03.01.2008 · Was bringt das Kinojahr 2008? Es sind dann doch die Sequels wie Spielbergs neuer „Indiana Jones“ oder „Hell Boy 2“, die große Erwartungen wecken. Carolin Link hat nach Jahren wieder einen Film gemacht und der deutsche Mann des Jahres kommt wohl aus Hollywood.
Von Michael AlthenFilme sind ja immer auch Versprechen, Verheißung, Vorfreude. Man kann noch so oft darauf herumhacken, dass Hollywood seine Macht vor allem mit Fortsetzungen ausspielt, und muss doch zugeben, dass man diesen Blockbuster-Maschinen irgendwie entgegensieht. Der Jugendliche in uns, der Monate im Voraus von den Trailern entflammt wird, ist eben nicht kleinzukriegen, und deswegen freuen wir uns dann doch wieder auf all die Sequels, die mit großem Tamtam ihr Kommen ankündigen.
Am heißesten ersehnt ist dabei womöglich Steven Spielbergs „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“, denn immerhin sind fast zwanzig Jahre vergangen, seit Harrison Ford zum letzten Mal mit Schlapphut unterwegs war. Auch „Hell Boy 2: The Golden Army“ klingt verheißungsvoll, weil Guillermo del Toro ein großer Erneuerer des Genres ist. Bei „Die Mumie 3“ bleibt zu sehen, ob Rob Cohen den Elan der ersten beiden Teile beibehalten kann. Christoph Nolan macht mit „Dark Knight“ da weiter, wo er mit „Batman Returns“ aufgehört hat, und Daniel Craig hoffentlich auch, denn schließlich war sein Debüt in „Casino Royale“ der beste Bond seit Jahren. Weniger Hoffnungen hat man bei „Harry Potter und der Halbblutprinz“, noch weniger aber bei den „Chroniken von Narnia“, dem „Hulk“ und „Akte X 2“. Da waren schon die ersten Teile missraten, aber mittlerweile vertraut man dem Wiedererkennungswert offenbar mehr als der Erinnerung der Zuschauer.
Die Rückkehr der Deutschen
Aber auch deutsche Regisseure werfen international ihre Schatten voraus: Tom Tykwers Thriller „International“ mit Clive Owen darf erwartet werden und „10 000 BC“ von Roland Emmerich. Nach ihrem Oscar für „Nirgendwo in Afrika“ hat Caroline Link ihren ersten Film seit sieben Jahren gedreht: „Im Winter ein Jahr“ mit Karoline Herfurth und Sepp Bierbichler. Auch Max Färberböck hatte nach „September“ fünf Jahre Pause und kommt nun mit Nina Hoss als „Anonyma - Ein Frau in Berlin“ wieder.
Julia Jentsch spielt hingegen für Hermine Huntgeburth Fontanes „Effi“. Philipp Stölzl schickt Benno Fürmann und Florian Lukas in die Berge an die „Nordwand“, und Nikolai Müllerschön geht mit Matthias Schweighöfer in „Der rote Baron“ in die Lüfte. Marco Kreuzpaintner hat Ottfried Preußlers „Krabat“ verfilmt und Uli Edel Stefan Austs „Baader-Meinhof-Komplex“. Der deutsche Mann des Jahres kommt schätzungsweise dann doch wieder aus Hollywood: Tom Cruise als Graf Stauffenberg.