Hollywood kommen? Eine allumfassende Lösung hat auch Brad Pitt nicht anzubieten, aber zumindest will der sozial engagierte Weltstar ein ansehnliches Scherflein dazu beitragen, den Wiederaufbau der Stadt zu beschleunigen und die Not der vertriebenen Unterschicht ein wenig zu lindern. Fünf Millionen Dollar hat er gespendet, um andere Wohltäter auf den Plan zu rufen, die zusammen mit ihm das Projekt „Make It Right“ in Gang setzen sollen. Pitt will im Lower Ninth Ward, einem von dem Hurrikan fast völlig zerstörten Stadtteil, hundertfünfzig Häuser bauen, zum Sonderpreis von hundertfünfzigtausend Dollar. Dafür gibt es nicht nur eine Wohnfläche von rund hundertzwanzig Quadratmetern, sondern auch eine umweltfreundliche Verarbeitung und Anlage, durch die sich die Unterhaltskosten mindestens um fünfundsiebzig Prozent senken lassen. Beim Ankauf will „Make It Right“ finanziell gleichfalls Beistand leisten.

Pitt hofft nun auf zusätzliche Spenden von Stiftungen, Unternehmen und Privatleuten, die schon mit ein paar Dollar dabei sein könnten, um die Kosten für einen Baum, einen Wasserhahn oder eine Wasser sparende Toilette aufzubringen. Der für seine grünen Projekte bekannte Designer und Architekt William McDonough hat seine Mitarbeit ebenso zugesagt wie der gemeinnützige Ableger der Investmentfirma Cherokee aus Raleigh, North Carolina, und natürlich darf Graft nicht fehlen, das von Pitt protegierte Berliner Architekturbüro, das inzwischen auch in Los Angeles zu Hause ist.

Dreizehn Architekten am Planen

Insgesamt sind bereits dreizehn Architekten am Planen. James Timberlake schlägt ein Haus auf Stelzen vor, rundum beschattet von Kletterpflanzen. Das in New Orleans beheimatete Designteam Concordia hat auch die breite Treppe nicht vergessen, auf der sich die Nachbarn zum abendlichen Plausch einfinden können. Der vielleicht einfallsreichste Entwurf stammt von Thom Mayne, dem Avantgardisten aus Los Angeles, der ein Haus mit amphibischen Eigenschaften entworfen hat. Im Notfall könnte es als Rettungsboot dienen.

Damit wären auch die Argumente der Skeptiker entkräftet, die es nicht für sinnvoll halten, eine künftig weiterhin gefährdete Gegend wie den Lower Ninth Ward überhaupt wieder zu besiedeln. Brad Pitt aber will mit seinem Geschenk nur die Freundlichkeit erwidern, die ihm die Leute von New Orleans seit je entgegengebracht hätten. Es sei ein Ort wie kein anderer.

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Jahrgang 1949, Feuilletonkorrespondent in New York.

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