21.03.2006 · Im Bespitzelungsdrama „Das Leben der Anderen“ ist kein Platz für DDR-Nostalgie. Außerdem ab Donnerstag im Kino: Räuber Hotzenplotz klaut eine Kaffeemühle, und Jodie Foster klärt elegant in Manolo Blahniks einen Bankraub.
Im Bespitzelungsdrama „Das Leben der Anderen“ ist kein Platz für DDR-Nostalgie. Außerdem ab Donnerstag im Kino: Räuber Hotzenplotz klaut eine Kaffeemühle, und Jodie Foster klärt elegant in Manolo Blahniks einen Bankraub.
Das Leben der Anderen
Drama, Deutschland 2005.
„Das Leben der anderen“, das Spielfilmdebüt des Regisseurs Florian Henckel von Donnersmarck, spielt in der DDR der achtziger Jahre, ist nicht nostalgisch, und lustig ist er auch nicht. Er macht sehr unmißverständlich klar, daß diese DDR eben nicht der vertrottelte, etwas zurückgebliebene und liebenswert stillose Staat war, als den ihn die Retroshows der letzten Jahre haben erscheinen lassen. Er hat eine Reihe von Schauspielern, die ihn tragen, aber nicht halb so viele Stars wie „Elementarteilchen“: Sebastian Koch, Martina Gedeck, Ulrich Mühe, Ulrich Tukur. Er erzählt von der Allgegenwart der Bespitzelung und von einem Lauscher, der von dem, was er hört, verändert wird. Die anderen, das sind der regimetreue Dramatiker und seine Freundin, eine Schauspielerin, in die der Stasimann sich auf den ersten Spitzelblick verliebt. Er kann sie nicht retten, aber er wird dennoch seine eigene Stasi-Karriere ruinieren.
Inside Man
Thriller, Vereinigte Staaten 2006.
Clive Owen schaut in Spike Lees „Inside Man“ anfangs von der Leinwand ins Publikum und verkündet, er werde den perfekten Bankraub begehen. Als Anstreicher verkleidet, dringt er mit seinem Team in eine Bank in Manhattan ein. Für die Geiseln, die sie nehmen werden, haben die Bankräuber Overalls mitgebracht, wie sie selbst sie tragen. So werden Täter und Opfer ununterscheidbar.
Dazu kommt klar und kühl, schneidend und latent gefährlich Jodie Foster als Ermittlerin, die dem Polizisten Denzel Washington unter die Arme greift. Im Chanel-Kostüm und High Heels von Manolo Blahnik tritt sie glamouröser denn je auf und darf einmal eine richtige Bitch spielen.
Der Räuber Hotzenplotz
Kinderfilm, Deutschland 2006.
Alles, was ein Märchen braucht, und einige Schauspielprominenz hat Regisseur Gernot Roll in seiner Verfilmung des ewigen Kinderbuch-Bestsellers von Otfried Preußler zusammengebracht: eine Fee (Barbara Schöneberger), einen Zauberer (Rufus Beck) - und natürlich den unverwüstlichen Räuber Hotzenplotz (Armin Rohde).
Der hat seinem Motto „Ich raube mir, was mir gefällt“ alle Ehre gemacht und die Kaffeemühle der Großmutter (Christiane Hörbiger) geklaut. Das ruft nicht nur den Wachtmeister Dimpfelmoser (Piet Klocke) und eine Wahrsagerin (Katharina Thalbach) auf den Plan, auch Kasperl und Seppel (Martin Stührk und Manuel Steitz) machen sich auf die Jagd nach dem unverschämten Dieb.
Dreamer - Ein Traum wird wahr
Drama, Vereinigte Staaten 2005.
John Gatins erzählt in seinem Regiedebüt eine Geschichte, die auf wahren Begebenheit beruht: Pferdetrainer Ben (Kurt Russell) arbeitet für einen erfolgsorientierten Stallbesitzer, der ihm eines Tages befiehlt, das Pferd Sonador wegen einer Verletzung zu töten.
