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Kinovorschau Feuriger Dämon und verwunschene Prinzessin

20.02.2007 ·  Frisch von der Berlinale kommen sie in die Kinos: Clint Eastwoods zweiter Weltkriegsfilm, Marion Cotillard als Edith Piaf, Cate Blanchett und Jennifer Lopez. Außerdem von Donnerstag an zu sehen: Sabrina Reiter in einem Alpen-Schocker.

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Frisch von der Berlinale kommen sie in die Kinos: Clint Eastwoods zweiter Weltkriegsfilm, Marion Cotillard als Edith Piaf, Cate Blanchett und Jennifer Lopez. Außerdem von Donnerstag an zu sehen: Sabrina Reiter in einem Alpen-Schocker.

In 3 Tagen bist du tot!
Thriller, Österreich 2006.

Für das Fernsehen hat der österreichische Regisseur Andreas Prochaska zahlreiche spannende Krimis inszeniert. Nun bringt er mit einem Schocker ein Genre in die Kinos, das sonst überwiegend von amerikanischen Kollegen bedient wird. Nina (Sabrina Reiter) feiert mit ihrer Clique das Ende der Schulzeit nach bestandenem Abitur. Während der Party erhält sie eine rätselhafte SMS mit dem Wortlaut „In 3 Tagen bist du tot!“, die sie nicht beachtet. Doch dann wird am nächsten Morgen ihr Freund Martin (Laurence Rupp) ermordet aufgefunden. Die Polizei verhört die Partygäste, und sie hat sogar einen Verdächtigen im Visier, als der Killer sich bereits über sein nächstes Opfer hermacht.

Pans Labyrinth
Drama, Fantasy, Mexiko 2006.

Der mexikanische Autor und Regisseur Guillermo Del Toro erzählt eine Geschichte aus der Zeit nach dem Spanischen Bürgerkrieg und wagt dabei einen Balanceakt zwischen zwei sehr unterschiedlichen Welten. Der brutalen Realität der Nachkriegszeit setzt er eine strahlende Märchenwelt entgegen.

Die Mutter der zwölfjährigen Leseratte Ofelia (Ivana Baquero) ist frisch verheiratet mit General Vidal (Sergi Lopez). In ihrem neuen Zuhause entdeckt Ofelia ein steinernes Labyrinth und lernt einen Faun kennen, der ihr erzählt, sie sei die verwunschene Prinzessin und dürfe nur in ihr Reich zurückkehren, wenn sie drei Aufgaben erfüllen kann.

Letters from Iwo Jima
Drama, Kriegsfilm, Vereinigte Staaten 2006.

In seinem Kriegsdrama „Flags of our Fathers“, der am 18. Januar in die deutschen Kinos kam, schilderte Oscar- Preisträger Clint Eastwood die Geschehnisse der Schlacht von Iwo Jima aus amerikanischer Sicht. (Siehe auch: Video-Filmkritik: „Flags of Our Fathers“) „Letters From Iwo Jima“ erzählt von eben dieser Schlacht aus japanischer Perspektive.

Auch für diesen Film schrieb Oscar-Preisträger Paul Haggis das Drehbuch. Während der amerikanischen Invasion auf der Insel Iwo Jima organisiert General Kuribayashi (Ken Watanabe, „The Last Samurai“) die japanische Verteidigung. Obwohl seine Streitkräfte hoffnungslos unterlegen sind, leisten sie den amerikanischen Soldaten erheblichen Widerstand. Im Angesicht dieser verzweifelten Situation schreiben viele japanische Soldaten Abschiedsbriefe an ihre Angehörigen.

La Vie en Rose
Drama, Frankreich 2007.

Im Eröffnungsfilm der diesjährigen Berlinale mit Marion Cotillard erzählt Olivier Dahan das Leben der Edith Piaf, das vor allem aus Kämpfen bestand: um Anerkennung, um Liebe und auch ums Überleben. Edith Piaf kam aus elenden Verhältnissen im Pariser Belleville und schaffte es bis in die glamourösen Bars New Yorks - eine Geschichte, begleitet vom unwiderstehlichen Soundtrack ihrer Lieder, besetzt mit Stars des französischen Kinos wie Gérard Depardieu und Emmanuelle Seigner. (Siehe auch: Berlinale-Eröffnung: „La vie en rose“).

Mit originalen und neu gedrehten Einspielungen ihrer berühmtesten Chansons spickte Dahan die Geschichte eines beispiellosen Aufstiegs. Der nur 1,42 große Künstlerin gelang ein Aufstieg in schwindelnde Höhen, doch in Rückblenden erfährt der Zuschauer auch, wie tief und destruktiv die Abstürze mit Alkohol, Drogen und zahlreichen Affären waren, bis die Piaf mit nur 47 Jahren an Krebs starb.

Tagebuch eines Skandals
Drama, Vereinigte Staaten, Großbritannien 2006.

Judi Dench spielt eine einsame Lehrerin, die sich mit einer jungen Kollegin (Cate Blanchett) anfreundet, bis sie hinter deren Affäre mit einem Schüler kommt. Die Spannung des Films wird von den Dialogen zwischen den beiden Frauen beherrscht. Als Sheba ihre neue Stelle als Lehrerin beginnt, erkennt ihre ältere Kollegin Barbara in ihr eine Seelenverwandte und es entwickelt sich eine Freundschaft. Sheba ist scheinbar glücklich verheiratet und hat Kinder, dennoch bekommt Barbara ihre Besitz ergreifenden Gefühle für sie nicht unter Kontrolle. Als sie Sheba beim Sex mit einem Schüler ertappt, beginnt sie ihr Netz aus Manipulation und Erpressung zu knüpfen.

