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Miou-Miou wird sechzig Liebhaberin mit Stimme

22.02.2010 ·  Als Star begreift sie sich nicht, und Auszeichnungen, wiewohl sie den César gewonnen hat und viele weitere Male für ihn nominiert war, findet sie scheußlich: Der französischen Schauspielerin Miou-Miou zum Sechzigsten.

Von Verena Lueken
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Natürlich heißt sie nicht Miou-Miou. Ein Liebhaber, so wollen wir glauben, gab ihr den zärtlichen Kosenamen (Kätzchen), als sie achtzehn war. Aber es gibt auch Quellen, die behaupten, sie habe ihren Geburtsnamen Sylvette Héry im „Café de la Gare“ verloren, wo ihre Laufbahn begann.

Immer reizend und nett, geräuschlos und sauber wie ein frisch geputztes Katzenjunges habe sich sich dort bewegt, als sie erst als Reinemachefrau, dann als Garderobiere, schließlich als Schauspielerin in den Kreis des beliebten Theaters eintrat, in dem unter anderen Gérard Depardieu und Patrick Dewaere spielten.

Mit den beiden wurde sie 1974 über Nacht sozusagen berühmt. Die drei spielten gemeinsam in der für damalige Verhältnisse ziemlich saftigen erotischen Komödie „Die Ausgebufften“, und Miou-Miou war die Friseuse, mit der die beiden Männer, unter anderen, muss man sagen, jeweils und gemeinsam ein Verhältnis hatten. Das war nicht besonders inspiriert, und leider wurde das im Verlauf ihrer Laufbahn nur manchmal anders.

Eine zauberhafte Stimme

Sie war schnell festgelegt auf das Genre der etwas anzüglichen Satiren. Aber sie hatte eine zauberhafte Stimme, und wenn sie begann, kleine Liedchen zu singen, hinten im Taxi sitzend oder über eine Wiese laufend, hatte man immer das Gefühl, sie trüge ihren Spitznamen zu Recht. Das war immer sehr charmant und auf fröhliche, unkomplizierte Art verführerisch. In der „Vorleserin“ dreht sich alles um diese Stimme.

Ernst wurde es mit „Germinal“, der Zola-Verfilmung von Claude Berri, mehr Spaß hatte sie aber wahrscheinlich in Michel Gondrys „Science of Sleep“. Als Star begreift sie sich nicht, und Auszeichnungen, wiewohl sie den César gewonnen hat und viele weitere Male für ihn nominiert war, findet sie scheußlich. Schauspieler sollten nicht miteinander konkurrieren, meint sie. An diesem Montag wird sie sechzig.

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