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Filmfestival in Cannes : Goldene Palme für Sozialdrama von Ken Loach

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Produzentin Rebecca O’Brien und Ken Loach Bild: AP

Die Goldene Palme des Filmfestivals Cannes geht an das Sozialdrama „I, Daniel Blake“ des Briten Ken Loach. Eine Enttäuschung erlebt die deutsche Regisseurin Maren Ade.

          Die Goldene Palme des Filmfestivals Cannes geht an das Sozialdrama „I, Daniel Blake“ des Briten Ken Loach. Das gab die Jury am Sonntagabend in Südfrankreich bekannt. Es ist die zweite Goldene Palme für Loach: Der 79-Jährige gewann bereits 2006 für das historische Drama „The Wind That Shakes the Barley“. Für Großbritannien ist es die achte Goldene Palme in der Geschichte des Festivals. Die deutsche Regisseurin Maren Ade, die als große Favoritin gehandelt worden war, ging mit „Toni Erdmann“ überraschend völlig leer aus.

          In „I, Daniel Blake“ erzählt Loach von einem älteren Handwerker, der nach einer Krankheit arbeitsunfähig ist - von den Behörden aber kein Geld bekommt, sondern sich stattdessen in einem aussichtslosen Kampf gegen den Irrsinn der Ämter wiederfindet.

          Das Internationale Festival von Cannes gilt als das wichtigste Filmfest der Welt. Es fand in diesem Jahr zum 69. Mal statt. Im Wettbewerb konkurrierten 21 Filme um die Hauptpreise. 2015 hatte das Flüchtlingsdrama „Dheepan“ des französischen Regisseurs Jacques Audiard die Goldene Palme gewonnen.

          Filmfestival : Ken Loach gewinnt die Goldene Palme in Cannes

          Loach überzeugte die Jury unter dem Vorsitz des Australiers George Miller mit seinem Sozialdrama über den kafkaesken Kampf eines Schreiners um staatliche Unterstützung, nachdem er wegen eines Herzinfarkts nicht mehr arbeiten kann. Der linksgerichtete Filmemacher Loach ist bekannt für seine Dramen, in denen er die Schicksale sozial Benachteiligter darstellt und gesellschaftliche Ungerechtigkeiten anprangert.

          Wunderkind der Branche

          Diese Trophäe als beste Schauspielerin  holte die Philippinerin Jaclyn Jose. Die 52-Jährige erhielt die begehrte Auszeichnung für ihre Leistung in dem Anti-Korruptions-Drama „Ma’ Rosa“ von Brillante Mendoza.

          Bester Schauspieler wurde der Iraner Shahab Hosseini. Der 42-Jährige erhielt den Preis für seine Rolle in dem Film „The Salesman“ von dem iranischen Regisseur Asghar Farhadi. „Dieser Preis gehört meinem Volk und ich gebe ihm von ganzem Herzen den Preis“, sagte Hosseini in seiner Dankesrede.

          Regisseur Farhadi wurde zudem für das beste Drehbuch ausgezeichnet. Der 44-Jährige erzählt in „The Salesman“ die Geschichte eines Schauspielerpaares, dessen Leben durch einen Angriff auf die Frau aus der Bahn geworfen wird.

          Der Große Preis der Jury ging an den erst 27 Jahre alten Kanadier Xavier Dolan, der als Wunderkind der Branche gilt, für seinen Film „Juste la fin du monde“.

          Quelle: dpa

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