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Fernsehen Das „Zweite“ denkt mit

19.03.2004 ·  20 bis 23 Millionen Euro pro Jahr nimmt das ZDF durch sogenannte „Kooperationen“ ein. Für ZDF-Intendant Markus Schächter kein Grund zur Beanstandung.

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Die sogenannten "Kooperationen" des ZDF mit Dritten sind nach Ansicht des Intendanten Markus Schächter nicht zu beanstanden. "Es gibt keine Grauzonen", sagte er nach der jüngsten Sitzung des Fernsehrats. Der Sender, so Schächter, werde gegenüber dem Aufsichtsgremium weiterhin größtmögliche Transparenz herstellen und regelmäßig über die Zusammenarbeit mit Dritten berichten. Auch werde darauf geachtet, daß die journalistische Unabhängigkeit nicht in Gefahr gerate. Auf 190er-Telefonnummern werde das ZDF künftig verzichten, die Anzahl von Gewinnspielen werde man verringern. Die Summen, die durch "Kooperationen" eingenommen werden, beziffert das ZDF auf 20 bis 23 Millionen Euro pro Jahr.

Die "größtmögliche Transparenz" wurde für die 77 Fernsehräte zuletzt freilich vor allem durch den Nachrichtendienst "epd medien" hergestellt, in welchem der Journalist Volker Lilienthal in einem Dossier minutiös darlegt, was unter den "Kooperationen" des ZDF genau zu verstehen ist. Sie sorgen nämlich unter anderem dafür, daß entsprechende Geschäftspartner in Dialogen zum Beispiel der neuen Vorabendserie "Sabine!" aufgetaucht sind und dort in extenso der "Beetle" von Volkswagen in Szene gesetzt wurde.

Kooperationen

Die Serie "Mit Samt und Seide" wiederum wurde von Kaufhof mit 770000 Euro unterstützt, bei etlichen Szenen der Filme war der Schriftzug der "Galeria" Kaufhof zu sehen gewesen. Doch sind dies nur die prägnantesten Punkte einer Liste von Kooperationen, die darlegt, wie das ZDF für seine Produktionen Geld einwirbt, ohne daß dies sich in direkter Werbung niederschlüge.

Im Internet ist unter ww.zdfnewmedia.de nachzulesen, welche Sendungen für die umstrittenen "Kooperationen" in Frage kommen. Dort ist auch festgehalten, daß die ZDF-Newmedia-Vermarktungsgesellschaft jetzt in eine hundertprozentige Tochter der Firma "Medicine" umgewandelt worden ist, die ebenfalls zum ZDF gehört und letztes Jahr wegen "Kooperationen" mit Pharmafirmen und Krankenkassen ins Gerede gekommen ist, die es laut ZDF inzwischen nicht mehr gibt.

Quelle: miha. / Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.03.2004, Nr. 68 / Seite 40
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