18.04.2006 · Für ihre Berichterstattung über die Folgen des Hurrikans „Katrina“ sind zwei amerikanische Regionalzeitungen mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet worden. Bei der Verleihung am Montag gingen auch die „Washington Post“ und die „New York Times“ nicht leer aus.
Für ihre Berichterstattung über die Folgen des Hurrikans „Katrina“ sind zwei amerikanische Regionalzeitungen mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet worden.
Die Jury würdigte am Montag in New York die Arbeit der Reporter und Redakteure bei der Zeitung „The Times-Picayune“ in New Orleans und bei „The Sun Herald“ in Gulfport, Mississippi. Beide Zeitungen erhielten den Medienpreis in der Kategorie „Dienst an der Öffentlichkeit“.
Preise für „Washington Post“ und „New York Times“
Die „Times-Picayune“ gewann zusätzlich auch den Preis in der Kategorie für „Breaking News“, also für die Berichterstattung über unerwartete Ereignisse. Für investigativen Reportage-Journalismus wurden Susan Schmidt, James Grimaldi und Jeffrey Smith von der „Washington Post“ ausgezeichnet. Die Preise für erklärende Reportagen und für „Beat Reporting“ gingen an David Finkel und Dana Priest, beide von der Zeitung „Washington Post“.
Den Pulitzer-Preis in der begehrten Kategorie „National reporting“ gewannen James Risen und Eric Lichtblau von der „New York Times“ sowie die Redaktionen der „San Diego Union-Tribune“ und des Copley-Nachrichtendienstes.
Der Preis wird in mehr als 20 Kategorien verliehen
Der nach seinem Stifter, dem Journalisten und Verleger Joseph Pulitzer (1847-1911), benannte Pulitzerpreis wurde erstmals 1917 für hervorragende journalistische Leistungen vergeben. Seitdem wurde die Auszeichnung immer stärker gesplittet. Es gibt mehr als 20 Kategorien, darunter auch für Literatur und Musik.
Die Pulitzerpreise zählen zu den höchsten Auszeichnungen für amerikanische Schriftsteller und Journalisten. Die Jury, der hauptsächlich namhafte Verleger und Publizisten amerikanischer Printmedien angehören, hatte in ihrer Geschichte immer wieder künftige Nobelpreisträger für die Auszeichnung ausgewählt, darunter Ernest Hemingway und Toni Morrison.
Der am 10. April 1847 in Ungarn geborene Joseph Pulitzer war als 17jähriger in die Vereinigten Staaten ausgewandert. Er machte im Laufe seines Lebens mit seinen Zeitungsgründungen ein Vermögen. Pulitzer, der als Schöpfer der modernen amerikanischen Tagespresse gilt, hatte in seinem Testament eine Viertelmillion Dollar für den jährlich zu verleihenden Preis gestiftet.