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Medien Königshaus verklagt Klambt-Verlag auf Millionen

23.11.2004 ·  Jahrelang hatten die Klatschblätter des Klambt-Verlags zum größten Teil erfundene Geschichten über das schwedische Königshaus auf ihre Titelblätter gehoben. Nun drohen hohe Schmerzensgeldzahlungen.

Von Henrike Rossbach
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Dem Klambt-Verlag steht gewaltiger Ärger ins Baden-Badener Haus. Verantwortlich dafür ist der Hamburger Medienanwalt Matthias Prinz, der die schwedische Königsfamilie gegenüber acht bunten Blättern des Verlages vertritt.

Hintergrund: Zeitschriften wie „Frau mit Herz“, „7 Tage“ oder „Heim und Welt“ hatten jahrelang zum größten Teil erfundene Geschichten über das schwedische Königshaus auf ihre Titelblätter gehoben, inklusive Fotomontage. Jetzt verschärft Prinz die Gangart, gibt sich mit Gegendarstellungen und Widerruf nicht zufrieden, er fordert Schadensersatz und Schmerzensgeld, das die schwedische Krone wiederum wohltätigen Zwecken zukommen lassen will. Es soll nicht wenig sein.

„Müssen die Konsequenzen tragen“

Der Verlag habe sich jahrelang durch Lügengeschichten bereichert, begründet Prinz sein Vorgehen. Nun solle Klambt davon etwas abgeben. Die exakte Höhe der Forderungen - es geistert die Zahl von vier Millionen Euro durch die Branche - will Prinz nicht nennen: „Das legen wir in das Ermessen des Gerichts.“ Er habe dem Verlag nur anhand einzelner Beispiele vorgerechnet, was Gerichte in vergleichbaren Fällen entschieden hätten. Ein Vergleichsgespräch sei jedenfalls ergebnislos verlaufen, jetzt lande die Sache vor dem Richter. „Die haben sich die Geschichten ausgedacht, jetzt müssen sie die gesetzlichen Konsequenzen tragen“, sagt Prinz.

Der Klambt-Verlagsleiter Rüdiger Dienst weiß derweil zur Zeit nicht mehr, woran er ist. „Am liebsten würden wir mit den Geschädigten selbst sprechen“, sagt er. Daß eine Audienz bei Königin Silvia aber eher unwahrscheinlich ist, weiß er auch. Es würden unterschiedliche Millionenbeträge gehandelt: „Die schweben über uns wie ein Damoklesschwert“. Prinz habe zu einem Treffen mit Preisschildern versehene Titelbilder mitgebracht. „Das hätte sich auf zehn Millionen summiert“, sagt Dienst.

Solche Summen, „jede Millionensumme“, könne der Verlag, kleinster Anbieter im deutschen Yellow-Press-Markt, nicht leisten. „Das macht uns platt, dann können wir dreihundert Leute entlassen.“ Er wisse, daß der Verlag nicht ungeschoren davonkommen werde, „wir sind ja auch reuige Sünder. Aber man muß die Kirche im Dorf lassen“, sagt Dienst.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.11.2004, Nr. 275 / Seite 38
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