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Donnerstag, 23. Februar 2012
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Festival in Cannes Lars von Trier geächtet - Rasulof darf reisen

19.05.2011 ·  Die jüngste Provokation hatte Folgen: Der dänische Regisseur Lars von Trier ist nach Äußerungen über Hitler vom Festival offiziell zur „unerwünschten Person“ erklärt worden. Gute Nachrichten gibt es unterdessen über den iranischen Regisseur Mohammed Rasulof.

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Der dänische Regisseur Lars von Trier ist vom Festival in Cannes nach seinen jüngsten Äußerungen über Adolf Hitler und die Nazis (siehe Video: Von Triers Nazi-Äußerungen in Cannes) offiziell zur „unerwünschten Person“ erklärt worden. Ab sofort gelte von Trier als „Persona non grata“, teilte der Verwaltungsrat des Festivals am Donnerstag mit und entzog ihm die Akkreditierung. Von Trier darf das Festivalpalais in Cannes vorerst nicht mehr betreten. Die jüngsten Kommentare des Filmemachers seien „nicht akzeptabel, nicht tolerierbar und stehen im Gegensatz zu den Idealen der Humanität und Großzügigkeit“ des Festivals, heißt es in einer Erklärung.

Ein Ausschluss wie für von Trier ist in den bisher 64 Jahrgängen von Cannes noch nie passiert und gilt auch nur für 2011, wie Festivalpräsident Gilles Jacob und sein Bevollmächtigter Thierry Frémaux in einem Pressegespräch betonten. Frémaux: „Er ist bekannt für seine Provokationen, aber er hat begriffen, dass er dieses Mal zu weit gegangen ist.“

Verbannung akzeptiert

Im Verwaltungsrat des Festivals sitzen unter anderem staatliche und städtische Vertreter. Die Entscheidung sei nicht einstimmig erfolgt und gelte auch nur für die Person Lars von Trier, nicht für seinen Film „Melancholia“. Der Film steht damit weiterhin im Wettbewerb um die Goldene Palme.

Von Trier hat seine „Verbannung“ vom Festival in Cannes akzeptiert und für seine Äußerungen über Hitler und die Nazis um Verzeihung gebeten. „Das war total schwachsinnig“, sagte von Trier am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in Cannes. „Natürlich sympathisiere ich nicht mit Hitler. Ich mag ein Schwein sein, aber ein Nazi bin ich nicht.“

Von Trier hatte am Mittwoch auf der Pressekonferenz zu seinem Wettbewerbsbeitrag „Melancholia“ erzählt, dass seine Familie deutsche Wurzeln habe. „Ich bin ein Nazi“, sagte er. „Ich verstehe Hitler. Ich glaube, dass er ein paar schlechte Dinge gemacht hat, klar, aber ich kann ihn mir in seinem Bunker vorstellen, am Ende.“

Der Däne hatte sich für diese Äußerungen bereits am Mittwochabend über seine Agentur entschuldigt: „Wenn ich heute Morgen jemanden durch meine Worte verletzt habe, möchte ich mich aufrichtig entschuldigen. Ich bin weder antisemitisch, habe keine rassistischen Vorurteile, noch bin ich ein Nazi.“

Reiseverbot aufgehoben

Unterdessen wurde bekannt, dass die iranischen Behörden das gegen den Regisseur Mohammed Rasulof verhängte Reiseverbot aufgehoben haben. Der 37-Jährige habe am Montag die offizielle Bestätigung dafür erhalten, sagte sein Anwalt Iman Mirsa-Sadeh am Dienstag der amtlichen Nachrichtenagentur Isna. Die Behörden hätten „glücklicherweise“ entschieden, die Hindernisse aus dem Weg zu räumen, die eine Reise seines Mandanten zu den französischen Filmfestspielen in Cannes verhindert hatten. Er sei aber „nicht sicher“, ob Rasulof nun noch nach Cannes reisen werde, da sein Film „Auf Wiedersehen“ bereits gezeigt worden sei.

Rasulof war wie sein renommierter Kollege Dschafar Panahi im Dezember wegen seiner von den Behörden missliebig beäugten Arbeit als Regisseur zu einer Haftstrafe verurteilt und mit einem Berufsverbot belegt worden. Bis zum Abschluss des Berufungsverfahrens wurden beide unter Auflagen freigelassen, sie stehen aber unter Hausarrest. Rasulof wird „feindliche Propaganda“ in seinem Streifen vorgeworfen. Dieser handelt von einer jungen Anwältin aus Teheran, die sich um ein Ausreise-Visum aus dem Iran bemüht. Der Dreh des Films war von den Behörden nicht verboten worden.

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