Home
http://www.faz.net/-gs6-nvw8
Mehr Angebote
| Abo|Hilfe
Sonntag, 12. Februar 2012
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Fernsehen „Bunte TV“ im Ersten

21.08.2003 ·  Nach „Spiegel“, „Stern“ oder „Focus“ bekommt nun auch die „Bunte“ ihr eigenes Fernsehmagazin. Vom November an soll „Bunte TV“ freitagabends in der ARD laufen und jeweils mehrere Prominente porträtieren.

Artikel Lesermeinungen (0)

Wenn der achtzigste Geburtstag von Vicco von Bülow naht und die ARD ihre "Loriot"-Retrospektive beendet, steht im Ersten am Freitag abend eine neue Show auf dem Programm. Um 22.15 Uhr soll, wie der Sprecher der ARD-Programmdirektion, Burchard Röver, bestätigte, das Magazin "Bunte TV" laufen. Es wird moderiert von der Chefredakteurin des Printmagazins, Patricia Riekel; produziert wird die Sendung im Auftrag des Hessischen Rundfunks von Burda und von Viktor Worms und der Münchner Firma MPS. Die Produktionsverträge sind dem Vernehmen nach unterschriftsreif. Der Geschäftsführer der Burda People Group, Philipp Welte, in der die "Bunte" erscheint, bestätigte die Verabredung mit der ARD. "Damit ist das Comeback der Medienmarke ,Bunte' perfekt", sagte er. Der Hessische Rundfunk mit seinem neuen Intendanten Helmut Reitze sei "ein idealer Partner".

Von Mitte November bis zum Ende des Jahres soll die halbstündige Show erst einmal wöchentlich laufen, erklärt die beim HR für das Programm zuständige Redakteurin Gabriele Klinger. Nach dieser Testphase mit sechs Ausgaben sei für das kommende Jahr an eine monatliche Ausstrahlung gedacht. In jeder Sendung soll Patricia Riekel jeweils zwei Prominente, zwei "Stars", in jener Weise porträtieren, in der es ihre Zeitschrift macht - "mit Intuition". Barbara Becker auf Fisher Island, Heiner Lauterbach am Starnberger See, so dürfen wir uns das Ambiente der Show vorstellen, die formal durchaus an Margaret Dünsers "V.I.P.-Schaukel" erinnert. Was man beim HR als Vorbild jedoch nicht wirklich durchgehen lassen will. Es wird vielmehr um jenes Genre gehen, das im Jargon "People-Journalismus" heißt und das in den vergangenen Jahren - vor allem durch die "Bunte" - an Bedeutung auch für die Politik gewonnen hat.

Insofern ist es nur folgerichtig, daß der HR auf ein Format setzt, das die Quadriga der großen Publikums-Magazine - so unterschiedlich ihr Zuschnitt sein mag - im Fernsehen komplettiert. Nach "Spiegel TV" (RTL, Sat.1, Vox), "Focus TV" (Pro Sieben) und "Stern TV" (RTL) kommt nun "Bunte TV" bei der ARD. Womit der Hessische Rundfunk auch langsam seinen quotierten Anteil am gemeinsamen ersten Fernsehprogramm erfüllt, hinter dem er in früheren Jahren regelmäßig zurückgeblieben ist. Eine Frage der Abstimmung ist freilich noch die zeitliche Sortierung am publikumsträchtigen Freitag abend, wo "Bunte TV" vor oder nach dem "Bericht aus Berlin" laufen wird.

Quelle: miha. / Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.08.2003, Nr. 194 / Seite 36
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Wulffs Ensemble

Von Martin Otto

Schon Bertholt Brechts Dogsborough konnte Geschenke guter Freunde nicht ablehnen. „Dieses Landhaus hätt’ ich nicht nehmen dürfen“, bekennt die an Reichspräsident Hindenburg angelehnte Figur. Mehr 7 14