28.11.2006 · Mit ihrem schrägen Familienclan fährt Olive zum „Little Miss Sunshine“-Wettbewerb. Außerdem von Donnerstag an im Kino: Franka Potentes schwarz-weißes Regiedebüt, singende Pinguine und neue Extremabenteuer der „Jackass“-Crew.
Mit ihrem schrägen Familienclan fährt Olive zum „Little Miss Sunshine“-Wettbewerb. Außerdem von Donnerstag an im Kino: Franka Potentes schwarz-weißes Regiedebüt, singende Pinguine und neue Extremabenteuer der „Jackass“-Crew.
Little Miss Sunshine
Komödie, Vereinigte Staaten 2005.
Die Hoovers sind eine amerikanische Durchschnittsfamilie. Mit ihrem gelben Volkswagenbus steuern sie durch sonnenverdorrte Landschaften von New Mexico nach Kalifornien zum Kinderschönheitswettbewerb, zu dem die pummelige kleine Tochter Olive (Abigail Breslin) eingeladen ist. Vater Richard (Greg Kinnear) unterhält die Familie, Mutter Sheryl (Toni Colette, „About a Boy“) raucht Kette, der pubertierende Sohn Dwayne schweigt, der Großvater (Alan Arkin) schnupft Heroin und Onkel Frank ist stark selbstmordgefährdet. Unterwegs brechen der Kleinbus sowie wesentliche Zukunftshoffnungen diverser Familienmitglieder langsam in sich zusammen, doch das gemeinsame Ziel wird mit unverbrüchlichem Optimismus weiterverfolgt. „Little Miss Sunshine“ ist das Spielfilmdebüt des bisher für seine Musikvideos bekannten Ehepaars Jonathan Dayton und Valerie Faris und handelt von ziemlich normalen Menschen in leicht außergewöhnlichen Situationen.
Der die Tollkirsche ausgräbt
Komödie, Deutschland 2006.
Ihr Regiedebüt hat die Schauspielerin Franka Potente („Lola rennt“) im Stil der frühen Stummfilme, in Schwarzweiß, mit Sprachtafeln und übertrieben agierenden Schauspielern inszeniert. Die Geschichte spielt 1918 und handelt von dem Mädchen Cecilie (Emilia Sparagna), das mit dem ungeliebten, aber solventen Alfred (Max Urlacher) verheiratet werden soll.
Doch dann platzt unerwarteter Besuch in das Geschehen, ein Berliner Punk (Christoph Bach). Geräusche aus der Zukunft begleiten Geschehnisse aus der Vergangenheit. Und in der Nacht vor der Hochzeit passieren seltsame Dinge. Kameramann Frank Griebe („Das Parfum“) hat die Schwarzweiß-Welten in genretypischen Bildern synchronisiert.
Happy Feet
Trickfilm, Australien 2006.
Mit „Happy Feet“ bringt Regisseur George Miller („Ein Schweinchen namens Babe“) rechtzeitig zu Weihnachten einen Film für die ganze Familie ins Kino. Im Herzen der Antarktis liegt das Land der Kaiserpinguine, wo Mumble und seine Artgenossen sich die Zeit gerne damit vertreiben, laut zu singen.
Die Legende besagt, daß jeder Pinguin einen individuellen Song braucht, um seinen für ihn vorgesehenen Partner finden zu können. Mumble, der Sohn von Elvis und Norma, ist ein entsetzlich schlechter Sänger - dafür der beste Steptänzer weit und breit. Die Figuren werden in der Orginialversion von Stars wie Nicole Kidman und Elijah Wood gesprochen. In der deutschen Fassung werden sie unter anderem von Ben Becker synchronisiert.
Jackass Nummer 2
Komödie, Vereinigte Staaten 2006.
Vor vier Jahren hatten sich Johnny Knoxville und seine Crew von „Jackass“ mit ihrem ersten Kinofilm eigentlich von ihren Zuschauern verabschiedet. Mit den masochistischen Abenteuern sollte Schluß sein, und Knoxville versuchte sich als Schauspieler in Komödien, während seine Kollegen Bam Margera, Steve-O und Chris Pontius andere Comedy-Serien starteten.
Regisseur Jeff Tremaine hat nun auch den zweiten Kinofilm über die schmerzhaften Aktionen der Extremabenteurer gedreht. Johnny Knoxville läßt sich mit verbundenen Augen von einem Stier auf die Hörner nehmen, Steve-O läßt sich von einem Hummer mit den Scheren in die Zunge kneifen und Ryan Dunn wird in einem Einkaufswagen mit Schwung gegen eine Wand geschleudert. Alles nach dem Motto: „Was uns nicht umbringt, härtet uns ab.“
Bye bye Blackbird
Drama, Deutschland / Luxemburg / Frankreich / Großbritannien 2005.
Josef (Charlie-Chaplin-Enkel James Thiérrée) ist Gerüstbauer und ist in schwindelerregender Höhe am Bau des Eiffelturms beteiligt. Als ein Kollege in die Tiefe stürzt und tödlich verunglückt, steht Josef unter Schock. Erst als er sich in die schöne Trapezkünstlerin Alice (Izabella Miko) verliebt, reißt ihn das ins Leben zurück.
