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Kinovorschau Missionen der Möglichkeiten

02.05.2006 ·  Tom Cruise macht in „Mission Impossible III“das Unmögliche zum Kinderspiel. Außerdem von Donnerstag an im Kino: Gwyneth Paltrow als Tochter von Anthony Hopkins, ein Dieb, der ein Baby klaut, und streitende Nachbarn, die gemeinsam verreisen.

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Tom Cruise macht in „Mission Impossible III“das Unmögliche zum Kinderspiel. Außerdem von Donnerstag an im Kino: Gwyneth Paltrow als hochbegabte Tochter von Anthony Hopkins, ein Dieb, der ein Baby klaut und streitende Nachbarn im Rollstuhl, die gemeinsam verreisen.

Mission: Impossible III

Action, Vereinigte Staaten 2006.

„M:i:III“, wie der Film weltweit auf den Plakaten genannt wird, läßt das Unmögliche mal wieder zur lösbaren Aufgabe schrumpfen. Der Regisseur J. J. Abrams hat durchaus ein Gespür für aufregende Bildkompositionen, doch er verschleudert sie, als wären sie nur für den kleinen Bildschirm gemacht, wo grandiose Totalen zum unscharfen Gewimmel tendieren. Seine Choreographie für zwei Hubschrauber und ein Dutzend Windräder ist definitiv eine Welturaufführung: ein Rotorblätterballett mit viel Feuerwerk, eine gelungene Symbiose des Analogen mit dem Digitalen. Der handelsübliche Exotismus - Randale in Pseudo-Berlin (weil Wolfgang Thierse keine Dreherlaubnis für den Reichstag gewährte), Explosionen im Pseudo-Vatikan (weil auch der Papst dem Scientologen Cruise die Dreherlaubnis an Originalschauplätzen verwehrte) und auf einer Brücke in Virginia, Seiltricks in Schanghai - bebildert dann jedoch genau den Reisekatalog, mit dem jeder Agentenfilm seit James Bond seinem Publikum Weltläufigkeit simuliert. Tom Cruise spielt zum dritten Mal Agent Ethan Hunt und soll alle Stunts selbst erledigt haben, die Show wird ihm jedoch von Schauspielgröße Philip Seymour Hoffman und Schönheit Michelle Monaghan gestohlen.

Der Beweis - Liebe zwischen Genie und Wahnsinn

Drama, Vereinigte Staaten 2005.

Catherine (Gwyneth Paltrow) verliert ihren Vater Robert (Sir Anthony Hopkins), einen genialen Mathematikprofessor, der kurz vor seinem Tod zunehmend unter geistigen Ausfällen gelitten hatte. Während ihre Schwester versucht, den Nachlaß des Vaters zu ordnen, will Catherine mit Hal (Jake Gyllenhaal), einem Studenten ihres Vaters, dessen mathematischer Brillanz auf die Spur kommen.

Dabei stellt sie fest, daß sie offensichtlich nicht nur die Begabung ihres Vaters geerbt hat, sondern auch dessen Krankheit. Regisseur John Madden (drehte mit Paltrow bereits „Shakespeare in Love“) zeichnet mit Rückblenden das Vater/Tochter-Verhältnis und zeigt, wie schwierig es für Catherine ist, sich ihren Ängsten und Gefühlen zu stellen.

Tsotsi

Drama, Südafrika / Großbritannien 2005.

„Tsotsi“ heißt Gangster, der junge Held im südafrikanischen Township heißt, wie er ist, und der Film „Tsotsi“ von Gavin Hood gewann den diesjährigen Oscar für den besten fremdsprachigen Film.

Tsotsi (Presley Chweneyagae) ist 19 Jahre alt und geht über Leichen; erst als er nach einem Raub mit einem Baby dasteht, beginnt er widerwillig, sein Leben ein wenig zu ändern. Das bißchen Hoffnung, welches der Film am Ende verbreitet, ist gut dosiert: Es glimmt wie ein Funke, weil es nicht überstrahlen kann, was man vorher in dem Ghetto am Rande von Johannesburg gesehen hat.

Sabah

Drama, Kanada 2005.

Die Regisseurin Ruba Nadda ist gebürtige Kanadierin mit muslimischen Wurzeln, die für ihren ersten Kinofilm aus ihren religiösen und familiären Wertsystemen schöpft. Sie erzählt die Geschichte der 40jährigen Sabah (Arsinée Khanjian), die vor vielen Jahren mit ihrer Familie nach Kanada ausgewandert ist. Nach dem Tod ihres Vaters besinnt sie sich mehr denn je auf arabische Traditionen, an ihrer Seite wacht ihr Bruder Majid (Jeff Seymour) über die Familienehre.

Als Sabah im Schwimmbad Stephen (Shawn Doyle) kennenlernt, der bereits geschieden und Christ ist, gerät ihr geregeltes Leben aus den Fugen. Sie verliebt sich Hals über Kopf und ist hin- und hergerissen zwischen Tradition und Lebenslust.

Maria an Callas

Drama, Deutschland 2005.

Der melancholische, aber doch hoffnungsvolle Film ist das Debut der Regisseurin Petra Katharina Wagner und bietet sowohl optisch als auch atmosphärisch einen idealen Rahmen für dramatische Gefühle. An der kargen Ostseeküste leben so ruhige, aber doch humorvolle Menschen wie Anni (Claudia Michelsen), die eines Tages Besuch von Jost (Götz George) bekommt.

Jost hatte nach dem Tod seiner Frau Maria festgestellt, daß diese eine Internet-Freundschaft mit Anni (Internet-Name: Callas) gepflegt hat. Jost verschweigt Anni den Tod von Maria und führt den E-Mail-Wechsel fort. Schließlich reist er sogar zu Anni, um festzustellen, daß auch sie - wie Maria - bei ihrer Persönlichkeitsbeschreibung sehr kreativ war.

Aaltra

Komödie, Frankreich / Belgien 2004.

Die Nachbarn Gus Vives (Gustave Kervern) und der Bauer Ben (Benoît Delepine) geraten bei einem heftigen Streit aufeinander einprügelnd unter dem umkippenden Traktor von Ben. Daraufhin an den Rollstuhl gefesselt, entdecken sie ihre Sympathie füreinander und beschließen, gemeinsam nach Finnland zu trampen, um den Hersteller des Traktors (die Firma „Aaltra“) zu verklagen.

Ihr Weg in den Norden gerät zu einer Abfolge absurder und vor allem komischer Situationen. Die Regisseure Benoît Delepine und Gustave Kervern verfilmten ihr Drehbuch zu einer trockenen schwarzen Komödie und erhielten dabei Unterstützung des Finnen Aki Kaurismäki.

Midnightmovies

Dokumentarfilm, Vereinigte Staaten 2005.

Die Dokumentation über die gleichnamige Filmreihe, die in den 70er Jahren in den Vereinigten Staaten gedreht wurden, macht den gesellschaftlichen Umbruch der Nachkriegszeit deutlich und zeigt Beispiele für Erneuerungen des Genres.

Regisseur Stuart Samuels stellt Drehbuchautoren, Schauspieler und Produzenten in Interviews vor, deren Filme zu Klassikern geworden sind, wie zum Beispiel „Night of the Living Dead“, „Pink Flamingos“ oder „The Rocky Horror Picture Show“. Diese Streifen erregten Aufsehen durch ästhetische Provokation ebenso wie durch inhaltliche Tabubrüche und spiegelten damit die Jugendrevolte dieser Jahre wieder.

Quelle: @aper mit Material aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, von AP und der dpa
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