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Kinovorschau Kalte Krieger und Eiszeithelden

04.04.2006 ·  George Clooney erklärt das amerikanische Nachrichtenfernsehen der fünfziger Jahre. Außerdem von Donnerstag an im Kino: Urzeit-Hörnchen, die einen Staudamm bauen, eine Miss-Marple-Parodie und eine Supermarktpleite.

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George Clooney erklärt das amerikanische Nachrichtenfernsehen der fünfziger Jahre. Außerdem von Donnerstag an im Kino: Urzeit-Hörnchen, die einen Staudamm bauen, eine Miss-Marple-Parodie und eine Supermarktpleite.

Good Night, and Good Luck

Drama, Vereinigte Staaten 2005.

George Clooney ist hier nicht nur in einer Nebenrolle zu sehen, sondern war auch als Drehbuchautor und Regisseur dieses in Schwarz-Weiß gedrehten Films tätig: „Good Night“ handelt von der politischen Verantwortung der Medien, von journalistischem Ethos, von Courage und Kritik. Ed Murrow (dargestellt von David Strathairn), ein Pionier des amerikanischen Fernsehsenders CBS, moderierte das erfolgreiche Nachrichtenmagazin „See it Now!“, immer mit einer Zigarette in der Hand und täglich als Schlußwort „Good Night, and Good Luck“ auf den Lippen. Murrow und sein Produzent Fred Friendly (George Clooney) spüren den Druck von oben, der Chef ermahnt sie, doch läßt sie eher gewähren, als sie wirklich zu unterstützen. „Good Night“ zeigt den investigativen Journalismus Murrows, der Senator Joseph McCarthy auf der Spur ist, als dieser in den fünfziger Jahren in den Vereinigten Staaten eine willkürliche Hetzjagd auf alle unternahm, die er für Kommunisten hielt.

Ice Age 2 - Jetzt taut's

Trickfilm, Vereinigte Staaten 2006.

Nach vier Jahren Pause kehren die drei Helden Manfred, Sid und Diego mit dem zweiten Teil des Animationsfilms „Ice Age“ von Regisseur Carlos Saldanha auf die Kinoleinwand zurück. In ihrem neuesten Abenteuer ist die Eiszeit ist fast vorbei und die Tiere erfreuen sich an dem schmelzenden Paradies aus Wasserparks und Geysiren.

Die Freude hält jedoch nicht lange an, denn die drei schlauen Freunde entdecken, daß die schmelzenden Wassermassen ihr Tal überfluten werden, wenn niemand etwas unternimmt. Also machen sie sich auf, alle anderen Tiere zu warnen und gemeinsam herauszufinden, wie man der Überschwemmung Herr werden kann. Prominente Sprecher der Zeichentricklieblinge sind unter anderem Otto Waalkes und Thomas Fritsch.

18.15 Uhr ab Ostkreuz

Komödie, Deutschland 2006.

Regisseur und Drehbuchautor Jörn Hartmann verlegte nicht nur sämtliche Schauplätze von Agatha Christies „16 Uhr 50 ab Paddington“ nach Berlin, er läßt auch keinen Zweifel daran, daß er eine Kabarett-Fassung des Miss-Marple-Krimis herstellen wollte.

Lehrerin Karin (Ades Zabel) ist auf dem Weg zu ihrem Kaffeekränzchen und sieht in einer vorbeifahrenden S-Bahn, wie ein Mord verübt wird. Natürlich glaubt die Polizei ihr kein Wort, und sie beschließt, der Angelegenheit selbst auf den Grund zu gehen. Die Spur führt sie in einen Friseursalon.

Geh und lebe

Drama, Frankreich / Israel 2005.

Der rumänische Regisseur Radu Mihaileanu erzählt in seinem Film das Schicksal des kleinen Schlomo (Mosche Abebe): Als in einem sudanesischen Flüchtlingslager der kleine Sohn einer Jüdin stirbt, schickt eine Christin ihren farbigen Jungen namens Schlomo an dessen Stelle mit dem Transport nach Israel, damit er überlebt.

