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Fernsehwoche, 17. - 23. April RTL setzt den Höllenhelm auf

 ·  In dieser Fernsehwoche startet RTL „Fear Factor“, die Furcht- und Ekel-Show, die schon lange vor ihrer Ausstrahlung für Aufregung sorgte. Außerdem debütiert „Bully“-Kumpan Christian Tramitz mit einer eigenen Comedy-Show.

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In dieser Fernsehwoche startet RTL „Fear Factor“, die Furcht- und Ekel-Show, die schon lange vor ihrer Ausstrahlung für Aufregung sorgte. Außerdem debütiert „Bully“-Kumpan Christian Tramitz mit einer eigenen Comedy-Show. Der Überblick von FAZ.NET.

Samstag, 17. April

ZDF, Show, 20.15 Uhr: 50 Jahre Rock!

Am 12. April 1954 veröffentlichte Bill Haley seine Rock'n'Roll-Nummer „Rock Around The Clock“ - wenn man so will, und manche wollen so, die Geburtsstunde des Rock. Im ZDF darf am heutigen Abend der dreiundfünfzig Jahre alte Thomas Gottschalk den Geburtstag seines Beinahe-Altersgefährten feiern. Die Gästeliste macht sich allerdings recht traurig aus: Wenn Peter Kraus, BAP, Status Quo, Shakin' Stevens, die Puhdys und, die Show findet in Hannover statt, die Scorpions auftreten, dann fragt man sich schon, ob man auf der richtigen Party ist. Womit es uns wie Michail Gorbatschow ergehen dürfte, der ebenfalls eingeladen ist, warum auch immer.

Sonntag, 18. April

ARD, Krimi, 20.15 Uhr: Tatort. Janus

Möglicherweise spekuliert Jürgen Tarrach ja darauf, einmal eine Rolle als „Tatort“-Kommissar zu ergattern. Als Verdächtiger jedenfalls ist er in der Krimireihe längst Stammgast. Nach einem Auftritt bei den Bayern („Norbert“, 1999) und den Berlinern („Zahltag“, 2002) gibt der Schauspieler nun dem Frankfurter Team die Ehre. Tarrach spielt einen wegen Vergewaltigung Vorbestraften, dessen Psychologin erstochen wird. Von ihm?

Montag, 19. April

ZDF, Drama, 20.15 Uhr: Königskinder

Merle und Abel, beide 18 und ein Paar, träumen von der großen weiten Welt. Dann wird Merle schwanger. Weil sie sich von ihrer erträumten Zukunft nicht verabschieden möchten, beschließen die werdenden Eltern, das Kind bei einer „Babyklappe“ in Hamburg abzugeben. Wieder einmal unternimmt es die Drehbuchautorin Beate Langmaack auch hier, ein sperriges Problem aufzubrechen, diesmal gemeinsam mit der Nachwuchsregisseurin Isabel Kleefeld.

Arte, Komödie, 20.45 Uhr: Paradiesvögel

Jeden Morgen flüchtet der 19 Jahre alte Bourgeois aus dem elterlichen Schloß in die Stadt: In Gelegenheitsjobs erprobt er die proletarische Existenz, schnuppert den Duft der Straße. So öffnet der aus Georgien stammende Regisseur Otar Iosseliani den Weg in eine Traumexistenz, zeichnet aber alles andere als eine Idylle.

Pro Sieben, Comedy, 21.45 Uhr: Tramitz and friends

Christian Tramitz, bislang seinerseits nur als Freund und Partner von „Bully Herbig“ bekannt, darf in einer eigenen Comedy-Reihe nun zeigen, was er selbst draufhat. Mit ein wenig Hilfe seiner Freunde.

Dienstag, 20. April

ZDF, Dokumentation, 22.15 Uhr: Eins, zwei... Drillinge!

Konstanze Mehls fünftes Kind wurde ihr siebtes. Genauer: Das Ehepaar Mehl, das schon fünf Kinder hatte, bekam unerwartet Drillinge. Was das an Organisationsaufwand verlangt, zeigt dieser Film.

