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Internet Amerika: Kein Quellenschutz für Blogger

10.04.2005 ·  Gute und schlechte Nachrichten für Blogger: Die Internet-Schreiber dürfen einem kalifornischen Richter zufolge kein Recht auf Quellenschutz geltend machen. Dafür ist einer von ihnen nun im Weißen Haus akkreditiert.

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Die Blogger-Gemeinde, die mit ihren „Weblogs“ genannten Meinungsbörsen im Internet gern journalistische Anerkennung beansprucht, ist in den Vereinigten Staaten in die Schranken gewiesen worden.

Drei Blog-Sites, die Informationen über Produkte verbreiteten, die bei der Computerfirma Apple noch in der Entwicklung sind, sollen einem kalifornischen Richter zufolge kein Recht auf Quellenschutz geltend machen dürfen, wie es Journalisten verbrieft ist, um Informanten Anonymität garantieren zu können. Sie sollen ihre Quellen offenlegen.

Die Organisation Electronic Frontier Foundation (EFF), eine Bürgerrechtsgruppe, welche die fraglichen Websites „PowerPage“, „AppleInsider“ und „ThinkSecret“ vertritt, kritisierte den Spruch, der noch nicht rechtskräftig ist, scharf. „Hier steht auf dem Spiel, ob Online-Journalisten und unabhängigen Journalisten dieselben Rechte zustehen wie den Mitarbeitern der traditionellen Nachrichtenmedien“, sagte die EFF-Vertreterin Annalee Newitz.

Unterdessen ist der erste Blogger mit einem Tagesausweis zur Pressekonferenz des Weißen Hauses akkreditiert worden: Garrett Graff, Verfasser eines Internet-Journals namens „Fishbowl DC“ auf der New Yorker Website http://www.mediabistro.com/, erhielt von der Pressestelle des Weißen Hauses einen Tagesausweis.

Der dreiundzwanzigjährige Graff hatte eine Akkreditierung angestrebt, nachdem vor wenigen Wochen ein dubioser Online-Autor namens Jeff Gannon seine Akkreditierung verloren hatte. Gannon, der bei dem mit der Republikanischen Partei verbundenen Online-Portal Talonnews.com publizierte, hatte seinen Zugang unter Pseudonym erhalten und mehrere Monate lang an Pressekonferenzen des Präsidenten teilgenommen.

Quelle: nin. / F.A.Z., 11.04.2005, Nr. 83 / Seite 38
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Von Ursula Scheer

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