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Kinovorschau Ein alter Sack und andere Modesünden

10.10.2006 ·  Meryl Streep gibt sich in „Der Teufel trägt Prada“ diabolisch, Anne Hathaway umso unschuldiger. Außerdem von Donnerstag an im Kino: Ein alter Sack wird lebendig begraben, ein Kind schrumpft zur Ameise, und Al Gore hält einen Diavortrag.

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Meryl Streep gibt sich in „Der Teufel trägt Prada“ diabolisch, Anne Hathaway umso unschuldiger. Außerdem von Donnerstag an im Kino: Ein alter Sack wird lebendig begraben, ein Kind schrumpft zur Ameise, und Al Gore hält einen Diavortrag.

Der Teufel trägt Prada

Komödie, Vereinigte Staaten 2006.

„Der Teufel trägt Prada“ von Regisseur David Frankel („Sex in the City“) handelt vom flüchtigen Zauber der Modewelt und ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Lauren Weisberger, die im wirklichen Leben mal Assistentin von Anna Wintour war, der Chefredakteurin der amerikanischen „Vogue“. Deshalb gilt ihr Buch als Enthüllungsroman und hat bei seinem Erscheinen 2003 für einigen Wirbel gesorgt. Die Chefredakteurin Miranda Priestly (gespielt von „The Hours“-Protagonistin Meryl Streep) beherrscht die hohe Kunst, Menschen von oben herab anzusehen, selbst wenn die deutlich größer sind als sie, und hat die Angewohnheit, jeden Dialog mit einem knappen „danke, das war's“ zu beenden. Die rücksichtslose Chefin schikaniert grausam ihre bedauernswerte Assistentin Andy Sachs (Anne Hathaway, zuletzt als Betrogene in „Brokeback Mountain“ zu sehen). Die süße und unschuldige Andy ist das Aschenputtel im „Vogue“-Milieu und lernt, daß Kleidergröße 34 wichtiger ist als ein gutes Herz.

Das kleine Arschloch und der alte Sack - Sterben ist scheiße

Zeichentrick, Deutschland 2006.

„Das kleine Arschloch“ entstammt der Figurenwelt von „Käpt'n Blaubär“-Erfinder, Zeichner und Romanautor Walter Moers. Michael Schaack und sein Team von der Hamburger Trickcompany, die zuletzt „Das kleine Arschloch“ auf die Leinwand gebracht haben, verfilmten auch den zweiten Teil mit prominenten Sprechern wie Dirk Bach, Ralph Morgenstern und Badesalz.

Bei der Beerdigung von Frau Mövenpick fällt der Alte Sack (gesprochen von Helge Schneider), Großvater des Kleinen Arschlochs (mit der Stimme von Ilona Christina Schulz), aus Versehen in den Sarg und wird lebendig begraben. Als er statt im Himmel, in der Hölle landet, versucht das kleine Arschloch mit Hilfe seines Hundes, ihn mit den obskursten Mitteln wieder zurück ins Leben zu holen.

Der Wind

Drama, Argentinien / Spanien 2005.

Der argentinische Regisseur Eduardo Mignogna hat in „Der Wind“ die Entfremdung zwischen den Generationen und die Unterschiede von Stadt- und Landbewohnern zum Thema gemacht. Alina (Antonella Costa, bekannt aus „Die Reise des jungen Che“) lebt in Buenos Aires und arbeitet als Ärztin. Das Verhältnis zu ihrer Familie ist zerrüttet, denn sie weiß nicht, wer ihr Vater ist.

Als eines Tages Alinas Großvater Frank (Federico Luppi) aus seinem Dorf in Patagonien anreist, um seine Enkelin vom Tod ihrer Mutter zu informieren, brechen alte Konflikte wieder auf. Alina ist ihrem Großvater gegenüber verschlossen, da sie vermutet, daß er mehr über ihre Herkunft weiß, als er zugibt.

Lucas der Ameisenschreck

Trickfilm, Vereinigte Staaten 2006.

Regisseur John A. Davis („Jimmy Neutron - Der mutige Erfinder“) erzählt in „Lucas der Ameisenschreck“ vom zehn Jahre alten Lucas, der in seinem Viertel und in der Schule Zielscheibe für Hänseleien ist. Seine Wut läßt er an einer Ameisenarmee aus, deren Hügel er im Garten unter Wasser setzt.

