26.01.2006 · Filme der Altmeister Sidney Lumet, Robert Altman und Claude Chabrol, Werke mit Natalie Portman, George Clooney und Meryl Streep, Deutsches von Buck und Roehler: das Programm der Berlinale 2006.
Der offizielle Berlinale-Wettbewerb ist komplett: 19 Filme aus aller Welt gehen ins Rennen um den Goldenen und die Silbernen Bären. Deutschland ist dabei mit vier Werken am stärksten vertreten, Hollywood mit zwei Titeln eher wenig.
Als letzte Filme kamen „Find Me Guilty“ (Vereinigte Staaten) von Regie-Altmeister Sidney Lumet und „Offside“ (Iran) von Jafar Panahi in die Auswahl, teilten die Internationalen Filmfestspiele (9. bis 19. Februar) am Donnerstag in Berlin mit. Außer Konkurrenz laufen sieben Produktionen - darunter „Capote“ mit Philip Seymour Hoffman, „Syriana“ mit George Clooney sowie die zum Teil in Babelsberg gedrehte Comicverfilmung „V wie Vendetta“ mit Natalie Portman. Das Wettbewerbsprogramm wartet mit 13 Weltpremieren auf.
Der 81 Jahre alte Regisseur Lumet, der 1957 „Die zwölf Geschworenen“ drehte, beschäftigt sich wieder mit dem Thema Justiz. „Find Me Guilty“ mit Vin Diesel beruht auf wahren Begebenheiten und schildert den längsten Mafiaprozeß in der amerikanischen Rechtsgeschichte. „Offside“ handelt von einem Ereignis am Rande eines Fußballspiels im Teheraner Azadi Stadion: Ein als Junge verkleidetes Mädchen versucht, sich Zugang zu verschaffen, denn Frauen sind offiziell nicht zugelassen.
Deutsche Hoffnungen
Der Berlinale-Abschlußfilm, der außer Konkurrenz läuft, wird am 30. Januar bekanntgegeben. Zur Eröffnung wird Marc Evans' Drama „Snow Cake“ (Großbritannien/Kanada) mit Alan Rickman und Sigourney Weaver gezeigt, das auch im Wettbewerb antritt. Die deutschen Bären-Hoffnungen ruhen auf Oskar Roehlers „Elementarteilchen“, Hans-Christian Schmids „Requiem“, „Der freie Wille“ von Matthias Glasner und „Sehnsucht“ von Valeska Grisebach. In der Berlinale-Sektion Panorama stellen zudem Detlev Buck und Dominik Graf ihre neuen Filme „Knallhart“ beziehungsweise „Der Rote Kakadu“ vor.
Bereits in seinem ersten Berlinale-Jahr 2002 hatte Festivalchef Dieter Kosslick mit vier deutschen Wettbewerbsfilmen aufgetrumpft, die in früheren Berlinale-Jahren eher weniger in Erscheinung traten. Der amerikanische Regisseur Robert Altman ist mit „A Prairie Home Companion“ mit Meryl Streep im Wettbewerb dabei. Der französische Altmeister Claude Chabrol präsentiert „Staatsaffairen“ mit Isabelle Huppert, der Brite Michael Winterbottom seinen politisch brisanten Streifen „The Road to Guantanamo“. Die britische Schauspielerin Charlotte Rampling leitet die Jury, der auch Armin Mueller-Stahl angehört.
Das Programm der Berlinale 2006
Wettbewerb
„Elementarteilchen“ von Oskar Roehler (Deutschland), mit Moritz Bleibtreu und Christian Ulmen
- „Requiem“ von Hans-Christian Schmid (Deutschland), mit Sandra Hüller und Burghart Klaußner
- „Der freie Wille von Matthias Glasner (Deutschland), mit Jürgen Vogel
- „Sehnsucht“ von Valeska Grisebach (Deutschland)
- „A Prairie Home Companion“ von Robert Altman (Vereinigte Staaten), mit Meryl Streep
- „Find Me Guilty“ von Sidney Lumet (Vereinigte Staaten), mit Vin Diesel
- „Snow Cake“ von Marc Evans (Großbritannien/Kanada), mit Alan Rickman und Sigourney Weaver
- „The Road to Guantanamo“ von Michael Winterbottom (Großbritannien)
- „L'ivresse du pouvoir“ („Staatsaffairen“) von Claude Chabrol (Frankreich), mit Isabelle Huppert
- „Zemestan“ (It's Winter) von Rafi Pitts (Iran)
- „Offside“ von Jafar Panahi (Iran)
- „Slumming“ von Michael Glawogger (Österreich), mit August Diehl
- „Romanzo Criminale“ von Michele Placido (Italien)
- „El Custodio“ („Der Schatten“) von Rodrigo Moreno (Argentinien)
- „Isabella“ von Pang Ho-Cheung (Hongkong/China)
- „Candy“ von Neil Armfield (Australien)
- „Grbavica“ von Jasmila Zbanic (Bosnien-Herzegowina)
- „Invisible Waves“ von Pen-Ek Ratanaruang (Thailand)
- „En Soap“ von Pernille Fischer Christensen (Dänemark)
Außer Konkurrenz:
- „Capote“ von Bennett Miller (Vereinigte Staaten), mit Philip Seymour Hoffman
- „Syriana“ von Steve Gaghan (Vereinigte Staaten), mit George Clooney und Matt Damon
- „V wie Vendetta“ von James McTeigue (Vereinigte Staaten), mit Natalie Portman
- „The New World“ von Terrence Malick (Vereinigte Staaten)
- „Wu Ji“ von Chen Kaige (Hongkong/China)
- „The Science of Sleep“ von Michel Gondry (Frankreich), mit Charlotte Gainsbourg
Der außer Konkurrenz laufende Abschlußfilm wird noch bekanntgegeben.