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Trump contra Meryl Streep : „Eine der überbewertetsten Schauspielerinnen“

  • Aktualisiert am

Meryl Streep bei ihrer umjubelten Rede auf der Bühne der Golden Globes Bild: Reuters

Meryl Streep fand bei den Golden Globes klare Worte über Donald Trump. Der schießt nun zurück: Streep sei eine „Dienerin“ Hillary Clintons.

          „Wenn die Mächtigen ihre Position benutzen, um andere zu tyrannisieren, dann verlieren wir alle“, sagte Meryl Streep in ihrer Dankesrede. Der Auftritt kostete die siebenundsechzig Jahre alte Schauspielerin sichtlich Mühe, weil sie ihre Stimme fast vollständig verloren hatte.

          Heiser zählte sie auf, welche der anwesenden Schauspieler wo und unter welchen Umständen geboren sind: Natalie Portman in Jerusalem, Sarah Jessica Parker als eines von acht Kindern in Ohio, Amy Adams im italienischen Vicenza. Sie erwähnte auch die äthiopisch-irische Schauspielerin Ruth Negga, nominiert für ihre Rolle als Kleinstadtmädchen aus Virginia. Ohne Außenseiter und Zuwanderer sei Hollywood nichts. „Wenn du sie alle rauswirfst, kannst du nur noch Football und Mixed Martial Arts im Fernsehen anschauen!“, rief Streep unter dem Jubel des Publikums.

          Der eindrücklichste Auftritt des Jahres sei für sie gewesen, als der künftige Präsident in einer Wahlkampfrede einen körperlich behinderten Journalisten nachgeäfft habe. „Es hat mein Herz gebrochen, das zu sehen. Und ich kann es nicht vergessen, denn es war nicht in einem Film – es war das echte Leben.“ Das gebe anderen Menschen vermeintlich die Erlaubnis, dasselbe zu tun: „Respektlosigkeit lädt zu Respektlosigkeit ein, Gewalt animiert zu Gewalt.“

          „Ich habe nie einen körperlich behinderten Reporter „nachgeäfft“ (würde das nie tun)“, wies Donald Trump diese Aussage zurück. Er habe nur das „katzbucklige“ Verhalten des damaligen „Washington Post“-Reporters Serge Kovaleski in einer Diskussion um dessen Artikel zu den Terroranschlägen vom 11. September 2001 zeigen wollen.

          Trump bezeichnete die dreifache Oscar- und achtfache Golden-Globe-Gewinnerin daraufhin als „eine der überbewertetsten Schauspielerinnen in Hollywood“. Sie sei eine „Dienerin“ von Trumps früherer Konkurrentin Hillary Clinton, die „in großem Stil verloren“ habe, schrieb Trump am Montag auf Twitter.

          Trumps Namen hatte Meryl Streep gar nicht genannt, doch das war nicht nötig.Die Galagäste im Saal hörten gebannt zu. Viele reagierten sichtlich gerührt, einige hatten Tränen in den Augen. Auch beim Kurznachrichtendienst Twitter lobten viele Streeps Rede: „Ein überwältigender Moment, wie wir ihn selten im Fernsehen sehen“, schrieb etwa Regisseur Michael Moore.

          Anstoßen mit dem Preis: Emma Stone und Ryan Gosling räumten als beste Hauptdarsteller im Bereich Komödie/ Musical für ihre Rollen in „La La Land“ ab. Bilderstrecke

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