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Hörfunk HR denkt um: „Der Tag“ darf bleiben, „Schwarz Weiß“ nicht

25.05.2004 ·  Es geschehen noch Zeichen und Wunder. Der HR prüft, ob die Sendung "Der Tag" von HR 1 auf HR 2 verlegt und dort in der bisherigen Form fortgeführt werden kann.

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Es geschehen noch Zeichen und Wunder. Oder sollten wir jetzt sagen, wir hätten es von Anfang an gewußt, nur weil in dieser Zeitung (8. Mai) vorgeschlagen wurde, was beim Hessischen Rundfunk jetzt offenbar in die Tat umgesetzt wird? Der HR prüft, ob die Sendung "Der Tag" von HR 1 auf HR 2 verlegt und dort in der bisherigen Form fortgeführt werden kann.

"Die intensive Auswertung der zahlreichen Zuschriften und E-Mails", sagte der HR-Hörfunkdirektor Heinz-Dieter Sommer, habe "gezeigt, daß es eine große Zahl von Hörerinnen und Hörern gibt, die an dem Format ,Der Tag' in der kompakten, einstündigen Form interessiert sind." Somit passe "Der Tag" als "qualifizierte Einschaltsendung in das Programm der Kulturwelle HR 2, die sich seit der Programmreform im letzten Jahr als "Einschaltradio" profiliert habe.

Reitze ist zufrieden

Der Intendant des HR, Helmut Reitze, begrüßte die Entscheidung seines Direktors. Wenn alle Hörer, die sich für den "Tag" stark gemacht hätten, künftig HR 2 einschalteten, werde dies die Akzeptanz dieser Welle "deutlich verbessern". Keine Rettung wird es bei der zum 1. September geplanten Reform von HR 1 jedoch für das Musikmagazin "Schwarz Weiß" geben. Während "Der Tag" der ursprünglichen Planung zufolge von einer auf zwei Stunden ausgedehnt, dabei aber in eine Musiksendung mit hälftigem Einzelwortbeitraganteil verwandelt werden sollte, wird die abendliche Musiksendung "Schwarz Weiß" aufgegeben und durch eine Musikstrecke ersetzt, die in der internen Senderplanung "Lounge" heißt.

In Sachen "Der Tag" jedoch vollzieht der HR eine echte Kehrtwendung. Und diese als Reaktion auf Hörerproteste, deren Zahl der Sprecher des Senders, Michael Dartsch, nicht genau benennen will, die aber eine "beachtliche Größenordnung" habe und daher "bedenkenswert" sei. Dies hatten der Hörfunkdirektor Sommer und der HR-1-Wellenchef Christian Gramsch bis dato jedoch ganz anders gesehen. Vom "Einschaltradio" als "Ausschaltimpuls" war vor Tagen erst noch die Rede gewesen und von einem Programm, das aus einem Guß zu sein habe. Derweil bekamen die Kritiker, die sich in der Initiative "Rette Dein Radio" zusammengeschlossen haben, die am Montag ihren fünftausendsten Unterstützer willkommen heißen wollte, seitens des HR zu hören, daß sie ein unlauteres Spiel trieben und versuchten, die Mitarbeiter des Senders in Mißkredit zu bringen.

Auch diese, zwischenzeitlich recht unsouverän anmutende Bewertung paßt zu der jetzigen Entscheidung, zumindest eine der beiden Vorzeigesendungen des HR-Radios zu erhalten, nicht. Es bleibe jedoch dabei, daß die Reform der Hörfunkwellen auch einen Beitrag zu der Sparvorgabe von hundert Millionen Euro bis zum Jahr 2008 leisten müsse, sagte der HR-Intendant Reitze. "Der Tag" gilt aufgrund seines journalistischen Aufwands als "teure" Sendung, das gestrichene Musikmagazin "Schwarz Weiß" ist derweil - neben seinen inhaltlichen Qualitäten - auch in puncto Kosten kaum zu schlagen. Der nunmehr offizielle Plan zur Rettung von "Der Tag" soll dem Hörfunkausschuß des Runfunkrats, aus dem heraus ebenfalls Kritik laut geworden war, am 3. Juni vorgelegt werden.

Quelle: miha. / Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.05.2004, Nr. 121 / Seite 40
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