Schlomo wird adoptiert und in seiner Familie liebevoll umsorgt, doch wegen seiner Hautfarbe bleibt er immer ausgegrenzt - sowohl seine Mitschüler als auch deren Eltern isolieren ihn. Schlomo muß für sich behalten, daß er eigentlich ein Christ ist, wenn er überleben will. Als Erwachsener versucht Schlomo, seine leibliche Mutter wiederzufinden.

Mord im Pfarrhaus

Komödie, Großbritannien 2006.

In Niall Johnsons britischer Komödie wurschtelt sich „Mr. Bean“-Darsteller Rowan Atkinson als Pfarrer Goodfellow durch sein Berufs- und Familienleben. Er konzentriert sich so sehr auf seine Predigten, daß ihm entgeht, wie seine Frau Gloria (Kristin Scott Thomas) mit ihrem Golflehrer (Patrick Swayze) nach Mexiko durchbrennt, seine Tochter die Lover wie die Unterwäsche wechselt und sein Sohn in der Schule gemobbt wird.

Als Haushälterin Grace (Oscar-Preisträgerin Maggie Smith) in dieses Chaos platzt, kommt Schwung in die kleinstädtische Langeweile, denn die alte Dame hat ihre eigene Auffassung von Haushaltsführung.

Spiel auf Sieg

Drama, Vereinigte Staaten 2005.

Regisseur James Gartner erzählt in seinem Kinodebüt eine wahre Begebenheit aus den 60er Jahren, in deren Mittelpunkt Trainer Don Haskins (Josh Lucas) steht. Für den Basketball gibt er alles, und das spüren auch die Studenten, als er seinen neuen Job beginnt. Eingeschränkt durch ein Mini-Budget, muß Haskins sich mit den Spielern zufriedengeben, die sonst niemand will - und das sind ausschließlich Schwarze.

Unbeirrt von Anfeindungen und Skepsis vermittelt der Trainer seinem Team Tugenden wie Sportsgeist und Selbstdisziplin. Sein Motivationstraining funktioniert so gut, daß das Team ein Spiel nach dem anderen gewinnt und damit die Basketballwelt auf den Kopf stellt. Am Ende geht es gegen das Team von Erfolgscoach Rupp.

We Can't Go Home Again

Drama, Japan 2006.

Mit der These, daß nichts die Realität übertreffen kann, inszenierte der junge Regisseur Toshi Fujiwara seinen Episodenfilm über fünf junge Leute, die auf der Suche nach dem Sinn des Lebens sind, ohne Drehbuch und mit Laiendarstellern.

Mao beispielsweise arbeitet als Redakteurin, obwohl sie das Gefühl hat, für diesen Job zu wenig zu wissen, Student Yushin arbeitet im selben Verlag und schwärmt für die Filmwelt und Kurumi gibt die „Queen“ in einem Sado-Maso-Club. Fujiwara begreift seinen Film als kollektive Improvisation, die meisten Szenen wurden als ungeschnittene Sequenzen belassen.

Cesky Sen - Der tschechische Traum

Dokumentarfilm, Tschechien 2004.

Die beiden jungen tschechischen Filmemacher Filip Remunda und Vit Klusak legen mit dieser Dokumentation die manipulativen Kräfte der Konsumwelt in der postkommunistischen Gesellschaft offen.

Eine renommierte Werbeagentur bewarb über Plakatierungen, Anzeigen, Fernseh- und Radiowerbung, Flyer und eine Webseite mehrere Wochen den Eröffnungstag eines riesigen Supermarktes, der sich für die 4.000 Besucher letztlich als bloße Fassade herausstellte.

Happy Family

Dokumentarfilm, Deutschland 2003.

Die koreanische Filmemacherin Heesook Sohn hat einen amerikanischen Paß, lebt aber in Berlin. Mit ihrem Film „Happy Family“ versucht sie ihre über die Welt verstreute Familie nach 20 Jahren wieder zusammenzubringen.

Seit sich ihre Eltern 1980 trennten, leben der Vater und ein jüngerer Bruder in Amerika, während Heesooks älterer Bruder und ihre Mutter, die inzwischen an Krebs erkrankt ist, in Korea geblieben sind.

Quelle: @aper mit Material aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, von AP und der dpa
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