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Margot Robbie im Gespräch : Viel Eis und kaum Dollars

  • -Aktualisiert am

Margot Robbie als Tonya Harding in dem FIlm „I, Tonya“. Bild: © DCM

Margot Robbies erster eigener Film erzählt von der „Eishexe“ Tonya Harding. Im Interview spricht sie über das echte Verbrechen, falsche Verurteilung und darüber, dass sie wahrscheinlich mit all dem kein Geld verdienen wird.

          Margot Robbie könnte auch als Instagram-Beauty durchgehen, die gern Schminktipps und Duckfaces ausprobiert. Die blonde 27-Jährige sagt selbst, sie sehe aus wie „ein Zahnpastamodel“, was sie jedoch „scheiße findet“, weil sie lieber andere Rollen spielen würde „und es auch kann“. Und es auch tut. Jetzt kommt Margot Robbies erster selbst produzierter Film in die Kinos. „I, Tonya“ erzählt die Geschichte der amerikanischen Eisläuferin Tonya Harding, die 1994 als „Eishexe“ bekannt wurde, nachdem ihr Ehemann ihre Konkurrentin Nancy Kerrigan mit einer Eisenstange attackieren ließ. Robbie übernahm mit ihrer Firma nicht nur die Produktion, sondern auch noch die Hauptrolle der ehrgeizigen Unsympathin, sie wagte sich aufs Eis und sprang Axel und Lutze. Der Film wurde für drei Oscars nominiert und verschaffte Allison Janney als kalter, kettenrauchender Albtraummutter die Trophäe als beste Nebendarstellerin.

          Sie porträtieren Tonya Harding als brüske junge Frau aus dem Arbeitermilieu und aus einer kaputten Familie. Sie hat einen schlechten Geschmack bei Trikots, Frisuren und Männern, aber sie war nicht schuld an der Attacke auf Nancy Kerrigan. Wann fingen Sie an, Tonya zu mögen?

          Als ich das Drehbuch durchgelesen hatte. Diese Geschichte ist eine klassische Tragödie. Tonya war ein typisch amerikanischer Underdog, der den Amerikanischen Traum jagt, fast alles erreicht und kurz vor dem Sieg einen tiefen Fall erlebt. Das ist für einen Zuschauer natürlich spannend - gleichzeitig ist es auch frustrierend und herzzerreißend dabei zuzusehen, wie jemand mit so viel Talent alles verliert.

          Warum ist aus Harding nie eine Heldin, ein Sportstar geworden?

          Tonya hatte eine brutale Kindheit. Dann galt sie in der Sportart, in der sie so überragend war, immer als „white trash“ und war im Kreis der Eisprinzessinnen nie willkommen. Trotz aller Widerstände kämpfte sie sich durch. Mir gefiel, dass das Skript Tonya nicht nur als Opfer ihrer Lebensumstände darstellte, sondern auch ihre Schwächen und Fehler aufzeigte.

          Trotzdem wurde sie für etwas verurteilt, was außerhalb ihres Wissens und ihrer Verantwortung lag.

          Genau, und das ist das große Unrecht. Dafür wird sie der Öffentlichkeit für alle Ewigkeit in Erinnerung bleiben, obwohl sie mit der Tat selbst rein gar nichts zu tun hatte. Das ist völlig unfair.

          Margot Robbie bei der Oscar-Verleihung am 4. März.

          Was hat Sie dazu veranlasst, die wilde Lebensgeschichte der heute 47-jährigen Tonya Harding auch noch zu produzieren?

          Etwas Besseres als dieses Drehbuch habe ich noch nie gelesen. Ich suchte für meine Produktionsfirma gerade eine Geschichte, die in den oberen Independent-Sektor passt und in der eine Frau im Mittelpunkt steht. Mein Hauptmotiv war aber, wie originell Autor Steven Rogers die Story erzählt hat. Ich lese so viele Drehbücher, wenn mir mal eins in die Hände fällt, bei dem ich den Verlauf der Geschichte nicht voraussagen kann, ist das ein Genuss! Ich tendiere nicht zum Mainstream.

          Filmproduktion ist für Sie also nicht nur die Möglichkeit, sich noch einen zusätzlichen Scheck einzustecken.

          Im Gegenteil, die Finanzierung war ein großes Problem! Man macht heute kaum noch Geld mit Independent-Filmen. Trotzdem sind sie lohnend und bereichernd. Dieser Film war eine der wunderbarsten Erfahrungen meines Lebens. Ob ich damit je einen Dollar verdiene, ist fraglich. Dennoch würde ich um nichts in der Welt auf diese Erfahrung verzichten wollen.

          Ihre Rolle muss sehr anstrengend gewesen sein. Sie mussten schließlich überzeugend eislaufen. Oder war das für eine ehemalige Eishockeyspielerin leicht?

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