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Kinovorschau : Störfälle auf der ganzen Linie

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Immer noch aktuell: Die Wolke Bild: concorde

Gudrun Pausewangs „Die Wolke“ ist von Donnerstag an im Kino zu sehen. Außerdem: Die ungeklärte Vaterschaft von Felicity Huffman, Uma Thurman als Musicalstar und Natalie Portman unwiderstehlich im Widerstand.

          Gudrun Pausewangs „Die Wolke“ ist von Donnerstag an im Kino zu sehen. Außerdem: Die ungeklärte Vaterschaft von Felicity Huffman, Uma Thurman als Musicalstar und Natalie Portman unwiderstehlich im Widerstand.

          Die Wolke

          Drama, Deutschland 2006.

          Meret Becker in „Komm näher”
          Meret Becker in „Komm näher” : Bild: dpa/dpaweb

          In der hessischen Burgenstadt Schlitz lebt die 16jährige Hannah (Paula Kalenberg) wie ein typischer Teenager: Sie hat Probleme in der Schule, trifft sich gern mit Freunden und hat sich in ihren neuen Mitschüler Elmar (Franz Dinda) verguckt. Doch als sich die beiden erstmals zärtlich annähern, kommt es in einem Kernkraftwerk bei Frankfurt zur Katastrophe. Dem Reaktor entweicht eine radioaktiv verstrahlte Wolke, die unaufhaltsam auf Schlitz zutreibt. Regisseur Gregor Schnitzler, der schon „Soloalbum“ verfilmt hat, hat aus Gudrun Pausewangs Post-Tschernobyl-Jugendbuchbestseller „Die Wolke“ einen Film gemacht, in dem das Liebesdrama der eigentlichen Katastrophe die Show stiehlt.

          Komm näher

          Komödie, Deutschland 2006.

          Vanessa Jopp verknüpft in ihrem Film „Komm näher“ Einzelschicksale im winterlichen Berlin: Mathilda (Meret Becker), die sich in einen Polizisten verliebt, ist die Schwester von Ali (Stefanie Stappenbeck), die mit David (Marek Harloff) ein Kind hat, aber in ihrem Beruf als Architektin weitermachen will, was zur Krise führt.

          Eine Wurstbude, eine Polizeistation, Küchen, Kneipen, Alt- und Neubauwohnungen, das sind die Schauplätze in „Komm näher“, und am Ende hat der Film mindestens ebensoviel von der Stadt erzählt wie von seinen traurigen Helden, die immer wieder über ihre eigenen Füße stolpern beim Versuch, ihr Leben auf die Reihe zu kriegen.

          The Producers

          Komödie, Vereinigte Staaten 2005.

          Um unerkannt Geld am Fiskus vorbeizuschleusen, wollen Max und Leo den größten Flop der Musicalgeschichte produzieren. Wider Erwarten wird ihr Stück „Frühling für Hitler“ jedoch ein großer Erfolg. In den Hauptrollen sind Nathan Lane, Matthew Broderick und Uma Thurman, die die schwedische Sängerin Ulla verkörpert, zu sehen.

          Hinter dieser turbulenten Broadway-Satire steckt Mel Brooks: Sein erfolggekröntes Musical „The Producers“ wurde für die Leinwand umgeschrieben und findet nun durch Regisseurin Susan Stroman seinen Weg ins Kino.

          Transamerica

          Drama, Vereinigte Staaten 2004.

          „Desperate Housewives“-Star Felicity Huffman spielt in Duncan Tuckers Film „Transamerica“ die konservative transsexuelle Bree, die seit Jahren in Los Angeles auf den letzten operativen Eingriff zur perfekten Weiblichkeit hinarbeitet. Doch gerade als sie das Geld für den finalen Schnitt zusammen hat, meldet sich Toby, ein in New Yorker Jugendhaft einsitzender Teenager, der seinen Vater Stanley sucht.