Die fleißigen Tiere wissen sich jedoch zu wehren: Mit einem Zaubertrank lassen sie Lucas auf Ameisenformat schrumpfen. Die gutmütige Ameise Hova jedoch nimmt Lucas zur Seite und lehrt ihn Überlebenstechniken, die er auch in seinem wirklichen Leben bestens gebrauchen kann.

Ricky Bobby - König der Rennfahrer

Action, Vereinigte Staaten 2006.

Will Ferrell („Wedding Crashers“) ist Ricky Bobby, ein Rennfahrer, der in die Fußstapfen seines erfolgreichen Vaters tritt. „Wenn du nicht der Erste bist, bist du der Letzte“, lautet sein Motto, und schon bald ist er auf dem Gipfel seiner Karriere.

Ricky hat alles, was man sich wünschen kann: eine Vorzeigefamilie, ein großes Haus und vor allem eine umfangreiche Siegesserie mit seinem Partner Cal (John C. Reilly). Doch dann wendet sich das Blatt, als Ricky einmal nicht die Kurve kriegt. Nach einem Unfall ist nichts mehr wie zuvor. Adam McKay („Anchorman“) führte Regie.

Eine unbequeme Wahrheit

Dokumentarfilm, Vereinigte Staaten 2006

In den Vereinigten Staaten ist „Eine unbequeme Wahrheit“ bereits der dritterfolgreichste Dokumentarfilm aller Zeiten. Sein unbestrittener Star ist Al Gore, der einen eher trockenen Diavortrag mit zahlreichen Diagrammen zum Thema globale Klimaerwärmung hält. Gore begann im Anschluß an die knappe Niederlage bei der Präsidentenwahl im Jahr 2000 Diavorträge zum Thema Umwelt- und Klimaschutz zu halten.

2004 gründete Gore zusammen mit dem kurz zuvor bei Goldman Sachs ausgestiegenen David Blood einen Investmentfonds namens „Generation“, der sein Geld in klimafreundliche Technologien und Unternehmen steckt. Mit „Eine unbequeme Wahrheit“ ist es ihm und Regisseur Davis Guggenheim gelungen, den Marktdurchschnitt deutlich hinter sich zu lassen. Die Einnahmen will Gore in Aufklärungskampagnen stecken. So opponiert er gegen die offizielle Politik von George Bush, der sich noch immer weigert, das Kyoto-Protokoll zur globalen Verringerung des Kohlendioxyd-Ausstoßes zu unterzeichnen.

Angry Monk - Eine Reise durch Tibet

Dokumentarfilm, Schweiz 2006.

Gendun Choephel ist ein streitbarer buddhistischer Mönch, der in Tibet lebt und sich 1934 vom klösterlichen Leben abwendet, um in die Moderne aufzubrechen. Er ist ein Rebell, der die Gemüter der tibetischen Obrigkeit erhitzt, weil er als reinkarnierter Lama auch die Frauen und den Alkohol liebt. Als Freigeist ist er seiner Zeit weit voraus - für die heutige Zeit ist er zu einem Hoffnungsträger für ein freies Tibet geworden.

Der Schweizer Regisseur Luc Schaedler nimmt die Lebensgeschichte dieses unorthodoxen Mönchs zum Anlaß, ein Bild von Tibet aufzudecken, das gängige Klischees auf den Kopf stellt. Er erzählt von einem, der auf ausgedehnten Reisen nach etwas sucht, was das alte Tibet aus seiner Erstarrung lösen könnte, und verwebt Archivbilder von prächtigen Karawanen und Klöstern mit Szenen heutiger Schnellebigkeit.

Absolute Wilson

Porträt, Vereinigte Staaten / Deutschland 2006.

Seit Jahrzehnten werden die außergewöhnlichen Inszenierungen des amerikanischen Regisseurs Robert Wilson von Kritik und Publikum gefeiert. Nun kommt der Dokumentarfilm „Absolute Wilson“ unter der Regie von Katharina Otto-Bernstein in die Kinos.

Fünf Jahre lang hat die Hamburger Regisseurin den inzwischen 65jährigen Workaholic Wilson begleitet, Gespräche mit Familie, Kollegen und Freunden geführt und Privates und Archivmaterial zusammengetragen. Die Montage aus Bildern, Videos und Zeichnungen erzählt im Wechsel zeitlicher Ebenen die Lebens- und Schaffensgeschichte Robert Wilsons.

Quelle: @aper mit Material aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, von AP und der dpa
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