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Die Preisträger von Cannes Goldene Palme für Hanekes „Das weiße Band“

24.05.2009 ·  Der deutsch-österreichische Film „Das weiße Band“ von Michael Haneke ist zum Abschluss des Filmfestivals in Cannes mit dem Hauptpreis ausgezeichnet worden. Als beste Schauspieler wurden Christoph Waltz und Charlotte Gainsbourg ausgezeichnet.

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Goldene Palme für Michael Haneke: Sein deutscher Film „Das weiße Band“ ist zum Abschluss des 62. Filmfestivals in Cannes am Sonntagabend mit dem Hauptpreis des Wettbewerbs ausgezeichnet worden. Es ist nach vielen Preisen in Cannes die erste Palme für den 67 Jahre alten Österreicher. Sein in Schwarzweiß gedrehtes Drama mit dem Untertitel „Eine deutsche Kindergeschichte“ spielt in einem Dorf in Norddeutschland zur Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Haneke geht den Ursachen von Terror und Gewalt auf den Grund und bedankte sich bei der Jury-Vorsitzenden Isabelle Huppert für das „enorme Geschenk“.

Auch der Darstellerpreis ging an einen gebürtigen Österreicher, an Christoph Waltz für seine Leistung in dem Film „Inglourious Basterds“ von Quentin Tarantino (Siehe auch: Quentin Tarantino bringt die „Inglourious Basterds“ nach Cannes). Waltz (52) ist bisher vor allem als Charakterdarsteller („Roy Black“) in deutschen Fernsehfilmen bekanntgeworden. Er bedankte sich bei Regisseur Quentin Tarantino: „Du hast mir meine Berufung zurückgegeben!“

Als beste weibliche Darstellerin freute sich die Französin Charlotte Gainsbourg über die Würdigung ihrer harten Rolle in „Antichrist“ von Lars von Trier. (siehe auch: Lars von Triers „Antichrist“: Satan ist eine Frau)

Der Große Preis der Jury ging an den Franzosen Jacques Audiard für das Gefängnisdrama „Un Prophète“. Den Preis der Jury teilen sich zu gleichen Teilen die Britin Andrea Arnold „Fish Tank“ und der Südkoreaner Park Chan-wook („Thirst“/Durst). Nach der Preisvergabe lief zum Abschluss des Festivals der Film „Coco Chanel und Igor Stravinsky“ über die Beziehung zwischen der Modeschöpferin und dem Komponisten.

Insgesamt liefen in diesem Jahr in Cannes 20 Filme im Wettbewerb um die Goldene Palme. Viele von ihnen boten ausgiebige Darstellungen von Sex und Gewalt. Auf dem Roten Teppich wurde in diesem Jahr etwas weniger Glamour zu Schau getragen, nur wenige Superstars zeigten sich den Fans.

Die internationale Finanz- und Wirtschaftskrise war beim Festival an der Côte d'Azur deutlich zu spüren: Die Organisatoren veröffentlichten zwar keine konkreten Zahlen, aber Fachblätter schätzten, dass vor allem die Zahl der Branchenteilnehmer auf dem Internationalen Filmmarkt um mindestens ein Viertel gegenüber dem extrem gut besuchten Jahr 2008 gesunken sei. Bei Benefiz- Veranstaltungen wie der traditionellen Gala zur Unterstützung der amerikanischen Aids-Hilfe kam trotz der Anreise von Bill Clinton nur weniger als die Hälfte der Summe zusammen wie im vergangenen Jahr.

Die Preise des 62. Filmfestivals in Cannes

Goldene Palme für den besten Film im Wettbewerb: „Das weiße Band“ von Michael Haneke, Österreich/Deutschland
Großer Preis der Jury: „Un Prophète“ von Jacques Audiard, Frankreich
Preis der Jury zu gleichen Teilen: „Fish Tank“ von Andrea Arnold, Großbritannien „Thirst“ (Durst) von Park Chan-wook, Südkorea
Bestes Drehbuch: „Spring Fever“ von Lou Ye, China
Beste Regie: „Kinatay“ von Brillante Mendoza, Philippinen
Spezialpreis (Ausnahmepreis) der Jury: Alain Resnais für „Les herbes folles“, Frankreich
Bester Schauspieler: Christoph Waltz für „Inglourious Basterds“ von Quentin Tarantino
Beste Schauspielerin: Charlotte Gainsbourg für „Antichrist“ von Lars von Trier
Caméra d'or für den besten Debütfilm: „Samson und Delilah“ von Warwick Thornton, Australien
Goldene Palme für den besten Kurzfilm: „Arena“ von Joao Salaviza, Portugal
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Hauptpreis der Nebenreihe „Un certain regard“: „Kynodontas“ (Dogtooth) von Yorgos Lanthimos, Griechenland
Jury-Preis „Un certain regard“: „Politist, Adjectiv“, von Corneliu Porumboiu, Rumänien
Preis der Nebenreihe „Quinzaine des réalisateurs“: „I Killed My Mother“ von Xaviers Dolan, Kanada
„Europa Cinema Preis“: „La Pivellina“ von Rainer Frimmel und Tizza Covi, Österreich
Großer Preis der unabhängigen Nebenreihe „Semaine de la critique“: „Adieu Gary“ von Nassim Amaouche, Frankreich
Nebenpreis „Semaine de la critique“: „Whisper with the Wind“ von Shahram Alidi, Irak
Preis der ökumenischen Jury: „Looking for Eric“ von Ken Loach, Großbritannien
Lobende Erwähnung der ökumenischen Jury:
„Das weiße Band“ von Michael Haneke, Deutschland-Österreich
Preis der Internationalen Filmkritiker-Vereinigung Fipresci: „Das weiße Band“ von Michael Haneke, Deutschland-Österreich
Preise des Studenten-Kurzfilmprogramms Cinéfondation:
1. Preis: „Bába“ von Zuzana Kirchnerová-|pidlová, Tschechische
Republik
2. Preis: „Goodbye“ von Song Fang, China
3. Preis: „Diploma“ von Yaelle Kayam, Israel
„Don't Step Out of The House“ von Jo Sung-hee, Korea

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