Judi Dench und Cate Blanchett sind zwei großartige Schauspielerinnen, und wenn sie einen ebensolchen Regisseur hätten, wäre der Film perfekt. Aber Richard Eyre erzählt sein Schul- und Liebesdrama so zerstreut, als wollte er fragen: Wozu die Aufregung? Und so lassen ihn auch die Diven irgendwann im Stich. (Siehe auch: Cate Blanchett im Interview: Die Göttin von nebenan)

Lonely Hearts Killers
Drama, Vereinigte Staaten 2006.

In den 40er Jahren wurde ein mörderisches amerikanisches Pärchen auf dem ganzen Kontinent gesucht: Martha Beck (Salma Hayek) und Raymond Fernandez (Jared Leto) waren die „Lonely Hearts Killers“. Sie hatten sich darauf spezialisiert, das Vertrauen einsamer Witwen zu gewinnen, um ihnen erst ihre Ersparnisse und dann das Leben zu nehmen.

Regisseur und Drehbuchautor Todd Robinson hielt sich an den wahren Fall und inszenierte den atmosphärischen Thriller als Katz- und-Mausspiel zwischen dem Mörder-Paar und den Polizisten Elmer (John Travolta) und Charles (James Gandolfini, „The Sopranos“). Gerade wegen des eher ruhigen Tempos der beiden Ermittler, denen man die Last ihrer privaten Probleme deutlich anmerkt, entwickelt der Film seine Spannung. Regisseur Robinsons Großvater war vor 60 Jahren der „wahre“ Elmer.

Bordertown
Thriller, Drama, Vereinigte Staaten, 2006

Die ehrgeizige Journalistin Lauren (Jennifer Lopez) arbeitet für eine Zeitung in Chicago. Sie wittert ihre Chance, mit einer Story groß herauszukommen, als ihr Chef sie in die mexikanisch-amerikanische Grenzregion schickt, um in einem brisanten Fall zu recherchieren. Es geht um eine Serie von Verbrechen an illegal eingereisten mexikanischen Arbeiterinnen. Anlass für Laurens Auftrag ist der Fall der 16-jährigen Eva (Maya Zapata), der nach einer Vergewaltigung die Flucht gelungen ist. Unterstützung erhofft sich Lauren von ihrem ehemaligen Freund Diaz (Antonio Banderas), bei dem Eva Schutz gesucht hat (siehe auch: Video: Jennifer Lopez bei der Berlinale).

Regisseur Gregory Nava hat in den Achtzigern den schönen Film „El Norte“ gedreht und dann vor allem als Drehbuchautor von „Selena“ und „Frida“ von sich reden gemacht. Doch „Bordertown“ ist schlichtweg eine Unverschämtheit. Sofern Jennifer Lopez für ihre Rolle einer amerikanischen Reporterin, die sich fanatisch für die armen mexikanischen Fabrikarbeiterinnen einsetzt, die von den Reichen und Schönen ausgebeutet und gemordet werden, auf ihre Gage verzichtet hat, wäre das das einzige Bemerkenswerte an diesem Film.

Ghost Rider
Action, Thriller, Vereinigte Staaten 2007.

Motorrad-Stuntfahrer Johnny (Oscar-Preisträger Nicolas Cage) schließt einen teuflischen Pakt mit Mephistopheles (Peter Fonda). Um seinen sterbenden Vater zu retten, muss er seine Seele verkaufen und sich von Roxanne (Eva Mendes), der großen Liebe seines Lebens, trennen.

Jahre später treffen sich Johnny und Mephisto wieder, und es gibt ein neues Angebot: Roxannes Seele wird wieder komplett freigelassen, aber dafür ist Johnny ab sofort gezwungen, Nacht für Nacht in Gestalt eines feurigen Dämons - als Ghost Rider - seine Runden zu drehen, das Böse zu vernichten und für Recht und Gerechtigkeit zu sorgen. Und er soll Blackheart ausschalten, den machthungrigen Sohn des Teufels. Regisseur Mark Steven Johnson inszenierte nach „Daredevil“ einen weiteren Superhelden-Comic (siehe auch: Nicht ohne seine Amazone: Der blinde Superheld „Daredevil“).

Lotte im Dorf der Erfinder
Zeichentrick, Estland, Lettland 2006.

Lotte ist ein lebhaftes Hundemädchen. Mit ihren besten Freund, den Kater Bruno findet sie eines Tages beim Baden im Meer ein Buch - aus dem fernen Japan! Sie hängt es zu Hause zum Trocknen auf, und da fällt die japanische Biene Susumu heraus. Sie bringt den Dorfbewohnern bald eine neue Erfindung bei: Judo.

Die Bewohner des Dorfes haben alle ein ausgefallenes Hobby: Nützliche (und auch weniger nützliche) Dinge zu erfinden, die sie in einem jährlichen Wettbewerb einer Jury vorstellen. Lottes Vater Oskar, der fast jedes Jahr gewinnt, und das Kaninchen Adalbert sind dabei ärgste Rivalen.

Quelle: @bra mit Material der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, AP und dpa
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