25.11.2009 · 142 Millionen Dollar hat der zweite Teil der Verfilmung von Stephanie Meyers Blutsaugergeschichte am ersten Wochenende in den Vereinigten Staaten eingespielt. Das ist eine Menge Geld für solch eine blutleere Teenagerromanze.
Von Verena LuekenNirgends außer in der Bibel ist die Jungfräulichkeit ein ähnlich hohes Gut wie in der „Twilight“-Serie von Stephenie Meyer. Dabei wäre das Mädchen Bella sie gern los. Aber der Junge, den sie liebt, der Vampir Edward, macht da nicht mit.
Aus dieser eher schlichten Geschichte wurden bisher vier telefonbuchdicke Romane, die zu den größten Erfolgen im Jugendbuchsektor nahezu überall auf der Welt zählen. Und nach den Büchern kommen die Filme, so war es auch hier. Der erste, „Twilight“, war bereits ein Megahit, auch wenn gewisse Freiheiten, die sich die Regisseurin Catherine Hardwicke gegenüber der Vorlage herausnahm, in der Fangemeinde nicht geschätzt wurden. Der zweite Teil, „New Moon“, hat jetzt am Startwochenende in den Vereinigten Staaten die unglaubliche Summe von 142 Millionen Dollar eingespielt (zum Vergleich: Roland Emmerichs „2012“ schaufelte am ersten Wochenende 65 Millionen Dollar in die Kassen des Verleihs). Am Donnerstag kommt „New Moon“ in die deutschen Kinos.
Blutleere Angelegenheit
Leider muss man sagen, dass der im Vergleich zu Catherine Hardwicke entschieden bravere Regisseur Chris Weitz aus der Fortsetzung eine zwar texttreue, aber doch ziemlich blutleere Angelegenheit gemacht hat. Weil allerdings der melancholische Edward (Robert Pattinson) schon bald das Geschehen verlässt und bis kurz vor Schluss nur noch als Geist hin und wieder auftaucht, bekommt Bellas Jugendfreund Jacob (Taylor Lautner) eine Menge Zeit, seine im Zuge der Transformation zum Werwolf stetig härter werdenden Muskeln vorzuführen.
Überhaupt erlaubt es die Idee, dass er und seine heißblütigen Artgenossen ohne Hemden am glücklichsten sind, ihre bemerkenswert gestählten Oberkörper ein ums andere Mal dekorativ ins Bild zu rücken. Auch was die Schauwerte angeht, ist die Serie von der Liebe zu einem Vampir, die einer möglichen Verführung durch einen Werwolf locker standhält, deutlich Mädchensache.
Immer weiter
Sex liegt also auch im zweiten Teil durchaus in der Luft. Aber auch nur dort – und einer der zwei Witze, den sich Weitz bei diesem ewigen Hinhalten, fast Niedersinken, Wiederlosreißen und Anschmachten erlaubt, ist der, dass er Bella (Kristen Stewart) mit „American Virgin“ nach Italien fliegen lässt. Der Titelzusatz „Biss zur Morgenstunde“ ist übrigens nur ein weiterer Lockruf – zur dritten Folge, die dann im nächsten Sommer in unsere Kinos kommen wird.