Arte, Drama, 22.50 Uhr: Der Schuß

Im Namen des Geliebten: Eine Tankstelle wird überfallen, für Bruno Hellweg (Tim Wilde), den Tankwart, kommt jede Hilfe zu spät, er stirbt in den Armen seines Freundes Martin (Felix Eitner). Martin ist Polizist, und er hat einen der beiden Täter niedergeschossen - mit einem Warnschuß, wie er später behauptet. Doch Rita (Lisa Martinek), Martins Kollegin und Freundin, weiß es besser: „Der Schuß“, der dem Fernsehspiel von Nikolaus Leytner den Titel verlieh, fiel zu einem Zeitpunkt, als der Raubmörder längst gestellt war.

Mittwoch, 21. April

ARD, Krimidrama, 20.15 Uhr: Bloch, Schwestern

Dieter Pfaff ist in der Rolle des Psychotherapeuten Bloch zunächst vor allem ein Menschenkenner, weitgehend ein Menschenfreund, latent aber auch ein vorsichtiger Misanthrop, der den Menschen, gerade weil er sie kennt und liebt, nicht immer über den Weg traut. Der Zauber dieser gewaltigen Figur liegt nun darin, daß sie diese Ambivalenzen und Widersprüche aushält, sich nicht opportunistisch von der einen oder anderen Stimmung bestechen läßt, sich den unterschiedlichen Emotionen aussetzt - nicht, um sie auszusitzen, sondern sie auszuhalten. In diesem Fall sucht Bloch die Seelenqualen einer jungen Geigerin zu erkunden. Mit Nina Hoss, Ulrike Krumbiegel und Nele Mueller-Stöfen tritt ein hochkarätiges Darstellerinnentrio auf.

Arte, Science-Fiction-Satire, 22.45 Uhr: Planet der Kannibalen

Der Film ist eine Satire auf das Fernsehen. Aber der Regisseur Hans-Christoph Blumenberg weiß, daß sich das Fernsehen kaum parodieren läßt, weil es seine eigene Selbstparodie ist. So hat er den Film als Science-fiction-Phantasie angelegt. Deutschland im Jahr 2020: der totale Überwachungsstaat. Nur zwei Sender sind übrig. Zwischen ihnen tobt ein tödliches Duell. Zwischen den Fronten: die junge Trendmanagerin Emma Trost (Minh-Khai Phan-Thi) und der einstige Fernsehreporter Adam Singer (Florian Lukas). Sie werden ein Liebespaar. Dies alles in Schwarzweiß, in kunstvoll arrangierten, merkwürdig weltlosen Bildern im Stil der „Hexer“- und „Dr. Crippen“-Filme der sechziger Jahre. So ist ein unwahrscheinlicher Hybrid entstanden: großes Kino, ganz klein. Ein Tanz aus schönen Ideen um eine leere Mitte.

Donnerstag, 22. April

RTL, Show, 21.15 Uhr: Fear Factor

Bei dieser Sendung, verspricht RTL, handelt es sich um die „spektakulärste Stunt-Show der Welt“. Die Kandidaten, so heißt es, werden von einem „in voller Fahrt dahinsausenden Speedboot in einen Helikopter umsteigen“ oder sich „an der Fensterpartie eines zwanzigstöckigen Hochhauses entlanghangeln“. Warum, mag man sich jetzt fragen, ist über eine solche Sendung bislang nicht berichtet worden? Es ist: Es handelt sich nämlich um „Fear Factor“, das in Amerika weniger der Stunts wegen ins Gespräch kam, sondern weil die Teilnehmer dort Wurmsaft trinken und Schafsaugen auslutschen. Nach dem Wirbel, den „Fear Factor“ schon vorab bei uns auslöste, hat sich RTL offensichtlich entschlossen, statt des ästhetisch-kulinarischen den sportlichen Aspekt zu betonen. Ein paar eklige Tierchen aber wird es auch im deutschen „Fear Factor“ geben, etwa in jener Nummer, die den verheißungsvollen Titel „Helmet Hell“ trägt.

Freitag, 23. April

NDR, Reportage, 20.15 Uhr: Unterwegs in Polen

Falls sich jemand wundert, warum derzeit alle Medien soviel über Polen oder Tschechien oder sogar die baltischen Staaten berichten: Diese Länder sind vom 1. Mai an Mitglieder der EU. Höchste Zeit also, sich mal darüber zu informieren, was dort so vor sich geht. An diesem Abend bietet der NDR dazu die Gelegenheit und führt uns nach Polen, dessen Schönheit vielen Deutschen leider noch recht unbekannt ist.

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