F.A.Z-Mitherausgeber Frank Schirrmacher sagte zum Tod Michael Althens: „Es ist unvorstellbar, dass er nicht mehr da ist. Michael Althen war die führende Stimme und der größte Cineast der deutschen Filmkritik seit den achtziger Jahren. Uns allen hat er gezeigt, wie man nicht nur über Film schreiben, sondern mit Film leben kann. Das war, weil er den Film liebte und diese Liebe nicht nur sein Schreiben, sondern seine ganze Persönlichkeit prägte. In gewisser Weise hatte er ,alles schon gesehen', nämlich im Film, und das gab ihm diese leicht ironische Überlegenheit über die Wirklichkeit. Großes konnte ihn nicht mehr erstaunen, denn er wusste, dass große Ereignisse oft nicht mehr sind als special effects. Dafür sah er das Kleine, Unauffällige, dem er in seinen wunderbaren Kolumnen Sprache verlieh. Er war ein legendär beliebter Kollege. Sein viel zu früher Tod ist unbegreiflich. Wir trauern sehr.“
Eine Liebeserklärung an seine Vaterstadt
Nach einem Studium der Journalistik und Germanistik arbeite Althen von 1984 an als Filmkritiker für die „Süddeutsche Zeitung“, später auch für „Die Zeit“, „Spiegel“ und „Focus“. Bei „Transatlantik“ war er Redakteur, bei der „Vogue“ Textchef, von 1998 an Filmredakteur bei der „SZ“. Drei Jahre später wechselte der am 14. Oktober 1962 in München geborene Althen ins Feuilleton dieser Zeitung nach Berlin.
Althen veröffentlichte mehrere Bücher, darunter „Warte, bis es dunkel ist - Eine Liebeserklärung ans Kino“ (2002), Monographien über Dean Martin, Robert Mitchum und Rock Hudson. Er schrieb nicht nur über Filme, er drehte auch selbst welche, etwa „Das Kino bittet zu Tisch - Essen im Film“ (WDR), wofür er den Grimme-Preis 1996 erhielt. Zusammen mit Dominik Graf entstand „Das Wispern im Berg der Dinge - Der Schauspieler Robert Graf“ (BR/WDR, 1998), auch dieser Film erhielt einen Grimme-Preis. Ebenfalls mit Dominik Graf drehte Althen eine Liebeserklärung an seine Stadt: „München - Geheimnisse einer Stadt“ (BR 2000, Nominierungen für Grimme-Preis und Deutschen Fernsehpreis). Mit Hans Helmut Prinzler führte er Regie in der Dokumentation „Auge in Auge - Eine deutsche Filmgeschichte“ (2008).
Michael Althen hinterlässt Frau und zwei Kinder. Siehe auch den Nachruf Zum Tode von Michael Althen: Liebling, ich bin im Kino.
eine große Lücke ist entstanden
Ralph Knüchel (knuechel)
- 12.05.2011, 15:56 Uhr
Michel Althen war ein wahrer Cineast.
Peter Zentner (Caterwaul)
- 12.05.2011, 16:11 Uhr