Martin Scorsese und Michael Ballhaus, der an diesem Freitag seinen siebzigsten Geburtstag feiert, sind ein Regie- und Kamerateam, wie es nicht viele gibt im zeitgenössischen Kino. Sie haben sieben Filme zusammen gedreht und arbeiten in Boston und New York gerade an ihrem achten. Zu dessen siebzigstem Geburtstag würdigt Scorsese den deutschen Kameramann:
„Zum ersten Mal hatte ich bei „After Hours“ im Jahr 1985 die Gelegenheit, mit Michael Ballhaus zusammenzuarbeiten. Ich war begeistert von seinem subtilen und doch immer ökonomischen Umgang mit dem Licht und seinem natürlichen Gespür für das Tempo der Kamerabewegungen, die bei ihm zu einer Art Kamerachoreographie werden.
Wenn ich an all die anderen Filme denke, die wir zusammen gedreht haben, kann ich den Rückhalt und den Enthusiasmus, die ich von ihm empfangen habe - manchmal unter den schwierigsten Bedingungen -, nicht hoch genug preisen. Wenn ich verzweifelte, blieb er ruhig. Kein Hindernis war jemals hoch genug, als daß es uns von den Einstellungen abgehalten hätte, die ich mir ausgedacht hatte, oder zumindest erreichten wir immer etwas, das dem nahekam.
Diese Eigenschaft, diese standhafte Unterstützung und sein Optimismus sind von unschätzbarem Wert für mich. Außerdem ist Michael ein wahrer Künstler mit einem außerordentlichen Wissenschatz über die Kunst und das Kino. Ein vorbildlicher Profi.“