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Hollywood-Diva : Zsa Zsa Gabor ist tot

  • Aktualisiert am

Zsa Zsa Gabor im Jahr 1990 Bild: AP

Die Schauspielerin Zsa Zsa Gabor war weniger für ihre Filme als für ihre vielen Ehen und Affären mit prominenten Männern bekannt. Jetzt ist sie gestorben. Sie wurde fast 100 Jahre alt.

          Hollywood-Diva Zsa Zsa Gabor ist tot. Sie starb am Sonntag im Alter von 99 Jahren in ihrer Villa in Los Angeles an Herzversagen. Das bestätigte ihr Ehemann Frederic Prinz von Anhalt. Die aus Ungarn stammende Schauspielerin war weniger für ihre Filme als für ihre vielen Ehen und Affären mit prominenten Männern bekannt. In den letzten Jahren hatte sie mit ihrem achten Ehemann, dem in Deutschland geborenen von Anhalt, zusammengelebt.

          Die im Februar 1917 in Budapest geborene Gabor sei friedlich eingeschlafen, sagte von Anhalt. „Sie hatte keine Schmerzen, alles ging ganz schnell. Alles war in Ordnung und plötzlich wurden ihre Hände kalt.“ Er habe dann einen Krankenwagen gerufen. „Aber sie war nicht mehr zu retten. Sie haben alles versucht, ihr Herz wieder in Bewegung zu bringen, Beatmung alles und auch im Krankenhaus noch, aber das hat alles nichts mehr gebracht.“

          „Ich nenne jeden einfach ’Dahlink’, weil ich mir keine Namen merken kann.“  Zsa Zsa Gabors ungarischer Akzent machte das „Darling“ noch interessanter. Bilderstrecke

          Zahlreiche Ehen mit reichen Männern

          Gabor war der Inbegriff der mondänen Hollywood-Diva. In der Nachkriegszeit wurde die platinblonde Budapesterin in den Vereinigten Staaten als Schauspielerin und Sexsymbol bekannt. Später sorgte sie vor allem durch ihre zahlreichen Ehen mit reichen Männern für Schlagzeilen, ihr Ruhm bestand auch nach ihrem Abschied von der Filmarbeit fort. Die letzten 30 Jahre war Gabor mit von Anhalt verheiratet. Es war die mit Abstand längste ihrer Ehen.

          Ihr Ehemann zeigte sich tief erschüttert über den Tod seiner 26 Jahre älteren Frau, die er lange gepflegt hatte. Nun sei er „ganz alleine in dem großen Haus“, sagte von Anhalt weiter. Über die Beerdigung habe er sich noch keine Gedanken gemacht. „Keine Ahnung. Wir hatten doch gerade den Weihnachtsbaum und das ganze Schlafzimmer dekoriert, das Feuer brannte, überall waren rote Blumen, es war eine herrliche Weihnachtsstimmung. Und sie war so happy, als sie den Weihnachtsbaum gesehen hat.“ Erst vor kurzem habe er ihr noch eine Kaschmirdecke geschenkt – „damit sie es schön warm hat“.

          „Was für ein Leben“

          Gabor war seit längerem bettlägerig und schwer krank. Nach einem Sturz aus dem Bett setzen ihr die Ärzte im Sommer 2010 eine neue Hüfte ein. Wegen einer Infektion wurde ihr später das rechte Bein teilweise amputiert.

          Zahlreiche Stars betrauerten Tod der früheren „Miss Ungarn“ im Internet. „Es wird nur eine Zsa Zsa Gabor geben. Und ich mochte sie sehr. Ruhe in Frieden, meine Liebe“, schrieb der Moderator Larry King. Und sein TV-Kollege Piers Morgan kommentierte: „Was für ein Leben!“

          Gabor war in den 40er Jahren nach Hollywood gezogen und galt als Männermagnet. Zu ihren prominenten Partnern gehörte Oscar-Preisträger George Sanders, der Hotelmagnat Conrad Hilton und der Unternehmer John W. Ryan, der als Schöpfer der Barbie-Puppe gilt. In den 50er Jahren stand Gabor häufig vor der Kamera, darunter in Filmen wie „Moulin Rouge“, „In den Krallen der Venus“ und „Serenade einer großen Liebe“. Auch ihre Schwestern Magda und Eva traten als Schauspielerinnen auf. Durch ihren extravaganten Lebensstil geriet Zsa Zsa immer wieder in die Schlagzeilen.

          Ein Leben voller Affären

          Gabor kultivierte ihr Image als Sexsymbol. Mit hellblondem Haar und kurvenreichem Körper entsprach sie dem Schönheitsideal der Nachkriegszeit. In ihrer Autobiografie dokumentierte sie eine lange Reihe von Affären. Sie gab an, im Alter von 15 Jahren bei einer Begegnung mit Kemal Atatürk, dem Gründer der modernen Türkei, ihre Jungfräulichkeit verloren zu haben: „Für den Rest meines Lebens suchte ich nach einem anderen Gott, der ihn noch überragte.“ Fündig wurde sie immer wieder: Detailliert beschrieb sie ihre Affären etwa mit Sean Connery und Frank Sinatra. Zu den Männern, deren Avancen sie zurückwies, zählten nach Gabors Darstellung John F. Kennedy, Elvis Presley und Henry Fonda.

          Eine Ohrfeige für einen Verkehrspolizisten in Beverly Hills brachte die Diva 1989 drei Tage hinter Gitter. Mit der Schauspielerin Elke Sommer stritt sie sich vor Gericht, ebenso mit ihrer einzigen Tochter, Constance Francesca Hilton, einem Kind aus der Ehe mit Conrad Hilton.

          Gabor kämpfte schon lange mit gravierenden gesundheitlichen Problemen und musste mehrfach ins Krankenhaus eingeliefert werden. Seit 2002 saß sie nach einem Autounfall im Rollstuhl. 2005 erlitt sie einen Schlaganfall. Am 6. Februar wäre sie 100 Jahre alt geworden.

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