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Kinovorschau George Clooney und ein Allstar-Team

21.02.2006 ·  Gerade ist die Berlinale vorüber, schon laufen ihre Filme regulär im Kino: Am Donnerstag starten „Elementarteilchen“ und „Syriana“. Außerdem: Freud und Leid mehrerer Großfamilien.

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Gerade ist die Berlinale vorüber, schon laufen ihre Filme regulär im Kino: Am Donnerstag starten „Elementarteilchen“ und „Syriana“. Außerdem: Freud und Leid mehrerer Großfamilien.

Last Minute

Drama, Deutschland 2003

Zwei Frauen, beschäftigt als Reinigungskräfte auf dem Berliner Flughafen Schönefeld, stoßen auf einen Mann in Handschellen, der - wie er sagt - in sein Heimatland Türkei abgeschoben werden sollte, obgleich ihm dort die Folter drohe. Wie soll man mit dem Fremden umgehen? Marina Caba Rall verfilmte die Geschichte mit Petra Kleinert, Katharina Schmalenberg und Ercan Durmaz.

Elementarteilchen

Drama, Deutschland 2006

Oskar Roehlers Verfilmung des gleichnamigen Romans von Micheln Houellebecq. Es geht um zwei Halbbrüder und ihre Beziehungen zu Frauen; der eine wird von seinen Trieben gequält, der andere hat gelernt, sie zu unterdrücken. Die beiden verbindet nicht nur als Figuren wenig, ihre Geschichten laufen auch im Film eher unmotiviert nebeneinander her. Moritz Bleibtreu als Lehrer Bruno ist grandios gegen den Strich besetzt, fast so, als müsse er seine natürliche Präsenz mühsam unterdrücken, um sie dann in Getriebenheit, Wut und Menschenhaß zu verwandeln, welche sich immer wieder Bahn brechen. Ähnliches gilt für Christian Ulmen, der als Molekularbiologe Michael alles, was er an Ausstrahlung besitzt, herunterfahren muß auf jenes etwas abwesende, schüchterne Lächeln, mit dem er der Welt begegnet.

Die beiden sind nur die Spitze eines Allstar-Teams, das Martina Gedeck, Franka Potente, Nina Hoss, Uwe Ochsenknecht, Herbert Knaup, Tom Schilling, Jasmin Tabatabai, Michael Gwisdek und Corinna Harfouch umfaßt. Ihnen allen merkt man eine große Lust an, sich Geschichten auszusetzen, die mit ihrer Verwandlungslust spielen und ihnen erlauben, am Käfig ihres Images zu rütteln. Und ihr Vergnügen vermittelt sich dem Zuschauer in jeder Szene. Wenn anderswo der Film der Star ist, dann sind hier die Stars der Film.

Entgleist

Thriller, Vereinigte Staaten 2005

Der Bürohengst Charles verpaßt seinen morgendlichen Zug, trifft eine attraktive Frau - und sein in langweiligen, geordneten Bahnen verlaufendes Leben gerät aus den Fugen. Die schnelle Affäre wird durch einen Gangster gestört, der die Lage der beiden Verheirateten perfide ausnutzt. Hollywood-Debüt des schwedischen Regisseurs Mikael Håfström mit Clive Owen, Jennifer Aniston und Vincent Cassel.

Gernstls Reisen - Auf der Suche nach dem Glück

Porträts, Deutschland 2005

Seit mehr als zwanzig Jahren besucht der Filmemacher Franz X. Gernstl für das Fernsehen Menschen, die mit sich im Einklang leben. Einige der Episoden wurden nun für einen Kinofilm zusammengeschnitten.

Familia rodante - Argentinisch reisen

Komödie, Argentinien 2004

Eine vierzehnköpfige Großfamilie, angeführt von Oma Emilia, macht sich auf eine über tausend Kilometer lange Reise, um bei der Hochzeit der Nichte dabeizusein. Dabei gerät nicht nur das altersschwache Fahrzeug an die Grenzen seiner Belastbarkeit. Regie führte Pablo Trapero.

