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Cannes 2012 Goldene Palme für Michael Hanekes „Liebe“

 ·  Die Goldene Palme des Filmfestivals in Cannes geht an den österreichischen Regisseur Michael Haneke für seinen Film „Liebe“. Als bester Darsteller wurde Mads Mikkelsen ausgezeichnet.

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Drei Jahre nach seinem ersten Triumph bei den Filmfestspielen in Cannes hat der österreichische Regisseure Michael Haneke aufs Neue die Goldene Palme errungen: Dieses Mal für seinen Film „Liebe“ mit Emmanuelle Riva und Jean-Louis Trintignant in den Hauptrollen.

Hanekes Werk setzte sich am Sonntagabend gegen 21 andere Filme durch, die am offiziellen Wettbewerb teilgenommen haben. Der siebzig Jahre alte Haneke bekam 2009 den begehrten Hauptpreis für sein schwarz-weißes Sittendrama „Das weiße Band - Eine deutsche Kindergeschichte“.

In „Liebe“ erzählt Haneke in stillen, fast nur beobachtenden Bildern von dem Ehepaar George und Anna, die seit Jahrzehnten miteinander verheiratet sind. Als Anna dann zwei Schlaganfälle erleidet, kümmert sich George liebevoll um sie. Das wird von den beiden Hauptdarstellern überzeugend gespielt.

„Liebe“ (Originaltitel: „Amour“) ist eine Koproduktion der Berliner Firma X Filme Creative Pool und wurde vom Medienboard Berlin-Brandenburg gefördert. „Wir freuen uns sehr für Michael Haneke und X Filme. ,Amour’ ist ein äußerst bewegender Film, der durch das intensive Spiel der Schauspieler und die perfekt durchdachte und berührende Inszenierung von Michael Haneke Publikum und Kritiker in Cannes gleichermaßen begeistert hat“, sagte am Sonntagabend Medienboard-Geschäftsführerin Kirsten Niehuus.

Die Jury unter Vorsitz ihres Präsidenten Nanni Moretti zeichnete außerdem die Gesellschaftssatire „Reality“ des Italieners Matteo Garrone mit dem Großen Preis der Jury aus. Der britische Regisseur Ken Loach wurde für sein tragikomisches Drama „The Angels’ Share“ mit dem Preis der Jury geehrt.

Gleich zwei Preise gingen an das Exorzismus-Drama „Beyond the Hills (Hinter den Hügeln)“: Regisseur Cristian Mungiu wurde für das beste Drehbuch geehrt, seine beiden Hauptdarstellerinnen Cosmina Stratan und Cristina Flutur als „Beste Schauspielerinnen“. Die beiden spielen in Mungius Werk zwei junge Frauen, von denen die eine die andere aus einem Kloster holen will, weil sie nicht ohne sie leben kann. Doch die orthodoxe Gemeinschaft wehrt sich - mit fatalen Konsequenzen. Der Rumäne Mungiu hatte 2007 die Goldene Palme für das Abtreibungsdrama „4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage“ gewonnen.

Zu Unrecht beschuldigt

Der Däne Mads Mikkelsen spielte in „The Hunt“ einen zu Unrecht als Kinderschänder beschuldigten Mann und erhielt dafür die Auszeichnung als bester Schauspieler. In dem Drama von Thomas Vinterberg verkörpert der „James Bond“-Bösewicht Mikkelsen einen Mann, dessen Leben durch die Lüge eines Kindes zerstört wird.

Weitere Preise gingen an den Mexikaner Carlos Reygadas, der für „Post Tenebras Lux“ die Auszeichnung als bester Regisseur erhielt.
Für den besten Debütfilm wurde der Amerikaner Benh Zeitlin für „Beasts of the Southern Wild“ ausgezeichnet.

Das Internationale Festival Cannes gilt als das wichtigste Filmfest der Welt. Im diesjährigen Wettbewerb hatten 22 Filme um die Preise konkurriert. Im vergangenen Jahr hatte das epische Drama „The Tree of Life“ des Amerikaners Terrence Malick die Goldene Palme gewonnen.
 

Die wichtigsten Preisträger von Cannes

Goldene Palme: „Liebe“ von Michael Haneke (Österreich)

Großer Preis der Jury: „Reality“ von Matteo Garrone (Italien)

Preis der Jury: Ken Loach (Großbritannien) für seinen Film „The Angel’s Share“

Beste Schauspielerin: zu gleichen Teilen an Cosmina Stratan und Cristina Flutur für ihre Rollen in „Beyond the Hills“ von Cristian Mungiu (Rumänien)

Bester Schauspieler: Mads Mikkelsen (Dänemark) für „Jagten“ (Die Jagd)

Beste Regie: Carlos Reygadas (Mexiko) für seinen Film „Post Tenebras Lux“

Bestes Drehbuch: Cristian Mungiu (Rumänien) für den Film „Dupa Dealuri“ (Hinter den Hügeln)

Goldene Kamera für den besten Debütfilm: Ben Zeitlin (Vereinigte Staaten) für „Beasts of the Southern World“

Hauptpreis der Sektion „Un certain regard“: „Después de Lucía“ von Michel Franco (Mexiko)

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