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Matt Damon in „Der Plan“ Höhere Mächte

10.03.2011 ·  Ein Wahlverlierer trifft die große Liebe auf dem Männerklo und verteidigt sie schließlich gegen ominöse Weltenherrscher. Matt Damon füllt selbst solche märchenhaften Rollen, wie er in George Nolfis „Der Plan“ beweist.

Von Verena Lueken
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Matt Damon wird zunehmend zum Star einer fast vergessenen Art, in der sich die Fähigkeiten eines Charakterdarstellers mit der Wiedererkennbarkeit eines klassischen Kassenzugpferds vereinen. Er kann inzwischen alles spielen: den einsamen Actionhelden der „Bourne“-Trilogie (für deren Fortsetzung er offenbar aber nicht zur Verfügung steht), den dandyhaften Texas-Ranger in „True Grit“, dem Western der Coen-Brüder, der noch in den Kinos läuft, oder auch den einfachen Mann mit übersinnlichen Fähigkeiten wie kürzlich in Clint Eastwoods „Hereafter“.

Jetzt spielt er die Hauptrolle in „Der Plan“ von George Nolfi, inspiriert von einer Kurzgeschichte von Philip K. Dick aus den fünfziger Jahren und in die Jetztzeit transponiert. So folgen wir einer Geschichte, die zwischen Liebes-, Action- und Science-Fiction-Film angesiedelt ist, mit einigem Tempo vorangetrieben wird und ein märchenhaftes Ende findet.

Damon ist hier ein besonderer romantischer Held. Er muss seine Liebe nicht nur gegen die üblichen Widrigkeiten, sondern auch gegen höhere Mächte (das „Adjustment Bureau“ des Originaltitels) verteidigen, die ihre eigenen Pläne mit ihm haben. Diese Mächte tragen Hut und bestehen aus einem eleganten Team, in dem John Slattery und Terence Stamp die Fäden des Weltgeschehens ziehen.

Damon spielt den jungen Kongressabgeordneten David Norris, der sich um den Sitz des New Yorker Senators bewirbt. Er ist ein politisches Naturtalent, wobei als Vorbild der Rolle offensichtlich John F. Kennedy diente mit seiner jungenhaften Art, die Wähler auf seine Seite zu ziehen, weil er so authentisch wirkte, wobei für diese Authentizität bei Norris sein Redenschreiber (Michael Kelly) sorgt.

Rettender Regen

Im letzten Augenblick aber verliert Norris die Wahl. Im Waschraum probt er seine Verliererrede. Und dort, auf dem Männerklo, begegnet er seiner großen Liebe. Emily Blunt spielt diese Frau, eine Tänzerin der Cedar Lake Dance Company, was zu einigen atemraubend schönen Trainings- und Vorstellungseinlagen Anlass gibt.

Sind wir alle manipuliert? Ist unser Schicksal vorgezeichnet? Können wir dagegen etwas tun? Und was hat es mit dem freien Willen auf sich? Das sind so die Fragen, an denen entlang der Film sich entwickelt, wobei man dem übergeordneten Plan offenbar durch Rennen im Regen vorübergehend entkommen kann. Das führt zu einigen spektakulären Verfolgungsjagden, denen man trotz prächtiger Effekte zuschauen kann, ohne die Orientierung zu verlieren.

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Jahrgang 1955, stellvertretende Leiterin des Feuilleton.

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