07.09.2004 · Über Nacht erwachsen werden, einen unbekannten Zwilling treffen, von einem Priester an der Ehe gehindert werden: Im Kino ist alles möglich, auch in dieser Woche. Diese Filme starten am Donnerstag.
Über Nacht erwachsen werden, einen unbekannten Zwilling treffen, von einem Priester an der Ehe gehindert werden: Im Kino ist alles möglich, auch in dieser Woche. Diese Filme starten am Donnerstag.
30 über Nacht
Komödie, Vereinigte Staaten 2004.
Jenna, 13, trägt eine Zahnspange, schwärmt für einen Jungen, der sie ignoriert, und gehört in der Schule nicht zur Gruppe der Coolen. Nichts wünscht sie sich sehnlicher, als schon erwachsen zu sein. Durch ein Wunder geht ihr Wunsch in Erfüllung, und sie wacht eines Morgens tatsächlich als Dreißigjährige auf. Jennifer Garner legt in der Rolle der Jenna eine so engagierte Spielfreude an den Tag, daß es ganz unangenehm ist, zuzugucken. Aus dem unscheinbaren, innerlich verknoteten Teenager der Anfangsszenen wird eine entsetzlich überdrehte Dreißigjährige, die aber - weil sie sich ihren naiven Charakter bewahrt hat - nicht mehr die verbiesterte Karrierefrau ist, die Jenna längst geworden war. Regie Gary Winick, mit Mark Ruffalo, Judy Greer und Andy Serkis.
Casomai - Trauen wir uns?
Drama/Komödie, Italien 2002.
Am Traualtar überkommen den Priester, der Tommaso und Stefania trauen soll, plötzlich Zweifel: Er skizziert die Zukunft des Paares als Szenario des Scheiterns und bringt die gesamte Hochzeitsgesellschaft zum Nachdenken. Regie Alessandro D'Alati, mit Stefania Rocca, Fabio Volo und Gennaro Nunziante.
The Village - Das Dorf
Thriller, Vereinigte Staaten 2004.
Die Bewohner eines kleinen Dorfes - gespielt von einem fabelhaften Ensemble mit Joaquin Phoenix, Adrien Brody, William Hurt, Sigourney Weaver und der herausragenden Debütantin Bryce Dallas Howard - im einsamen Waldgebiet von Covington Woods werden durch eine rätselhafte Bedrohung auf ein winziges Terrain beschränkt, gerade genug zum Überleben.
Viel mehr darf man nicht verraten: M. Night Shyamalan („The Sixth Sense“) ist es gelungen, einen Film von solcher Spannung zu drehen, daß schon Andeutungen über Handlung und Personen geeignet sind, einen Zauber zu zerstören, den man im Kino kaum noch erleben kann: das Gefühl vollständigen Ausgeliefertseins an das Leinwandgeschehen.
In deinen Händen
Drama, Dänemark 2003. Verbrecher, das sind die Insassen der Frauenhaftanstalt, in der Anna ihre neue Stelle als Gefängnispfarrerin antritt. Gerade ist auch Kate aus einer anderen Anstalt hierher verlegt worden. Einerseits knüpft Kate eine zarte, unerfüllte, gleichwohl verbotene Beziehung zu einem Wärter an. Andererseits erwartet Anna nach langen, vergeblichen Bemühungen, schwanger zu werden, endlich ein Kind, das sich jedoch als genetisch geschädigt und möglicherweise fehlgebildet erweist.
Wie die besten Filme Ingmar Bergmans reißt „In Deinen Händen“ einen Abgrund auf, der bis in die Tiefe der menschlichen Existenz reicht. Regie Annette K. Olesen, mit Ann Eleonora Jørgensen, Trine Dyrholm und Nikolaj Kopernikus.
Keine halben Sachen 2 - Jetzt erst recht
Komödie, Vereinigte Staaten 2004.
Vor vier Jahren waren Bruce Willis und Matthew Perry in „Keine halben Sachen“ erstmals als ungleiches Duo auf der Leinwand zu sehen. Willis spielte den Profikiller Jimmy „die Tulpe“ Tudeski, der sich in Kanada zur Ruhe setzen wollte, Perry den unbescholtenen Zahnarzt Nicoloas „Oz“ Oseransky.
Im Sequel von Howard Deutch treffen beide wieder aufeinander: Die ungarische Mafia, die auch noch nicht so häufig im Kino eine Hauptrolle spielte, kidnappt Oseranskys Ehefrau, und er sieht sich gezwungen, den Experten Jimmy um Hilfe zu bitten. Mit Amanda Peet, Kevin Pollak und Natasha Henstridge.
Kleinruppin Forever
Drama/Komödie, Deutschland 2003.
1985 begegnet der 19jähriger Bremer Tim bei einem Schulausflug in die DDR seinem unbekannten Zwillingsbruder Ronnie; der nutzt die unverhoffte Gelegenheit zu einem Rollentausch und haut ab in den Westen, während Tim in Kleinruppin bleiben muß. Der Wessi versucht gezwungenermaßen, sich an den ungewohnten DDR-Alltag zu gewöhnen, was ihm durch die Bekanntschaft der hübschen Jana deutlich erträglicher wird.
Regie in dem Film, der im Windschatten von „Good Bye, Lenin“ auf der Ostalgie-Welle reitet, führte Carsten Fiebeler, es spielen Tobias Schenke, Anna Brüggermann und Michael Gwisdek.
Martins Passion
Dokumentarfilm, Deutschland 2003.
Die Karriere des brasilianischen Starpianisten João Carlos Martins scheint beendet, als er seiner zweiten Leidenschaft, dem Fußballspiel, nachgeht und sich an der Hand verletzt. Es ist nicht der erste Schicksalsschlag im Leben des Musikers.
Martins gibt das Klavierspiel auf, findet aber bald wieder dahin zurück - obwohl er nur noch eine Hand hat. In dem Dokumentarfilm von Irene Langemann kommen langjährige Freunde Martins' wie Fußballidol Pelé und Jazz-Star Dave Brubeck zu Wort.
Stratosphere Girl
Drama, Deutschland/Schweiz/Frankreich/Italien 2003.
Angela (Chloé Winkel), eine elfenhafte Comiczeichnerin, kommt nach Tokio, wo sie sich in einem Nightclub als Konversationsdame betätigt und nebenbei mit weichem Stift und spitzen Fingern dem Schicksal einer verschwundenen Kollegin nachspürt. Das ist die Idee des Films, aber eine Geschichte wird nicht daraus, denn Matthias X. Oberg interessiert sich so sehr für die Zeichenkünste seiner Figur, daß er darüber die Figurenzeichnung vergißt. Mit John Ng, Rebecca Palmer und Tuva Novotny.