Fortan hat Josef nur noch das Ziel, gemeinsam mit Alice am Trapez durch die Lüfte zu schweben. Die beiden studieren eine einzigartige Nummer ein und fliegen durch die illuminierte Zirkuskuppel. Robinson Savary nimmt sein Publikum in seinem Debütfilm mit in die magische Welt der Artisten. In eindrucksvollen Bildern erzählt er von tragischer Liebe, Vertrauen, Verrat und Verzweiflung.
Als das Meer verschwand
Thriller, Neuseeland 2004.
Regisseur und Drehbuchautor Brad McGann ist für sein Filmdebüt „Als das Meer verschwand“ bereits mehrfach ausgezeichnet worden. McGanns Familiendrama erzählt die Geschichte des Kriegsfotografen Paul (Matthew McFadyen). Zur Beerdigung seines Vaters kehrt er nach vielen Jahren in seine neuseeländische Heimat zurück.
Sein Bruder Andrew (Colin Moy) ist ihm fremd geworden und mit den Eltern sind dunkle Familiengeheimnisse gestorben. Paul trifft seine Ex-Freundin Jackie (Jodie Rimmer) und deren 17jährige Tochter Celia (Emily Barclay), die sich in den Mann, der ihr Vater sein könnte, verliebt. Als das Mädchen plötzlich verschwindet, steht Paul unter Verdacht.
Pulse - Du bist tot, bevor du stirbst
Horror, Vereinigte Staaten 2006.
Die Studentin Mattie (Kristen Bell), erhält E-Mails erhält von ihrem Freund, der gerade Selbstmord begangen hat, obwohl sein PC nicht angeschlossen ist. Ihre Umwelt verwandelt sich daraufhin zusehends in einen Hort des Grauens. Freunde atomisieren sich, Schattenwesen tauchen auf.
Gemeinsam mit dem coolen Bastler Dexter (Ian Somerhalder) kommt Mattie den Hintergründen auf die Spur: Wesen aus einem Zwischenreich scheinen via Internet das Unheil unter den Menschen zu verbreiten. In Jim Sonzeros Remake des japanischen Horrorstreifens „Kairo“ (2001), geht es um die Auflösung menschlicher Identität durch modernste Technik.
Severance
Horror, Großbritannien 2006.
Richard ist Abteilungsleiter und Chef einer Gruppe junger Verkäufer. Als Belohnung für ihre Leistung bekommen die Kollegen ein Geschenk von der Firmenleitung: eine Wochenendreise nach Osteuropa. Regisseur und Drehbuchautor Christopher Smith hat in die Anreise und den Aufenthalt eine Reihe gruseliger Pannen eingebaut.
Die Busfahrt wird zum Horrortrip, die Unterkunft ist heruntergekommen, ohne Essensvorräte und liegt in einem Funkloch. Außerdem machen die bereits in dem „Hotel“ einquartierten Bewohner den unerwünschten Ankömmlingen das Leben zur Hölle.
Lenz
Drama, Deutschland / Schweiz 2006.
Der Filmemacher Lenz (Milan Peschel) verläßt seine Heimatstadt Berlin, um in den Vogesen die Hintergründe von Georg Büchners Novelle Lenz zu erforschen. In den Schweizer Alpen arrangiert er ein Treffen mit seinem Sohn Noahs und Ex-Frau Natalie (Barbara Maurer), die er immer noch liebt. Doch die Illusion vom glücklichen Familienleben ist nur von kurzer Dauer und Lenz bleibt allein im Gebirge zurück, wo er wie sein literarisches Alter Ego unter euphorischen und verzweifelten Anfällen leidet.
Regisseur Thomas Imbach („Happiness is a Warm Gun“) verpflanzt Georg Büchners Fragment über den Stürmer und Dränger ins Schweizer Hochgebirge, aus dem Dichter wird ein Filmemacher, der seiner verlorengegangenen Kleinfamilienidylle nachsetzt und dabei rasant zwischen Kindsvater und Vaterkind pendelt. Bedrohlich-düster die Kulisse des Matterhorns: ein Crash-Kurs in Meteorologie und Seelenpein.
Straßensänger und Kaiser wollt' ich werden - Ernst Fuchs
Dokumentarfilm, Deutschland 2006.
Regisseur Jürgen Haase bringt die erste umfassende Dokumentation über das von Schaffen von Ernst Fuchs, einem der Begründer der Wiener „Schule des Phantastischen Realismus“, ins Kino. Ernst Fuchs ist Maler, Bildhauer, Architekt, Komponist, Bühnenbildner, Buchautor und Philosoph.
Haase begleitete Fuchs ein Jahr lang mit der Kamera. Außerdem begab er sich auf Spurensuche in Wien, Paris, Monaco und Jerusalem. Der Dokumentarfilm zeigt Bearbeitungen der Themen Geburt, Liebe, Haß, Licht und Schatten, Leben, Tod und Wiederauferstehung aus der Sicht des Künstlers, und wie er sie in der Malerei, Fotografie, Literatur, Musik, Philosophie und Architektur zum Ausdruck brachte.