20.06.2003 · Amerikas früherer Vizepräsident Al Gore will Berichten zufolge einen progressiven Nachrichtenkanal gründen, um dem Übergewicht konservativer Medien wie Murdochs „Fox News“ etwas entgegenzusetzen.
Al Gore, Vizepräsident mit zwei Amtsperioden und einer gescheiterten Präsidentschaftskandidatur, will zu seinen Ursprüngen zurückkehren: Vor dem Beginn seiner politischen Laufbahn, die ihn fast an die Spitze führte, hatte Gore für mehrere Zeitungen und für Rundfunkstationen gearbeitet. Wie verschiedene Medien jetzt berichten, bemüht sich Gore, einen progressiven Nachrichtenkanal zu gründen, um dem Übergewicht konservativer Medien wie "Fox News" von Rupert Murdoch etwas entgegenzusetzen. Wichtigster Partner von Gore ist Joel Hyatt, Mitbegründer der Firma "Hyatt Legal Services" und eifriger Spendensammler für die Demokratische Partei sowie für Gores knapp gescheiterten Präsidentschaftswahlkampf im Jahre 2000.
Nach Einschätzung von Vertrauten Gores und Hyatts ist jedoch kein politischer Nachrichtenkanal geplant oder gar ein "Gore-Fernsehen", sondern ausgewogene Radio- und Fernsehprogramme, die sich vor allem an ein junges Publikum wenden. Einflußreiche Hollywood-Produzenten sowie wohlhabende Unterstützer der Demokratischen Partei sollen bereits Investitionen in Höhe von mehr als zehn Millionen Dollar für das Projekt zugesagt haben. Gore persönlich soll mit der Führung des Kabelanbieters Comcast gesprochen haben, dem mit 21 Millionen Kunden größten amerikanischen Vertreiber von Radio- und Fernsehprogrammen, der das Angebot des neuen Kanals verbreiten soll.