25.11.2005 · Und wieder wird Zeitgeschichte zum großen Historiendrama: Sat.1 zeigt „Die Luftbrücke“ mit Heino Ferch und Ulrich Tukur. Außerdem in der Fernsehwoche: eine Doku über den Lennon-Mord.
Und wieder wird Zeitgeschichte zum großen Historiendrama: Sat.1 zeigt „Die Luftbrücke“ mit Heino Ferch und Ulrich Tukur. Außerdem in der Fernsehwoche: eine Doku über den Lennon-Mord.
Samstag, 26. November
ZDF, Krimi, 20.15 Uhr: Sperling und die Katze in der Falle
Ein Junge verschwindet. Liegt ein Verbrechen vor? Kommissar Sperling stößt bei seinen Ermittlungen auf den undurchsichtigen Georg Giessen, bei dem die Eltern des vermißten Kindes als Hausmeister arbeiten. Dieter Pfaff als Sperling bekommt in diesem neuen Fall mit Sebastian Koch („Speer und Er“) einen hochkarätigen Mit- und Gegenspieler.
Sonntag, 27. November
Sat.1, Geschichtsdrama, 20.15 Uhr: Die Luftbrücke - Nur der Himmel war frei (1)
So könnte es damals gewesen sein, 1948/49, als der sowjetische Diktator Stalin West-Berlin von der Außenwelt abschloß und Flugzeuge die Stadt aus der Luft versorgen mußten: Im Büro des Generals Philip Turner (Heino Ferch) haben drei Männer an einem Tisch Platz genommen und diskutieren. Der amerikanische General Lucius D. Clay (Ulrich Tukur) ist äußerst unruhig. Hinter der beschlagenen Fensterscheibe liegen Start-und-Lande-Bahn des Flughafens Tempelhof. Militärfahrzeuge rollen über das Vorfeld. Sie liefern Pakete ab, die freiwillige Helfer in den Frachträumen der Rosinenbomber verstauen. Die Stimmen werden lauter.
Neue Flugzeuge müssen her, größere, bessere, fordert Turner. Axel Kielberg (Ulrich Noethen), Arzt im städtischen Krankenhaus, erzählt von verbrannten Leichen und weinenden Kindern. Die Dramaturgie des Geschichtsdramas, produziert von Nico Hofmanns Firma Teamworx und inszeniert von Dror Zahavi, setzt zudem auf eine Liebesgeschichte zwischen General Turner und seiner Sekretärin Luise Kielberg (Bettina Zimmermann). Eingebettet ist diese Liaison, die zu einer ménage à trois wird, als Luises totgeglaubter Ehemann Axel auftaucht, in das politische Schachspiel der Mächtigen und die Ereignisse um die Berlin-Blockade. Rund 280.000mal donnerten die Flugzeuge damals über die Stadt und warfen ihre Fracht ab. Sieben Millionen Euro hat die Produktion den Sender und diverse Filmförderer gekostet. Zweiter Teil am morgigen Montag um 20.15 Uhr.
Montag, 28. November
Arte, Dokumentarfilm, 22.20 Uhr: Hakoah - Club der Sirenen
Yaron Zilberman erzählt die Geschichte des 1809 gegründeten jüdischen Sportvereins „Hakoah Wien“, deren Mitglieder zahllose Erfolge feierten - bis zum Jahr 1938. Eine Art Heimweh läßt die bis nach Australien verstreuten Schwimmerinnen den Ort wieder besuchen, wo sie einst Trophäen für Österreich errangen, bis ihnen der kollektive Haß entgegenschlug.
Dienstag, 29. November
Tele 5, Westerndrama, 20.15 Uhr: Das Reich und die Herrlichkeit
Thomas Hardy, der britische Romancier, hätte wohl kaum davon geträumt, den Stoff für einen Kino-Western zu liefern - auch wenn es kein Western geworden ist, wie man ihn kennt. Michael Winterbottom hat Hardy-Motive in den Schnee der kalifornischen Sierra Nevada importiert, in die Zeit des großen Goldrauschs von 1867. „Das Reich und die Herrlichkeit“ spielt an einem Ort mit dem schönen Namen Kingdom Come, den die Tragödie unter den Pionieren in ein Flammenmeer verwandeln wird. Mit Milla Jovovich, Nastassja Kinski und Sarah Polley lohnt der Besuch.
Mittwoch, 30. November
Arte, Dokumentation, 20.40 Uhr: Mordfall John Lennon
Am 8. Dezember vor 25 Jahren fand John Lennon, Ex-„Beatle“, Friedensaktivist und Popidol, ein gewaltsames Ende durch die Schüsse, die Mark Chapman auf ihn abfeuerte. Egon Koch und Friedrich Scherer erzählen in ihrem Film die Geschichten Lennons und seines Mörders.
Donnerstag, 1. Dezember
ARD, Gala, 20.15 Uhr: Bambi 2005
Und wieder einmal ist es Zeit für diese merkwürdige Veranstaltung, in der ein Verlagshaus aus weitgehend undurchsichtigen Gründen Rehkitze an prominente Menschen verteilt und ein öffentlich-rechtlicher Fernsehsender alles live überträgt. In diesem Jahr bekommen unter anderem Timo Boll, Michael Ballack, die Klitschko-Brüder, Mariah Carey, Veronica Ferres und die Jungs von „Tokio Hotel“ ein Bambi in die Hand gedrückt.
Freitag, 2. Dezember
ARD, Drama, 23 Uhr: Das Verlangen
Der Film, mit dem Iain Dilthey sein Studium an der Ludwigsburger Filmakademie abgeschlossen hat, gewann im Jahr 2002 beim Festival in Locarno überraschend den Hauptpreis. Die Geschichte dreht sich um maulfaule Provinzler, hinter deren bigotter Fassade sich das Schlimmste anstaut. Eine vernachlässigte Pfarrersfrau verliebt sich in einen Nachbarn, der sich jedoch als Frauenmörder erweist, und tötet, um ihn zu schützen, einen Polizisten. „Das Verlangen“ schwelgt zu sehr im Trostlosen, doch auch wer die tickenden Uhren, kargen Mahlzeiten und erstarrten Mienen des Films übertrieben findet, muß seine Formstrenge und Intensität bewundern. Mit Susanne-Marie Wrage, Klaus Grünberg und Robert Lohr.