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Fernsehen : Schöne Männer für Sat.1

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Wie sehen die Männer aus, derentwegen die Frauen einschalten? Wie Ulrich Tukur und Heino Ferch Bild: obs

Es ist immer wieder dasselbe: Im Sat.1-Zweiteiler „Die Luftbrücke“ verliebt sich die Berlinerin Luise in einen amerikanischen General, bevor ihr totgeglaubter Gatte aus russischer Kriegsgefangenschaft heimkehrt. Luftbrücke, Dresden, Flut: Nico Hofmann erklärt, wie er aus deutschen Mythen maßgeschneiderte TV-Events macht.

          Es ist immer wieder dasselbe: Im Sat.1-Zweiteiler "Die Luftbrücke" heute verliebt sich die Berlinerin Luise in einen US-General, bevor ihr totgeglaubter Gatte aus russischer Kriegsgefangenschaft heimkehrt. Im RTL-Zweiteiler "Die Sturmflut" (Anfang 2006) will eine Hamburger Krankenschwester einen Oberarzt heiraten, doch am Tag vor der Hochzeit kehrt ihr früherer Freund von See heim. Im ZDF-Zweiteiler "Dresden" (Frühjahr 2006) verliebt sich eine Krankenschwester, die mit einem Oberarzt verlobt ist, in einen abgeschossenen Engländer. All diese historischen Fernsehevents werden von der Firma Teamworx produziert. Deren Chef ist Nico Hofmann, 45.

          Herr Hofmann, muß jedes große Historiendrama in einer Eine-Frau-zwischen-zwei-Männern-Konstellation erzählt werden?

          Nicht zwangsläufig. Aber diese Dreieckskonstellation spielt in der Filmgeschichte schon immer eine Rolle. Da können Sie "Casablanca", "Pearl Harbour" oder unseren "Tunnel" nehmen. Die Modellanordnung ist kraftvoll, sie hat das Potential an Identitätssuche und Suche nach Selbstbestimmung. Heino Ferch spielt in der "Luftbrücke" ja sozusagen die amerikanische Front, Uli Noethen die deutsche, die beiden Männer personifizieren so die politische Hintergrundgeschichte des Films.

          Nico Hofmann

          Sind die einzelnen Autoren darauf gekommen, oder entwickeln Sie vorher zusammen die Strategie?

          Der Rußland-Heimkehrer, das Verlieben in den amerikanischen General und eine deutsche Frau dazwischen - das war in der Tat die Grundidee. Ich bekenne mich auch dazu, das gleiche bei "Dresden" gemacht zu haben - weil sich solche Stoffe nur erzählen lassen, wenn man ein Bindeglied auf deutschem Boden hinzuerfindet. Sonst wären die Engländer, die aus der Luft Bomben werfen, eine völlig abstrakte Größe geblieben. Du mußt eine persönliche Verzahnung finden, um diese Ebene in Form einer Figur, wie dem abgestürzten Piloten, im wahrsten Wortsinne auf deutschen Boden runterzuholen. Diese melodramatische Fallhöhe, zu der bekenne ich mich. Ohne sie funktioniert Eventprogramm nicht.

          Häufig wünschte man sich, mehr über den jeweiligen Zeitgeist zu erfahren und weniger über die persönlichen melodramatischen Verquickungen der Menschen.

          Das kann ich nur bedingt nachvollziehen. "Die Sturmflut" ist dem Naturereignis geschuldet und sicher nicht der ideale Dreh- und Angelpunkt für eine Auseinandersetzung um Schuld und Sühne der sechziger Jahre. Wenn es ein öffentlich-rechtliches Programm gewesen wäre, hätte ich die sechziger Jahre vielleicht noch stärker dramatisiert. In der "Luftbrücke" finde ich den Politikanteil für einen Sat.1-Film an der Obergrenze dessen, was möglich ist. Wir müssen den ganzen Kontext erzählen - die Berlin-Ebene mit Ernst Reuter und Willy Brandt, die Weltpolitik mit Stalin und den USA - und haben nur eine bestimmte Zeitfläche. Das Konstrukt ist von einem melodramatischen Schwerpunkt sogar weggerutscht. Die Zuschauer werden mit vielen politischen Inhalten konfrontiert.

          Und das werden sie eher ungern?

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