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Trauer um Michael Ballhaus : „Er hat mir den Spaß am Filmen zurückgegeben“

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Jahrzehnte der Freundschaft und Zusammenarbeit: Martin Scorsese und Michael Ballhaus bei den Dreharbeiten „Departed – Unter Feinden“ (2006) Bild: Allstar/Warner Bros

Sie hätten viel von ihm gelernt, sagen Martin Scorsese und Wolfgang Petersen. Die beiden Regisseure trauern um den Kameramann Michael Ballhaus und erinnern sich an gemeinsame Filme.

          Der amerikanische Regisseur Martin Scorsese hat den Tod von Michael Ballhaus einen großen persönlichen Verlust genannt. Über zwanzig Jahre lang habe ihn mit dem Kameramann eine „wirklich kreative Partnerschaft und eine sehr enge und dauerhafte Freundschaft“ verbunden. Ballhaus habe schon mit Rainer Werner Fassbinder Filmgeschichte geschrieben, als Scorsese ihn kennengelernt habe, erinnert sich der Regisseur von Filmen wie „Zeit der Unschuld“, „Gangs of New York“, „Die letzte Versuchung Christi“, „Good Fellas“, „Die Farbe des Geldes“ oder „Departed“. Ballhaus habe ihm in den achtziger Jahren, in einem Tief seiner Karriere, wieder Spaß am Filmemachen gemacht. „Er hat mir wirklich etwas beigebracht“, schreibt Scorsese in einer persönlichen Stellungnahme zum Tod des Kameramanns, „und er hat mein Art verändert, wie ich über das Filmemachen denke.“

          Für den Regisseur Wolfgang Petersen ist der Tod des Kameramann „ein schlimmer Schlag“. Er drehte mit Michael Ballhaus den Virus-Thriller „Outbreak“ (1995) mit Dustin Hoffman und das Action-Spektakel „Air Force One“ (1997) mit Harrison Ford. Schon als Student habe Petersen Ballhaus an der Filmakademie in Berlin kennengelernt, der mit Anfang 30 dort Kamera unterrichtet habe. „Das hat solch einen Spaß gemacht, als der Lehrer und der Schüler so viele Jahre später mit ‚Outbreak‘ zusammen einen Film drehten. Michael und ich waren uns sehr ähnlich, wir wollten, dass sich die Leute und das Team am Set wohl fühlten. Er war ja einer, der immer gute Laune hatte. Er hatte immer sein breites, schönes Lächeln im Gesicht. Und wenn zwei sich so freuen, dann bleibt den anderen gar nichts übrig, als sich auch zu freuen. Bei den Dreharbeiten mit großen Stars herrschte eine richtige Partystimmung, das war wunderbar.“ Der Regisseur könne sich vorstellen, dass jetzt eine Trauerwelle durch das Filmgeschäft gehe. Ballhaus habe mit so vielen gearbeitet, die ihn alle sehr gemocht hätten. „Alles um Michael herum war Leben, Lebensfreude, Lebenslust, Menschenliebe. Er hatte etwas ganz Positives“, sagte Wolfgang Petersen.

          Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier würdigte Ballhaus als einen „der größten Kameramänner der Filmgeschichte“. An die Witwe Sherry Hormann schrieb Steinmeier: „Er war Filmemacher im besten Sinne und ein herausragender Künstler. Er hat das kulturelle Leben weit über unser Land hinaus bereichert, und dafür werden wir ihm immer dankbar sein.“ Ballhaus habe Fassbinder und mit ihm eine ganze Generation von Schauspielern, Drehbuchschreibern, Filmemachern auf die Leinwand gebracht. „In den Bildern der gemeinsam entstandenen Filme spiegelte sich nicht nur die Zerrissenheit unseres Landes zu jener Zeit. Sie vermitteln uns vor allem den Mut zum kulturellen Aufbruch, der damals nicht weniger notwendig war als heute.“

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