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Kino „Gegen die Wand“ großer Gewinner beim Filmpreis

19.06.2004 ·  Die Erfolgsstory des Films „Gegen die Wand“ geht weiter. Der Gewinner des „Goldenen Bären“ heimste vier Deutsche Filmpreise ein: als bester Film, für die Regie Fatih Akins und die Hauptdarsteller Birol Ünel und Sibel Kekilli.

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Das deutsch-türkische Liebesdrama „Gegen die Wand“ ist der große Sieger beim 54. Deutschen Filmpreis 2004: Der Film des türkischstämmigen Filmemachers Fatih Akin wurde mit der goldenen Lola als bester Spielfilm und vier weiteren Preisen ausgezeichnet. Er hatte bereits im Februar den Goldenen Bären der Berlinale gewonnen. Den Filmpreis in Silber vergab Kulturstaatsministerin Christina Weiss am Freitag bei der Gala im Berliner Tempodrom an das Fußballdrama „Das Wunder von Bern“ von Sönke Wortmann und an „Kroko“ von Sylke Enders. Der Deutsche Filmpreis ist mit insgesamt fast drei Millionen Euro der höchstdotierte deutsche Kulturpreis.

Der Hauptpreis für Akin, die goldene Lola als bester Spielfilm, ist mit 500.000 Euro verbunden. Für seinen Film über Probleme der deutschen Türken der zweiten Einwandergeneration wurde der in Hamburg lebende 30jährige Akin auch als bester Regisseur des Jahres ausgezeichnet. Wortmann meinte, „Gegen die Wand“ sei ein „sehr, sehr guter Film, gegen den kann man auch verlieren“.

Goldene Lolas für Kekilli und Ünel

Akins Hauptdarsteller Sibel Kekilli und Birol Ünel gewannen für ihre schauspielerische Leistung ebenfalls jeder eine Lola in Gold, ebenso wie Kameramann Rainer Klausmann. Kekilli hatte am Tag zuvor in Berlin auch den „new faces award“ der Zeitschrift „Bunte“ als beste Nachwuchsdarstellerin erhalten. Die gelernte Heilbronner Verwaltungsfachangestellte Kekilli (24) stand für den Film zum ersten Mal vor einer Kinokamera.

Sibel Kekilli war bei der Preisverleihung zu Tränen gerührt. In Richtung ihrer Kritiker sagte die 24jährige: „Nur gewöhnliche Menschen haben großes Vergnügen an den Fehlern anderer Menschen.“ Kekilli war wegen ihrer Pornovergangenheit in die Schlagzeilen geraten, ihre türkischen Eltern hatten sich deswegen via Medien von ihr distanziert. „Mama, Papa, ihr könnt stolz auf mich sein“, schloß die Jungschauspielerin ihre Dankesrede.

„Das Wunder von Bern“ über den legendären deutschen Sieg bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1954 in Bern neben der Lola in Silber auch die beiden (undotierten) Publikumspreise als „Deutscher Kinofilm des Jahres“ und - für Peter Lohmeyer - als Schauspieler des Jahres. Der
Helmut-Rahn-Darsteller in dem Film, Sascha Göpel, hatte zuvor ebenfalls einen „new faces award“ der Zeitschrift
„Bunte“ als bester Nachwuchsschauspieler gewonnen.

Besondere Verdienste: Mario Adorf

Eine goldene Lola erhielten am Freitag für die besten Nebenrollen Fritzi Haberlandt („Liegen lernen“) und Detlev Buck („Herr Lehmann“), Sarah Clara Weber für den Schnitt in dem Film „Muxmäuschenstill“, Natascha E. Tagwerk für das Szenenbild in „Schultze gets the Blues“ sowie Max Berghaus, Dirk Reichhardt und Stefan Hansen für die Musik zu „Erbsen auf halb 6“. Der Berliner Autor Sven Regener wurde für sein Drehbuch zu „Herr Lehmann“ mit einer goldenen Lola ausgezeichnet.

Als Ehrenpreis für herausragende Verdienste um den deutschen Film wurde der Schauspieler Mario Adorf mit dem Deutschen Filmpreis in Gold geehrt. Bester ausländischer Film wurde „Lost in Translation“ von Sofia Coppola.

Zu der festlichen Gala, die erstmals live im Bezahlsender Premiere ausgestrahlt wurde, waren rund 2000 Gäste aus Kultur und Politik geladen, darunter der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), die Schauspieler Senta Berger, Maximilian Schell, Daniel Brühl und Uwe Ochsenknecht, die Regisseure Tom Tykwer, Doris Dörrie und Caroline Link sowie Hollywood-Kameramann Michael Ballhaus. Durch den Abend führten die Schauspielerin Jessica Schwarz und „Tagesthemen“- Moderator Ulrich Wickert.

Die Gewinner des 54. Deutschen Filmpreises

FILMPREIS IN GOLD (500 000 Euro): „Gegen die Wand“ (Fatih Akin)

FILMPREIS IN SILBER (400 000 Euro): „Kroko“ (Sylke Enders) und „Das Wunder von Bern“ (Sönke Wortmann)

BESTER KINDER-/JUGENDFILM (250 000 Euro): „Blindgänger“ (Bernd Sahling)

BESTER DOKUMENTARFILM (200 000 Euro): „Die Kinder sind tot“ (Regie/Buch Aelrun Goette)

Für hervorragende Einzelleistungen erhielten den Filmpreis in Gold (je 10 000 Euro):

BESTE HAUPTDARSTELLERIN: Sibel Kekilli („Gegen die Wand“)

BESTER HAUPTDARSTELLER: Birol Ünel („Gegen die Wand“)

BESTE NEBENDARSTELLERIN: Fritzi Haberlandt („Liegen lernen“)

BESTER NEBENDARSTELLER: Detlev Buck („Herr Lehmann“)

BESTE REGIE: Fatih Akin („Gegen die Wand“)

BESTER SCHNITT: Sarah Clara Weber („Muxmäuschenstill“)

BESTE KAMERA: Rainer Klausmann („Gegen die Wand“)

BESTE MUSIK: Max Berghaus, Dirk Reichardt und Stefan Hansen („Erbsen auf halb 6“)

BESTES SZENENBILD: Natascha E. Tagwerk („Schultze gets the Blues“)

Weitere künstlerische Einzelleistungen (30 000 Euro): Verfilmtes Drehbuch für „Herr Lehmann“ (Sven Regener) und unverfilmtes Drehbuch für „The Far Side of the Sea“ (Marei Gerken)

EHRENPREIS für herausragende Verdienste um den deutschen Film: Mario Adorf

BESTER AUSLÄNDISCHER FILM: „Lost in Translation“ (Sofia Coppola)

PUBLIKUMSPREISE: Kinofilm des Jahres: „Das Wunder von Bern“; Schauspieler des Jahres: Peter Lohmeyer

Quelle: @FAZ.NET mit Material von dpa
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