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Indien Kein Pardon für Hari Puttar

28.08.2008 ·  Hollywood gegen Bollywood: In den indischen Kinos soll ein Film namens „Hari Puttar: A Comedy of Terrors“ anlaufen, in dem das Studio Warner Brothers ein Plagiat seiner „Harry Potter“-Serie vermutet. Für die Ähnlichkeit der Namen hat der Produzent eine Erklärung parat.

Von Andreas Kilb
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In Indien sitzt und produziert die zweitgrößte Filmindustrie der Welt, nach Meinung vieler Inder sogar die größte. Und diese Maschinerie braucht natürlich Futter, sie braucht Ideen, Geschichten, Drehbücher, um jedes Jahr Aberhunderte von Filmen auswerfen zu können. Dabei kann sie, ebenso wie ihre amerikanische Konkurrenz, nicht immer Rücksicht auf Originalität und Autorenrechte nehmen – weshalb es jetzt zu einem Prozess zwischen Hollywood und Bollywood gekommen ist.

Am 12. September soll nämlich in den indischen Kinos ein Film namens „Hari Puttar: A Comedy of Terrors“ anlaufen, in dem das Studio Warner Brothers ein Plagiat seiner „Harry Potter“-Serie vermutet. Der Film erzählt die Geschichte eines indischen Jungen, der mit seiner Familie nach England zieht und dort zusammen mit seinem Cousin Tuk Tuk in eine Reihe von Abenteuern verstrickt wird; so rettet er etwa einen mit Geheimdaten gespickten Computerchip und fängt zwei Einbrecher. Das klingt nicht sehr nach „Harry Potter“, dafür um so mehr nach „Kevin – allein zu Haus“, was die Firma Warner aber nicht daran hindert, schon durch den akustischen Eindruck des Filmtitels ihr Copyright verletzt zu sehen.

Der Chef der indischen Produktionsgesellschaft Mirchi Movies, ein Mann namens Munish Purii, hat dazu erklärt, „Hari“ sei in Indien ein geläufiger Jungenname, und „Puttar“ bedeute im Dialekt der nordindischen Region Punjab schlicht „Sohn“. Ob das Harry Potters Anwälte beruhigen wird? Am kommenden Dienstag will das Gericht in Bombay über den Fall entscheiden. Ein deutscher Kinostart ist nicht geplant.

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Jahrgang 1961, Feuilletonkorrespondent in Berlin.

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