24.06.2004 · Viva hatte seinen Sendebetrieb am 1. Dezember 1993 aufgenommen; erst vor wenigen Monaten wurde eine große Jubiläumsparty zum zehnjährigen Bestehen gefeiert.
Der Kölner Musiksender Viva mit 600 Beschäftigten hatte eigentlich große Hoffnungen in das laufende Jahr gesetzt. Nachdem 2003 Verluste von 42 Millionen Euro verzeichnet wurden, hatte Viva-Chef Dieter Gorny erst jüngst nach harten Umstrukturierungen eine „vorsichtig zuversichtliche“ Prognose für 2004 ausgegeben. Einem guten internationalen TV-Geschäft und gefüllten Auftragsbüchern der Produktionsfirma Brainpool stehe allerdings ein weiter schwaches nationales Musik-TV-Geschäft gegenüber.
Bereits vor zwei Jahren hatte der amerikanische Medienriese Viacom mit seinem Konkurrenzsender MTV versucht, den Kölner Musiksender zu übernehmen und dabei heftig mit dem US-Medienkonzern AOL Time Warner gerungen. Damals konnte Gorny die Übernahmeofferte noch abwehren. Time Warner übernahm ein zweistelliges Aktienpaket und wurde damit 2002 zum größten Viva-Einzelgesellschafter.
Viva hatte seinen Sendebetrieb am 1. Dezember 1993 aufgenommen; erst vor wenigen Monaten wurde eine große Jubiläumsparty zum zehnjährigen Bestehen gefeiert. Die Viva Media AG war im Juli 2000 an die Börse gegangen und wurde am Neuen Markt in Frankfurt notiert. Nach großem Zuspruch bei den Zuschauern und einem gezielten Expansionskurs holten die Kölner 2001 die Brainpool TV AG ins Boot.
Heutige Fernsehgrößen wie Heike Makatsch oder Stefan Raab gehörten zu den ersten Viva-Moderatoren. Bands wie „Die Fantastischen 4“ oder „Guano Apes“ verdanken ihre Erfolge dem Kölner Sender, der sich von Anfang an zum Ziel gesetzt hatte, zu 40 Prozent deutschsprachige Musik zu spielen. Der Sender erreicht täglich rund 5,2 Millionen Zuschauer, von denen drei Viertel zwischen 14 und 29 Jahre alt sind.