Bens Tochter Cale (bekannt aus „Krieg der Welten“: Dakota Fanning) liebt Sonador, und ihr zuliebe kündigt Ben seinen Job und päppelt das Pferd wieder auf, daß es sogar wieder bei einem Rennen teilnimmt.
Geliebte Lügen
Drama, Großbritannien 2005.
Der erfolgreiche Anwalt James lebt seit Jahren ein glückliches sorgenfreies Leben in London und auf seinem Landsitz, an seiner Seite Ehefrau Anne (Emily Watson). Diese beginnt eine Affäre mit dem attraktiven jüngeren Bill (Rupert Everett) - nicht aus Liebe, sondern aus Langeweile.
Zunächst gelingt die Geheimhaltung, doch dann geschieht ein folgenschwerer Autounfall mit Fahrerflucht. Dabei wird der Sohn von James' Haushälterin getötet, und es wird schnell klar, daß Bills Auto in den Unfall verwickelt war. Oscar-Preisträger Julian Fellowes („Gosford Park“) verfilmte sein eigenes Drehbuch und zeigt, wie aus einer Lüge ein Verbrechen wird, das die ländliche britische Idylle zu zerstören droht.
Antarctica - Gefangen im Eis
Action, Vereinigte Staaten 2005.
Nach rund zehn Jahren meldet sich Regisseur Frank Marshall in den Kinos zurück. Angeregt durch eine tatsächliche Begebenheit vor etwa 50 Jahren inszenierte er einen spannenden Abenteuerfilm über drei Männer, die eine Antarktis-Expedition unternehmen.
Jerry, sein bester Freund Cooper und Geologe David geraten bei schlechtem Wetter mit ihren acht Schlittenhunden in eine Notlage und sehen sich gezwungen, die Hunde um der eigenen Rettung willen zurückzulassen. Mit Jason Biggs, Paul Walker und Bruce Greenwood.
The Hills Have Eyes - Hügel der blutigen Augen
Horror, Vereinigte Staaten 2006.
Die Familie Carter ist mitsamt ihren zwei Hunden auf dem Weg in den Urlaub. Mit ihrem komfortablen Wohnmobil reisen sie durch die kalifornische Wüste, als mitten in der Nacht das Fahrzeug zusammenbricht. Aus heiterem Himmel wird die Familie von einer aggressiven Meute brutal angegriffen.
Es handelt sich um degenerierte und deformierte Menschen, die Opfer eines nuklearen Unfalls geworden sind. Der Film von Regisseur Alexandra Aja ist ein Remake des Klassikers von Wes Craven, der als Co-Produzent zur Seite stand.
Aus der Ferne
Dokumentarfilm, Deutschland 2005.
„Aus der Ferne“ ist eine Reise durch die Türkei, die der Regisseur Thomas Arslan selbst im Mai und Juni des Jahres 2005 unternommen hat. Der Film zeigt Momente dieser Reise, die abseits der geläufigen Motive aus der heutigen Türkei sind - Impressionen des Alltags aus den westlichen Städten wie Istanbul und Ankara bis zu den vor kurzem noch umkämpften Regionen im Osten des Landes.
Die Reiseroute führte bis an die iranische Grenze und zeigt den sehr persönlichen Blick des Filmemachers auf dieses Land.
Und wenn sie nicht gestorben sind ... Die Kinder von Golzow
Dokumentarfilm, Deutschland 2006.
Die von Barbara und Winfried Junge 1961 begonnene Chronik der Kinder von Golzow im Oderbruch hat als älteste Langzeitchronik der Filmgeschichte inzwischen Eingang in das Guinness-Buch der Rekorde gefunden.
Das Ehepaar begleitete über die Jahre Menschen der Jahrgänge 1953 bis 1955, die in der DDR geboren wurden, die als erste nach sozialistischen Idealen erzogene Generation, die in Golzow aufwuchs und in der Mitte ihres Lebens Bürger der Bundesrepublik wurden.