08.07.2004 · Die Zeit der "Kooperationen" zwischen dem Fernsehen und Firmen, die als Sponsoren oder Partner Geld fürs Programm geben, scheint sich dem Ende zuzuneigen.
Die Zeit der "Kooperationen" zwischen dem Fernsehen und Firmen, die als Sponsoren oder Partner Geld fürs Programm geben, scheint sich dem Ende zuzuneigen. Zumindest bemühen sich die öffentlich-rechtlichen Sender, diesen Anschein zu erwecken, und räumen - notgedrungen durch eine kritische öffentliche Debatte - ein wenig auf. Nach dem ZDF, dessen Programmdirektor Thomas Bellut erklärte, daß die mit finanziellen Zuschüssen verbundene Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit in der Sendung "Volle Kanne" nun zu Ende gehe, teilt der Rundfunk Berlin-Brandenburg mit, daß die Sendung "Arbeitsmarkt aktuell", die vom ORB-Fernsehen übernommen wurde, Ende des Jahres auslaufe.
Bei dieser handelt es sich - ähnlich wie bei den Infobeiträgen im ZDF - um einen Service für Arbeitssuchende. Gefertigt wird die Sendung als Auftragsproduktion vom Film- und Videostudio Berlin, die redaktionelle Verantwortung obliegt dem RBB, finanziert wird das Ganze von der Bundesagentur für Arbeit. Doch handele es sich nicht um "eine verdeckte Umwegfinanzierung zum Zweck der Einflußnahme", sagte der RBB-Sprecher Ulrich Anschütz, die Zusammenarbeit sei zum einen im Abspann der Sendung stets ausgewiesen worden und diese unter der redaktionellen Verantwortung des RBB entstanden. Gleichwohl zieht auch der RBB mit Blick auf die Vorbereitung einer Selbstverpflichtungserklärung der ARD zur Trennung von Werbung und Programm offenbar dieselben Schlüsse wie der Programmdirektor des ZDF.
ZDF akzeptiert gesetzliche Grenzen
Das löst zudem die umstrittene Zusammenarbeit zwischen dem Internetauftritt der "heute"-Nachrichten und T-Online auf, der als öffentlich-rechtlich-privates Joint-venture für drei Millionen Euro pro Jahr gut, aber seit Beginn im Jahr 2001 heftig umstritten war, vermarktet das ZDF damit doch seine Nachrichten auf kommerzielle Weise. Der Privatsenderverband VPRT und die Zeitungsverleger begrüßten denn auch diese Entscheidung. Offensichtlich sei das ZDF nun bereit, die gesetzlichen Grenzen zu akzeptieren, erklärte der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV). T-Online bedauerte das Ende der Kooperation mit dem ZDF. Ebenfalls verzichten will der Sender künftig auf die für die Anrufer besonders teuren 01 90-Nummern; Gewinnspiele und Kooperationen würden zudem allgemein reduziert. Hinweise auf etwaige Partner im Sendungsabspann sorgten in Zukunft für mehr Transparenz. Um diese will sich auch der Fernsehrat kümmern, der dazu gestern tagte.