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Fernsehen Schleichwerbung auch bei Schimanski

03.08.2005 ·  „Red Bull“, Bier und Telekom: Auch in den „Schimanski“-Krimis im Ersten ist schleichgeworben worden. Fünf Filme wurden bei einer Prüfung beanstandet. Der Geschäftsführer der Produktionsfirma hat inzwischen gekündigt.

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Der Westdeutsche Rundfunk hat bei seiner internen Prüfung zu Schleichwerbefällen bei der gemeinsam mit der Bavaria Film betriebenen Tochtergesellschaft Colonia Media herausgefunden, daß in insgesamt fünf Folgen der „Schimanski“-Reihe Schleichwerbung geschaltet wurde, viermal für das Getränk „Red Bull“ sowie je einmal für Bier und für die Telekom.

Erhalten hat die Colonia Media dafür 215.000 Mark, abgerechnet wurde über die Bavaria-Tochtergesellschaft Bavaria Sonor, die für die illegalen Geschäfte, wie der WDR auf Anfrage der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Donnerstagsausgabe) sagte, auch noch Provisionen kassierte. Der Geschäftsführer der Colonia Media, Georg Feil, hat unterdessen, wie aus Produzentenkreisen verlautet, gestern seine Kündigung zum Jahresende eingereicht. Die ARD sucht jetzt zwei Geschäftsführer: einen Nachfolger für den gekündigten Bavaria-Chef Thilo Kleine und einen neuen Chef für die Colonia Media.

Verdacht schon 1998

Aufmerksam geworden war der WDR auf die nunmehr dingfest gemachte Schleichwerbung bei seiner Tochter bereits im Jahr 1998: Man fragte wegen des Verdachts einer Plazierung von „Red Bull“ nach. „Damals“, so der WDR gegenüber der F.A.Z., „war von der Colonia Media aber entschieden bestritten worden, daß es sich um Schleichwerbung handelt. Verträge über Product Placement existierten nicht, wurde seinerzeit versichert.“

Wie der WDR jetzt weiß, gab es Schleichwerbung aber bereits in dem Schimanski-Film „Hart am Limit“, der am 23. November 1997 im ersten Programm lief. Die Sache lief weiter in den Filmen „Muttertag“ (25. Oktober 1998), „Rattennest“ (15. November 1998) und „Geschwister“ (6. Dezember 1998). In diesen vier Folgen war „Red Bull“ mit Schleichwerbung vertreten. In „Muttertag“ ging es obendrein um ein Bier, in dem Film „Schimanski muß leiden“ (vom 3. Dezember 2000) um die Telekom. Für die ersten drei „Schimanskis“, die allesamt 1997 produziert wurden, habe man keine Zahlungen festgestellt, teilte der WDR mit. Hinter der Schleichwerbung für „Red Bull“ steckten, wie der WDR angab, die Agenturen „Kultur + Werbung“ und „Circle Vision Espana“ des „Placers“ Andreas Schnoor, der ebenfalls in den Bavaria-Skandal verwickelt ist.

Die laufenden Überprüfungen des WDR reichen bis in das Jahr 1994 zurück. Sie umfassen 86 Folgen der Serie „Fahnder“, 32 „Tatorte“ aus Köln, sechs „Tatorte“ aus Münster, dreizehn „Schimanskis“, 32 Folgen der Serie „City Express“ und sechzehn Einzelproduktionen, darunter Fernsehfilme wie „Mein Vater“, „Winterkind“ und „Dunkle Tage“. Schleichwerbung gefunden wurde bereits beim „Tatort“ aus Münster für die Landesbausparkasse, die Versicherung LVM und ein Weizenbier, eine aktuelle „Fahnder“-Folge hat der WDR ebenfalls nachbearbeitet sowie einen „Tatort“ aus Köln. Neu hinzu kommen jetzt die fünf (von insgesamt dreizehn) „Schimanskis“. Es werde weiter geprüft, gesichtet und geschnitten. „Wenn es Auffälligkeiten gibt, werden sie beseitigt“, sagt die WDR-Sprecherin Gudrun Hindersin. Dies gelte unabhängig davon, ob Schleichwerbung nachgewiesen sei oder allein der Anschein bestehe.

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