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Jost Vacano ging vor Gericht : Später Lohn für Kameramann des Kinoklassikers „Das Boot“

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„Der Alte“. Jürgen Prochnow spielte in „Das Boot“ den Kommandanten des U-Boots U-96. Bild: dpa

Wer den Kinoklassiker „Das Boot“ gesehen hat, weiß, welchen Anteil der Kameramann Jost Vacano am weltweiten Erfolg des Films hatte. Am Gewinn wurde er nicht beteiligt. Das ändert sich nach einem Gerichtsurteil jetzt.

          Der Chefkameramann des Kinofilms „Das Boot“ bekommt nach einem Urteil des Oberlandesgerichts München einen finanziellen Nachschlag einschließlich Zinsen von knapp 600.000 Euro. Zudem stehe Jost Vacano eine prozentuale Beteiligung an weiteren Erlösen zu. Für künftige Ausstrahlungen im Fernsehen könne er eine Vergütung verlangen. Vacano hatte bei der Produktion des Spielfilms des Regisseurs Wolfgang Petersen aus dem Jahr 1981 ein Honorar von rund hunderttausend Euro erhalten.

          Er hielt dies für nicht ausreichend und berief sich auf den Fairnessparagraphen im Urheberrecht. Die Produktionsfirma Bavaria Film, der Westdeutsche Rundfunk und die E.V.M. GmbH, die den Film auf Video und DVD verbreitet, hätten mit dem Film so hohe Einnahmen erzielt, dass ein auffälliges Missverhältnis entstanden sei, argumentierte Vacano. Er habe somit Anspruch auf eine angemessene Beteiligung an den Einnahmen.

          Der Spielfilm nach einer Romanvorlage des 2007 verstorbenen Schriftstellers Lothar-Günther Buchheim mit Jürgen Prochnow, Martin Semmelrogge, Herbert Grönemeyer und Uwe Ochsenknecht spielt im Jahr 1941 und handelt vom Schicksal einer deutschen U-Boot-Besatzung. Er wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet und in sechs Kategorien für den Oscar nominiert.

          Einen Stern auf dem Boulevard der Stars am Potsdamer Platz hat er seit dem Jahr 2011: Kameramann Jost Vacano.

          Als Chefkameramann habe Vacano Anteil am weltweiten Erfolg des Films, befand das OLG. Vacano hat demnach einen Anspruch auf rund 162.000 Euro von der Bavaria Film, rund 90.000 Euro vom WDR und rund 186.000 Euro von der E.V.M. GmbH. Das OLG folgte damit weitgehend der Entscheidung des Landgerichts als Vorinstanz. Anders als dieses sprach es Vacano aber auch Zinsen von 150.000 Euro zu. Zudem stehen ihm künftige Beteiligungen von jeweils 2,25 Prozent von Nettoerlösen der Bavaria Film und der E.V.M zu. Unter anderem geht es dabei um Einnahmen aus den Besucher-Touren auf dem Bavaria-Gelände, bei denen „Das Boot“ einen wichtigen Teil darstelle. Für künftige Fernsehausstrahlungen könne er Wiederholungsvergütungen vom WDR verlangen.

          Der Rechtsstreit zog sich über viele Jahre hin. Zunächst hatte Vacano die Auskunft erstritten, was der Film überhaupt an Erlösen erbracht hatte. 2013 verpflichtete das Oberlandesgericht München die Beklagten, Auskunft zu erteilen – zur Berechnung der Nachvergütung. Demnach hat der Film von 1995 bis 2013 mehr als vierzig Millionen Euro eingespielt.

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