Ich und du und alle, die wir kennen

Drama, Vereinigte Staaten 2005

Miranda July, geboren 1974 in Vermont, galt noch bis vor kurzem als vielversprechende Videokünstlerin, die sich vor allem gerne selbst filmte. Dann, zur Überraschung aller, wechselte July das Lager und drehte einen Hollywood-Film, der auch von Woody Allen stammen könnte und gleich eine Goldene Palme in Cannes gewann. „Ich und du und alle, die wir kennen“ handelt von einer vielversprechenden und erfolglosen Videokünstlerin, die sich gerne selbst filmt (und von Miranda July gespielt wird), von ihrer Liebe zu einem verzweifelten Schuhhändler, von einem Goldfisch, der, glücklicherweise im Wasserbeutel, auf einem Autodach vergessen wird, von sehr früher und zu später und sehr verwirrter Liebe, und von einer bärbeißigen Galeristin, die das Codewort „Makkaroni“ ins Telefon haucht - was ein Witz für den inner circle der Kunstwelt ist: „Maccarone“ ist eine der besten New Yorker Galerien. Über den Film wurde viel diskutiert, ob er ein Verrat an der Kunst oder nur ihre massentaugliche Fortsetzung sei, und es sieht so aus, als habe July geschafft, was vorher keinem gelungen war: Kinostar und Off-Avantgarde-Künstlerin, Zentrum einer Szene und gleichzeitig ihre erstaunteste Beobachterin zu sein.

Im Dutzend billiger 2 - Zwei Väter drehen durch!

Komödie, Vereinigte Staaten 2005

In Amerika war der erste Teil, der Steve Martin als überfordertes Oberhaupt eines immensen Familienclans zeigte, ein großer Erfolg. Zwangsläufig folgt nun eine Fortsetzung, in der sich Martin mit einem zweiten Familienvater duellieren muß, gespielt von Eugene Levy, legendärer Vater aus der „American Pie“-Reihe. Regie Adam Shankman, mit Hilary Duff und Carmen Elektra.

Putevoditel

Episodenfilm, Ukraine 2004

Hinter dem seltsamen Titel verbirgt sich ein Episodenfilm über die ukrainische Hauptstadt Kiew. Regisseur Aleksandr Shapiro wollte in zwei Stunden „alles sagen“, was sich über Kiew sagen läßt.

Syriana

Drama/Thriller, Vereinigte Staaten 2005

Weil eine amerikanische Ölfirma in den Arabischen Emiraten ihre Bohrrechte verloren hat, will sie mit einer anderen fusionieren, die durch Bestechung sich gerade das Recht erkauft, eine Gasleitung in Kasachstan zu legen. Was aus diesem Plan folgt - Entlassungen auf den Ölfeldern in einem fiktiven arabischen Land, ein Beratervertrag zwischen einem Genfer Analysten und einem reformfreudigen arabischen Prinzen, der wider die Erbfolge nicht Scheich wird, ein Waffengeschäft im Iran, eine Folterung in Beirut und auch eine Grillparty in Virginia - ist Kapitalismus ohne jede demokratische Kontrolle in die letzte Konsequenz getrieben. Regisseur Stephen Gaghan, der auch schon das Drehbuch zu Soderberghs „Traffic“ geschrieben hat, verschachtelt die verschiedenen Erzählungen so ineinander, daß man schnell den Überblick verliert und ihn auch beim zweiten Sehen nur teilweise wiedergewinnt. Der Film mit George Clooney und Matt Damon ist nicht einfach kompliziert, er ist komplex genug, um die undurchsichtigen Verquickungen von Macht und Geld und Öl und Politik anschaulich werden zu lassen, wozu ja auch gehört, daß die Dinge sich nicht entwirren lassen, und er ist atmosphärisch so stark und pointiert, daß einen die Rätsel und Konflikte mehr fesseln als ihre Lösung.

Sky Fighters

Action, Frankreich 2005

Französische Variante von „Top Gun“ rund um zwei heldenhafte Piloten der Luftwaffe. Regie Gérard Pirès, mit Benoit Magimel und Philippe Torreton.

Stay

Thriller, Vereinigte Staaten 2005

Ewan McGregor als Psychiater sieht sich mit einem Patienten konfrontiert, der ihm seine Selbsttötung ankündigt. Der Arzt will dies auf jeden Fall verhindern, recherchiert in der Vita seines Patienten und verstrickt sich immer mehr in obskure Geschehnisse. Mit „King Kong“-Girl Naomi Watts und Bob Hoskins.

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