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Medien : Mach! Dein! Eigenes! Magazin!

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Vieles am Kiosk ist austauschbar Bild: picture-alliance / dpa

Weg von Lisa-Lea-Laura: Markus Peichl, Vorsitzender der „Lead Academy“, über die Krise und die Chance der Zeitschriften, den Dialog mit den Lesern, neue Eliten und den Trend zur Religion.

          Der Journalist Markus Peichl ist seit langem Redaktionsleiter der Talkshow „Beckmann“. Ursprünglich aber ist er Zeitschriftenmacher, er hat einst das Zeitgeistmagazin „Tempo“ kreiert. Und er ist Vorsitzender der „Lead Academy“, die jedes Jahr Preise für die besten Magazine vergibt. Heute abend ist es in Hamburg wieder soweit. Unter zahlreichen Nominierten werden 25 Preisträger ermittelt. Wir haben Markus Peichl gefragt, wie es um die Zeitschriften-Branche steht und was die neuesten Trends sind. Der Siebenundvierzigjährige, der in Klosterneuburg bei Wien geboren wurde, muß es wissen, sichtet er doch seit zehn Jahren Tausende von Blättern, jeweils zum Jahreswechsel gleicht sein Büro einem Presse-Grosso.

          F.A.Z.: Sie sind Redaktionschef von „Beckmann“, als solcher aber offenbar nicht ausgelastet. Oder warum ackern Sie sonst für den „LeadAward“ jedes Jahr Tausende von Zeitschriften durch? Sind Sie am Ende immer noch Zeitschriftenmacher?

          Ausgelastet bin ich. Aber man gönnt sich ja sonst nichts, also gönne ich mir zusätzliche Arbeit. Ein Zeitschriftenmacherherz klopft noch in meiner Brust.

          Wenn Sie heute eine Zeitschrift auf den Markt bringen dürften, wie sähe die aus? Wie damals, als sie „Tempo“ erfanden?

          Nein, anders. Es gibt zwar heute jede Menge Zeitschriften, aber zuwenig gute. Es gibt zu viele Me-too-Produkte, zu viele Hefte, die keiner braucht, weil es sie ähnlich schon gibt. Als ich „Tempo“ gemacht habe, wollte ich ein Heft machen, das sich von allen anderen unterscheidet. Wir hatten Glück, weil wir uns relativ leicht absetzen und ein Massenpublikum erreichen konnten. Es gab kein Privatfernsehen, kein Internet und nicht diese Flut von Medienprodukten. Ein Generationenblatt als Massentitel geht heute nicht mehr.

          Es gibt immer mehr Titel, die Gesamtauflage aber sinkt. Wieso brauchen wir überhaupt neue Titel?

          Die Gesamtauflage sinkt, das stimmt. Dafür gibt es zwei Ursachen. Zum einen hat sich das Mediennutzungsverhalten stark verändert. Gerade das junge Publikum bedient sich der neuen Medien. Das Internet ist klar das Medium Nummer eins, nicht das Fernsehen oder Print.

          Die Vertreter der alten Medien sagen, das eine Medium ersetzt das andere nicht.

          Das ist eine interessengeleitete Einschätzung und - Quatsch. Viele Verlage haben noch nicht begriffen, was bei den jungen Leuten passiert und - welche Folgen das für sie hat. Man muß wissen, daß sich das Mediennutzungsverhalten im Alter zwischen zwei und neun Jahren ausprägt. Kinder, die lesen, die vorgelesen bekommen, kann man für Zeitschriften und Zeitungen gewinnen. Aber nur in 33 Prozent der Familien mit Kindern unter zehn Jahren wird heute noch vorgelesen. In zwei Drittel der Familien gibt es keine Geschichten, Träume oder Phantasien mehr, die auf einem Printmedium fußen.

          Das heißt, die Verlage sollen sich um die Leser im Kindergarten- und im Grundschulalter kümmern?

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