          Bree realisiert, daß Toby das Ergebnis seiner einzigen Beziehung zu einer Frau ist. Er ist sozusagen sein Vater - oder nun so etwas wie seine Mutter. Auf Anraten ihrer Therapeutin reist Bree nach New York, um die Geschichte aus ihrer männlichen Vergangenheit zu klären. Doch anstatt sich zu bekennen, läßt sie Toby im Glauben, sie sei eine christliche Missionarin, die ihn, der im Pornogeschäft Karriere machen will, wieder auf den rechten Weg bringen will.

          V wie Vendetta

          Action, Großbritannien / Deutschland 2006.

          Das totalitäre Regime von Adam Sutler (John Hurt) hat die Welt im Griff. Sämtliche Gegner sind eliminiert. Allein der maskierte V (Hugo Weaving) leistet noch massiven Widerstand. Als er eines Nachts die attraktive Evey (Natalie Portman) vor der Polizei beschützt, gewinnt er eine erste Mitstreiterin. Auch sie wird zur Widerstandskämpferin.

          James McTeigue ließ sich bei seinem Regiedebüt von den erfolgserprobten „Matrix“-Brüdern Andy und Larry Wachowski das Drehbuch schreiben.

          Zum Ausziehen verführt

          Komödie, Vereinigte Staaten 2006.

          Der attraktive Mittdreißiger Trip (Matthew McConaughey) lebt bei seinen Eltern. Für ihn ist die Welt in Ordnung, so lange er im „Hotel Mama“ von selbiger verwöhnt und bedient wird. Als er sich in eine attraktive Frau („Sex in the City“-Star Sarah Jessica Parker) verliebt, unterstützen die Eltern seine Bemühungen nach Kräften.

          Regisseur Tom Dey erzählt die Geschichte von Eltern, die ihren Nesthocker loswerden und in die ungewollte Freiheit entlassen wollen.

          3° kälter

          Drama, Deutschland 2005.

          Marie (Bibiana Beglau) und Frank (Johann von Bülow) sind glücklich verheiratet, und dennoch denkt Marie oft an ihre große Liebe Jan. Steini und Jenny (Meret Becker) ziehen zusammen, und Olli (Florian Fitz) trifft zum ersten Mal auf Babette.

          Florian Hoffmeister erzählt in seinem Regiedebüt drei Geschichten aus einer Gewitternacht im Winter. Alles dreht sich um die zentrale Frage, was wichtiger ist: zu lieben oder geliebt zu werden? Hoffmeister stand bisher bei Filmen wie „Liegen lernen“ oder „Berlin is in Germany“ hinter der Kamera.

          Die zweite Hälfte der Nacht

          Drama, Italien 2003.

          Die große Liebe verbindet Martino (Giorgio Pasotti) mit dem Kino. Er arbeitet als Nachtwächter im Turiner Filmmuseum, hat sich dort eine kleine Wohnnische eingerichtet und sieht sich ungestört seine Lieblingsfilme an. Amanda (Francesca Inaudi), die sich vor der Polizei verstecken muß, findet dort auch Unterschlupf.

          Martino, an seine Einsamkeit gewöhnt, hat nun plötzlich eine Art Zimmergenossin und versucht wie Amanda, sich mit der neuen Situation anzufreunden. Regisseur Davide Ferrario drehte am Originalschauplatz und wurde für diese besondere Liebesgeschichte auf der Berlinale 2004 gleich zweifach ausgezeichnet.

          Zur falschen Zeit am falschen Ort

          Dokumentarfilm, Deutschland 2005.

          Regisseurin Tamara Milosevic berichtet von einem Vorfall im tristen Potzlow in Brandenburg. 2002 stand die 450-Seelen-Gemeinde im Medieninteresse, als dort der 17jährige Marinus von drei Jugendlichen brutal gefoltert, zu Tode gequält und in einer Jauchegrube versenkt wurde.

          Inzwischen ist vermeintlich wieder Ruhe eingekehrt. Doch es gibt auch Menschen wie den 17jährigen Matthias. Er war Marinus Freund und hat dessen Leiche ausgegraben. Seitdem ist er schwer traumatisiert und leidet bis heute unter heftigen Depressionen.

          Quelle: @aper mit Material aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, von AP und der dpa

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