02.03.2004 · Mel Gibsons umstrittener Jesus-Film wird auch in Frankreich zu sehen sein. Der Produzent Ben Ammer will eigens dafür einen Vertrieb aufbauen. Französische Verleiher hatten den Film angeblich abgelehnt.
"Als Muslim, der an Jesus glaubt, hielt ich es für meine Pflicht, den Film in die französischen Kinos zu bringen" - und das auch noch rechtzeitig zu Ostern: Spektakulärer hätte man die Polemik um das französische Schicksal von Mel Gibsons Film nicht auf die Spitze treiben können.
Tarek Ben Ammar, dem man die frohe Botschaft verdankt, ist Berater von Murdoch und Berlusconi, der einen kleinen Anteil an seiner Produktionsfirma "Quinta" hält. Um den Film seines Freundes Mel Gibson nach Frankreich zu bringen, will Ben Ammar eigens einen Vertrieb aufbauen. Die französischen Verleiher hätten den Film durchweg abgelehnt, war aus Amerika zu hören.
Schon geisterte das Gerücht von einer "jüdischen Lobby" durch die Zeitungen. Marin Karmitz bestritt indes, daß seiner Firma MK2 oder auch Pathé der Film angeboten worden sei. In Frankreich hat nun mancher den Eindruck, daß der Film als trojanisches Pferd der amerikanischen Filmindustrie in das Land eindringe - als Speerspitze eines neuen Akteurs auf dem nationalen Markt. Vieles deutet darauf hin, daß es sich tatsächlich um eine neue und durchaus von langer Hand inszenierte Episode im transatlantischen Kulturkrieg handelt. Schon am 4. April soll der Start erfolgen, mit Hunderten von Kopien.