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Medien Dreieinigkeit: Neuer Vertrag für Aust beim „Spiegel“

04.10.2004 ·  Der Chefredakteur des "Spiegel", Stefan Aust, hat nach schwierigen Verhandlungen einen neuen Vertrag. Dieser läuft über zunächst drei und dann noch einmal zwei Jahre.

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Der Chefredakteur des "Spiegel", Stefan Aust, hat einen neuen Vertrag. Dieser läuft über zunächst drei und dann noch einmal zwei Jahre, wenn die Gesellschafter mit einer Verlängerung einverstanden sind. Sollten sie sich anders erntscheiden, steht Aust eine Abfindung zu.

Die Verhandlungen gestalteten sich dem Vernehmen nach schwierig. Aust schwebte offenbar ein längerer Vertragszeitraum als der jetzt vereinbarte vor. Die Einzelinteressen der drei Gesellschafter des "Spiegel" jedoch - die Mitarbeiter-KG mit 50,5 Prozent Anteilen, Gruner + Jahr mit 25,5 Prozent und die Erben des "Spiegel"-Gründers Augstein mit 24,5 Prozent - trafen sich: Für die Mitarbeiter-KG bietet ein kürzerer Amtszeitraum die Möglichkeit, schneller von ihrem Bestimmungsrecht Gebrauch zu machen, bei den Augstein-Kindern waren derweil persönliche Vorbehalte gegen Aust wiederholt augenfällig geworden und bei Gruner + Jahr schließlich war es der Streit um die Anteile an "Spiegel TV", der dazu führte, daß der Konzern ebenfalls für eine eher kürzere Amtszeit votierte.

Aust hatte zuvor wiederholt angeregt, daß Gruner + Jahr als Gesellschafter der Tochtergesellschaft "Spiegel TV" aussteigen müsse, um Probleme mit der Sendelizenz zu beseitigen. Er wollte statt dessen die Mitarbeiter beteiligen. Das hat Gruner + Jahr kategorisch abgelehnt. Weil der Verlag an der Fernsehtochter genauso wie am "Spiegel" beteiligt ist, fällt es "Spiegel TV" schwer, bei RTL als sogenannter "unabhängiger Dritter" zu senden - RTL gehört schließlich wie Gruner + Jahr zu Bertelsmann. Was die Konkurrenz von "Focus TV" in die Lage versetzt hatte, Alexander Kluge, der die Drittsendeplätze mit seiner Gesellschaft DCTP als Plattform verwaltert, von 2006 an die Hälfte der Sendeplätze von "Spiegel TV" abzuhandeln.

Was Gruner + Jahr aber nicht stört, handelt der Konzern doch nach der Maxime, daß man freiwillig seinen Einfluß niemals aufgibt. Die Dreieinigkeit der Gesellschafter also führte zu dem 3+2-Vertrag für den Chefredakteur, der nicht nur mit der konstant bei knapp über einer Million Exemplaren liegenden Auflage auf einen unbestrittenen publizistischen Erfolg verweisen kann. Über den Vertrag des "Spiegel"-Geschäftsführers Karl-Dietrich Seikel wird erst noch verhandelt.

Quelle: miha., Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.10.2004 / Nr. 232
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